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Prüfstelle will Papierberg reduzieren

Familienunternehmen bemüht sich um Unterstützung Prüfstelle will Papierberg reduzieren

Die Rezeptprüfstelle Duderstadt (RPD) befindet sich im Umbruch. In wenigen Jahren soll der Papierberg durch digitale Dokumente abgelöst werden. Dabei setzt Geschäftsführer Robert Schmidthals sowohl auf Kooperation mit Universitäten als auch auf Landesunterstützung.

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Die Rezeptprüfstelle Duderstadt will den Papierberg reduzieren.

Quelle: Wenzel

Duderstadt. Derzeit 80 Mitarbeiter beschäftigt das Familienunternehmen, das Schmidthals in dritter Generation führt. Jährlich mehrere Millionen Rezepte werden für kleinere und mittlere gesetzliche Krankenkassen in ganz Deutschland überprüft und abgerechnet. Die Originaldokumente, die früher zwei Jahre gelagert wurden, müssen inzwischen sechs Jahre aufbewahrt werden. Das Zwischenlager am Adenauerring wurde deshalb um ein Außenlager ergänzt: eine ehemalige Reithalle in Teistungen mit 1000 Quadratmetern Lagerfläche. Auch bei den Kassen gibt es gigantische Lagerhallen.

„Trotz paralleler Digitalisierungsprozesse wird der Papierberg immer größer, Regeln und Dokumentation komplizierter“, sagt Schmidthals. Das will der 48-jährige ehemalige Handballer ändern, digitale Signaturen einführen, sein Team und das Unternehmen in die Zukunft führen. Dafür müssen neue Verträge mit den Kassen geschlossen werden. Das Personaltableau mit vielen langjährigen Mitarbeiterinnen ist ebenso im Wandel wie die Technik, der Anteil der IT-Arbeitsplätze steigt und verändert die einstige Frauendomäne. Vor allem Softwareentwickler und Bürokaufleute sind gefragt - auch als Auszubildende. „Um den Wandel stemmen zu können, brauchen wir Unterstützung“, sagt Schmidthals: „Wir müssen die Mitarbeiter mitnehmen.“ Wegen Fördermitteln für Umschulungen hat Schmidthals durch Vermittlung des CDU-Landtagsabgeordneten Lothar Koch bereits Gespräche mit Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) geführt, im Januar stehen Gespräche mit der Förderbank des Landes an.

„Wir wollen qualifizierte Arbeitsplätze schaffen und junge Leute in der im IT-Bereich strukturschwachen Region halten“, betont Schmidthals. Die Abrechnungsstelle für die gesetzliche Krankenversicherung, die seit Jahren Fachinformatiker ausbildet und auch Apotheker, Pharmazeuten und Juristen beschäftigt, arbeitet schon lange mit selbst entwickelter Software und verfügt über Scanner zur sogenannten OCR-Erkennung (optische Zeichenerkennung). Um die Softwareentwicklung weiter auszubauen, wolle man mit der Technischen Universität Clausthal und der Göttinger Uni zusammenarbeiten, sagt Schmidthals - mit dem Ziel, sowohl den Input als auch den Output an Papier zu reduzieren und langfristig durch digitale Dokumente zu ersetzen.

Nur wenige
 schwarze Schafe

Arbeitgeber mit langer Tradition: Hauptaufgabe der 1948 gegründeten Rezeptprüfstelle Duderstadt war anfangs die fachliche Prüfung von Verordnungsblättern der Krankenkassen. Daraus ist ein moderner Dienstleister erwachsen, der verschiedene Aufgaben für die Kassen übernimmt: Abrechnung von Arzneimitteln, Sprechstundenbedarf, Datenbereitstellungen im Rahmen des sogenannten Morbiditätsorientierten Risiko-Struktur-Ausgleichs, Auswertungen und Analysen. Der Anteil beanstandeter Rezepte liege deutlich unter einem Prozent, sagt Geschäftsführer Robert Schmidthals: „Es gibt nur ganz wenige schwarze Schafe.“ Gelegentlich werde die Prüfstelle auch in polizeiliche Ermittlungen wegen Manipulation oder Rezeptdiebstahl eingebunden. Irrläufer seien seltene Ausnahmen geworden.

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