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Rhumspringer Hallenbad: Abriss hat begonnen

Neubau für Gesundheitszentrum Rhumspringer Hallenbad: Abriss hat begonnen

Ein Stück Ortsgeschichte geht zu Ende: In Rhumspringe hat der Abriss des Hallenbades begonnen. Generationen von Eichsfeldern und Harzern haben dort ihre Runden gedreht – von Kursen für Schwangere über Baby- und Schulschwimmen bis zum Mobilitätstraining im Alter. Unter Protest aus der Bevölkerung war das gemeindeeigene Hallenbad Ende März nach 35 Jahren Betrieb aus Kostengründen geschlossen worden.

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Hat das Hallenbad noch beim Babyschwimmen kennengelernt: der zweijährige Rhumspringer Luca vor dem Abrissbagger.

Quelle: Lüder

Rhumspringe. Der Weihnachtsbaum neben dem Schuttcontainer im Ortskern schmückt in diesem Jahr eine Baustelle. Der Zwischentrakt mit Sauna, der das Hallenbad mit dem Rhumehotel verbunden hat, ist bereits abgerissen, das Dach abgedeckt, im leeren Schwimmbecken liegen Styropor- und Holzreste. Zumindest die Sauna kann noch einen neuen Verwendungszweck finden: Sie wurde vor dem Abriss von Mitgliedern des Sportvereins abgebaut.

„Hier hab’ ich mein Seepferdchen gemacht“, seufzt die Fuhrbacherin Victoria Lüder. Neben ihr beäugt der zweijährige Luca neugierig die Abrissarbeiten. Er konnte das Hallenbad im ersten Lebensjahr kostenlos nutzen – mit seiner Mutter Stefanie Buschek-Steenweg, die dort ebenso wie die beiden großen Brüder von Luca Schwimmen gelernt hat.

Gegen die Schließung des Bades hatten nach dem Beschluss des Gemeinderates Anfang des Jahres Eltern, Großeltern und Kinder aus Rhumspringe demonstriert  und Unterschriften gesammelt. Vergebens. „Ich kann den Unmut verstehen“, sagt Bürgermeister Franz Jacobi (CDU): „Wir können aber auf Dauer nicht mehr Geld ausgeben als wir haben – ohne Aussicht auf neue Einnahmen.“ Insbesondere wegen der stetig steigenden Energie- und der Personalkosten sei das Hallenbad mit einem jährlichen Defizit von zuletzt rund 90 000 Euro nicht mehr zu halten gewesen.

Jacobi hofft, dass die Abrissarbeiten in zwei Wochen abgeschlossen werden und dann postwendend mit dem Neubau des geplanten Gesundheitszentrums begonnen werden kann. Wie es vorangeht, hängt allerdings vom weiteren Wetterverlauf ab.  Der Bürgermeister rechnet  mit Fertigstellung im Mai.

In den Neubau zieht die örtliche Arztpraxis Michels und eine Physiotherapiepraxis mit Gerätetraining, die von Birgit Henkel aus Hilkerode betrieben wird. Beide haben bereits Vorverträge mit der Gemeinde abgeschlossen, die die Baukosten über langjährige Mieteinnahmen abtragen will. Die bereits in Rhumspringe angesiedelte Physiotherapiepraxis habe das Angebot ausgeschlagen, sagt Jacobi.

Den Auftrag für den Neubau hat die örtliche Baufirma Domeier bekommen, die bei der Ausschreibung das günstigste Angebot abgegeben hatte. Eine Modernisierung des Hallenbads für andere Zwecke wäre schon wegen der Energie- und Brandschutzauflagen zu teuer, das Schwimmbecken zu groß und kostenintensiv für eine Rehabilitationseinrichtung gewesen, meint der Bürgermeister: „Ein Neubau ist mittel- bis langfristig die bessere Lösung.“

Eine Lösung für das benachbarte Rhumehotel, das die Gemeinde nach sechs Jahren Leerstand gekauft hat, zeichnet sich noch nicht ab. Die Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten aus Gewerbe, Gastronomie und Gesundheitsvorsorsorge dauern noch an. Als Option ist bislang weder ein Umbau noch ein Neubau auszuschließen.

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