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Rücktritt des Papstes: Reaktionen von Kirchenvertretern und Gläubigen

Aus der Region Rücktritt des Papstes: Reaktionen von Kirchenvertretern und Gläubigen

Überrascht haben die Menschen in der Region auf die Ankündigung Papst Benedikts XVI.  reagiert, sein Amt niederzulegen. Der 85-jährige Pontifex erklärte am gestrigen Montag, er habe nicht mehr die Kraft, die katholische Kirche zu führen. Er werde sein Amt am 28. Februar aufgeben.

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„Das bleibt in Erinnerung“: Besuch von Papst Benedikt XVI. im Eichsfeld, wo er vor 90 0000 Gläubigen predigt.

Quelle: Blank

Duderstadt/Göttingen. Respekt vor diesem Schritt des Kirchenoberhaupts prägt die Kommentare von Kirchenvertretern und Gläubigen aus der Region, darunter Norbert Hübner, ehemaliger Dechant des Dekanats Göttingen. Am meisten habe er am Papst „seine unheimlich demütige Art“ geschätzt, seine Theologie und seine Fähigkeit, „unsere Glaubenswahrheiten in einfachen Worten darzulegen“.

Benedikt sei kein Politiker gewesen, dafür sei er zu sehr um die Einheit der katholischen Kirche besorgt gewesen. Hübner weiter: „Ich bin dankbar für die Zeit, in der er seine Kräfte zur Verfügung gestellt hat.“

„Das passt zu diesem Papst. Er ist konsequent und klar“ , sagt Duderstadts Propst Bernd Galluschke zur Rücktrittsankündigung. Er sei beeindruckt von der mutigen Entscheidung. Ein Widerspruch zu Benedikts Vorgänger Johannes Paul II., der trotz Krankheit bis zum Tod im Amt blieb, sieht Galluschke nicht.

Wie mit Alter und abnehmender Kraft umgegangen werde, hänge von der Persönlichkeit des Betroffenen ab „und dem, was er als Willen Gottes erkannt hat“. Auswirkungen auf das Leben der Gläubigen an der Basis habe die Rücktrittsankündigung nicht. Was bleibe, sei die Würdigung der Region durch den Besuch des Papstes im Eichsfeld im September 2011. „Das bleibt in Erinnerung“, ist der Propst überzeugt.

Das trifft auch auf Jugendliche zu. Gruppen aus den katholischen Schulen in Göttingen und im Eichsfeld haben den Papstbesuch mit gestaltet. Die Religionslehrerin an der Göttinger Bonifatiusschule II, Christiane Günther, sieht die Entscheidung Benedikts als Ausdruck von Stärke. Offenbar habe er für sich erkannt, dass er der Verantwortung seines Amtes aufgrund seines Alters nicht mehr gewachsen sei. Diese Entscheidung koste sicher viel Kraft. Auch deshalb „werden gerade die Schüler sie mit Hochachtung respektieren“, sagt Günther.

Auch an der Duderstädter St.-Ursula-Schule werde der Papstrücktritt sicher Thema sein, sagt Schulleiter Ingo Bickel. Persönlich kommentiert er: „Aus rein menschlicher Sicht ist das ein vernünftiger Schritt.“ Benedikt habe eine mutige Entscheidung getroffen. Durch den nun planbaren Wechsel entstehe kein Vakuum an der Spitze der Kirche. Bickel hofft unter einem Nachfolger auf Schritte zur Erneuerung der katholischen Kirche.

„Die Nachricht vom Rücktritt Papst Benedikts XVI. hat mich genauso überrascht, wie alle anderen. Spontan empfinde ich große Hochachtung vor diesem Schritt“, sagt Friedrich Selter, Superintendent des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen. „Papst Benedikt zeichnet sich damit als guter Theologe und Seelsorger aus, der auch um seine eigenen Grenzen weiß. Auch ein Papst muss nicht durchhalten bis zum möglicherweise bitteren Ende.“

Damit unterstreiche er die Würde des Amtes. Gleichzeitig mache Papst Benedikt den Weg frei für einen Nachfolger, der seine eigenen Akzente setzen werde. „Dass diese die Ökumene auch auf kirchenleitender Ebene weiter voranbringen werden, ist meine große Hoffnung.“

Papst Benedikt XVI. besuchte im September 2011 Deutschland. Er reiste dabei auch ins Eichsfeld und feierte mit Gläubigen eine Marienvesper.

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Ob und was sich ändern wird, komme auf den Nachfolger an, „die Zeiten werden schwierig“, sagt Schwester Cárola Brun, Oberin der Vinzentinerinnen in Duderstadt. Und was sagt sie zum Rücktritt Benedikts XVI.? Der Schritt des Papstes werde unter ihren 24 Ordensschwestern für „heiße Diskussionen sorgen“. Sie selbst macht ihren Respekt deutlich:  „Hut ab“ , sagt sie wenige Minuten nachdem sie vom Amtsverzicht des Pontifex erfahren hat. Auch ein Papst habe ein Recht zu sagen, dass seine Kraft ihn verlasse, „damit setzt er ein Zeichen“.

„Ich bin sehr beeindruckt von der klaren und letztlich doch überraschend schnellen Erklärung des Papstes“, sagt Schwester Ingeborg Wirz, Oberin des Ursulinenklosters in Duderstadt. Er wisse um die Komplexität der Weltkirche, und seine schwindenden Kräfte würden ihm offenbar immer drückender bewusst.

„So verdient seine Entscheidung Anerkennung und höchsten Respekt“ , zumal sein Amtsvorgänger einen anderen Weg gegangen sei. „In unserem Kloster wird natürlich viel über diese in der Geschichte der Kirche sehr ungewöhnliche Entscheidung diskutiert“, sagt sie. Der Blick richte sich nun auf die nun anstehende Wahl. Wer werde der neue Papst sein, und sollte er nicht wesentlich jünger sein? „Aber hier entscheidet letztlich der Heilige Geist – lassen wir uns überraschen.“

Von Ulrich Lottmann, Andreas Fuhrmann und Ulrich Schubert

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