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Samtgemeinde rutscht unter 14 000-Marke

Bevölkerungsschwund Samtgemeinde rutscht unter 14 000-Marke

Die Zahl der Geburten in Deutschland erreichte 2011 einen historischen Tiefstand, die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter sinkt, die Lebenserwartung steigt, die Bevölkerung schrumpft und altert - so auch im Eichsfeld. Mit den Folgen dieser Entwicklung befasst sich am  Donnerstag der erste Demografie-Gipfel der Bundesregierung.

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Opfer der Demografie: der bereits 2005 geschlossene und inzwischen abgerissene Kindergarten Brochthausen.

Quelle: Hellmold

Eichsfeld. Vom Bevölkerungsrückgang besonders betroffen sind die ländlichen Gebiete. Der Sinkflug spiegelt sich auch in der Bevölkerungsstastik 2011 wider, die der Landkreis Göttingen jetzt an die Städte und Gemeinden weitergeleitet hat. Während die Stadt Göttingen fast 300 und Bovenden 31 Einwohner mehr verzeichnen konnte, haben bis auf den durch das Flüchtlingslager bedingten Sonderfall Friedland nahezu alle Gemeinden weiter Einwohner verloren.

Die Bevölkerungszahl der Samtgemeinde Gieboldehausen, die Ende 2010 noch bei 14 028 lag, rutschte um 137 auf 13 890 ab und unterschritt damit erstmals die Grenze von 14 000 Einwohnern. Duderstadt verlor im vergangenen Jahr 112, die Samtgemeinde Radolfshausen 34 Einwohner. Marginale Zuwächse in einstelliger Höhe, die fast ausschließlich Zuzügen zu verdanken sind, gab es nur in Gieboldehausen, Wollershausen, Seeburg und Ebergötzen.

Immerhin haben sich in Duderstadt Zuzüge und Fortzüge die Waage gehalten, nachdem es im Vorjahr sogar einen Wanderungsgewinn gab. Das wertet Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) als mutmachend, hofft auf eine weitere Stabilisierung oder sogar ein erneutes Plus beim Wanderungssaldo.

Bevölkerungsschwund in Duderstadt verlangsamt

Dem steht das Duderstädter Geburtendefizit gegenüber, das das zweite Jahr in Folge Dreistelligkeit erreicht hat. Nolte verweist auf die vielfältigen, aber naturgemäß begrenzten Möglichkeiten und Bemühungen hin, der demografischen Erosion entgegenzuwirken – unter anderem durch Gutscheine für Neugeborene, Bürgerstiftung, Krippenplätze und Modernisierung von Grundschulen: „Wir wollen auch künftig die Rahmenbedingungen für Eltern weiter verbessern.“ Die hohe Zahl der Sterbefälle würde auch mit den vielen Plätzen in Senioreneinrichtungen zusammenhängen. Das ermögliche vielen Menschen, im Alter in ihre Heimat zurückzukehren. Insgesamt hat sich der Bevölkerungsschwund in der Brehmestadt verlangsamt: 2011 hat die Stadt 112 Einwohner verloren, 2010 waren es 111 Einwohner, in den Jahren davor 281, 269 und 304.

Marlies Dornieden (CDU), Bürgermeisterin der Samtgemeinde Gieboldehausen, tröstet sich angesichts eines Bevölkerungsverlustes von rund einem Prozent im vergangenen Jahr damit, dass es in anderen Gemeinden teilweise schlimmer aussieht. „Am Geburtendefizit kann man wenig drehen, allenfalls die Gemeinden noch familienfreundlicher machen“, sagt Dornieden: „Der Wanderungsverlust ist allerdings dramatisch.“ Neben verbesserten Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und seniorengerechter Infrastruktur vor der Haustür sei es vorrangig, für qualifizierte Arbeitsplätze in der Region zu sorgen – auch, damit Eichsfelder nach Ausbildung und Studium in ihre Heimat zurückkehren könnten.

21,5 Prozent der Einwohner der Samtgemeinde Gieboldehausen sind inzwischen älter als 60 Jahre. Von allen Mitgliedsgemeinden hat Rhumspringe im vergangenen Jahr die meisten Einwohner (56) verloren, gefolgt von Rollshausen (29), Obernfeld (15), Bodensee und Wollbrandshausen (jeweils 13).

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