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Schöffen-Wahl: Auch in Duderstadt urteilen ehrenamtliche Richter

Bindeglied Schöffen-Wahl: Auch in Duderstadt urteilen ehrenamtliche Richter

Sie urteilen über Schuld oder Unschuld eines Angeklagten, tragen die gleiche Verantwortung für Freispruch oder Freiheitsstrafe wie die Berufsrichter: die Schöffen. Im Rahmen der bundesweiten Wahl für die Amtszeit 2014-2018 sucht auch der Landkreis Göttingen wieder geeignete Bewerber für das Amt als Jugendhaupt- oder Jugendhilfsschöffe. Ansprechpartner ist dabei das Jugendamt des Landkreises.

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Ehrenamtliche Richter gesucht: Allein am Amtsgericht in Duderstadt werden insgesamt 20 Haupt- und Hifsschöffen gebraucht.

Quelle: Lüder

Duderstadt. Welche Aufgaben erfüllen Schöffen? Wann werden sie eingesetzt? Welche Rechte haben sie? Gerhard von Hugo, Direktor am Amtsgericht Duderstadt, und der Duderstädter Richter Michael Pietzek bringen es auf den Punkt: „Schöffen sind ehrenamtliche Richter, die als Vertreter des Volkes an der Rechtssprechung teilnehmen und die gleichen Rechte und Pflichten wie ein hauptamtlicher Richter haben.“ Allein für das Amtsgericht Duderstadt werden für den Erwachsenenbereich vier Haupt- und vier Hilfsschöffen – egal welchen Geschlechts – gewählt.

G. von Hugo

Drei Frauen, drei Männer

Für den Jugendbereich sind es mehr. Dort werden sechs Hauptschöffen und sechs Hilfsschöffen bestimmt: Jeweils drei Frauen und drei Männer. „Das ist im Jugendbereich zwingend vorgeschrieben, im Erwachsenebereich ist die Geschlechterverteilung egal“, erläutert von Hugo.

„Schöffen sind uns hauptamtlichen Richtern gleichgestellt. Während wir die juristische Seite vertreten, verkörpern sie sozusagen den gesunden Menschenverstand. Sie sind das Bindeglied zwischen Bürger und Justiz“, stellt Pietzek dar.

M. Pietzek

Mit auf Reise nehmen

Theoretisch, so der Richter, könnten die beigeordneten Schöffen einen Richter beim Urteilsspruch sogar überstimmen. Das haben von Hugo und Pietzek bislang allerdings noch nicht erlebt. „Es ist wichtig, die Schöffen von Anfang an mit auf die Reise zu nehmen. Es gibt fast immer gute Anregungen von Seiten der ehrenamtlichen Richter, die man ernst nehmen muss. Dann gibt es keine Probleme.

Dass sich Schöffen und Richter auseinandersetzen, ist durchaus erwünscht“, weiß Pietzek. Und: „Wir sind interessiert daran, dass es sich bei den Bewerbern Menschen handelt, die das auch gern tun“, betonen die Richter mit Blick auf einen oft anstrengenden Sitzungsdienst.

Schöffin aus Überzeugung: Jutta Rössing-Schmalbach  
Bereits ihre zweite Amtsperiode als Jugend-Schöffin am Duderstädter Amtsgericht wird die Duderstädterin Jutta Rössing-Schmalbach Ende des Jahres hinter sich gebracht haben. Und sie stellt sich wieder zur Wahl – aus Überzeugung und Leidenschaft. Die 60-Jährige ist Heilerzieherin in der Tagesstätte St. Raphael Duderstadt, hat tagtäglich mit Kindern und Jugendlichen zu tun.

„Sehr sinnvolle Arbeit“: Schöffin Jutta Rössing-Schmalbach. © Lüder

„Als Schöffin habe ich einen ganz anderen Einblick in die Strafverfahren. Vorher konnte ich besonders bei Jugend-Strafsachen manche Urteile gar nicht nachvollziehen.“ Nicht zu unterschätzen sei laut Rössing-Schmalbach neben dem hohen Zeitaufwand, bei dem auch der Arbeitgeber mitziehen müsse, aber auch die seelische Belastung. „Manche Verfahren, wie bei Missbrauch oder Misshandlung von Kindern und Jugendlichen, beschäftigen mich weit über den Sitzungstermin hinaus.“ Da habe sie durchaus schon grausame Erfahrungen gemacht. Sie glaube zwar nach wie vor an das Gute im Menschen, sei aber lange nicht mehr so gutgläubig Aber die Jugend-Schöffin weiß auch: „Das ist eine sehr sinnvolle Arbeit, die das eigene Denken und Handeln positiv beeinflusst.“
 
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