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Schulturnhalle bleibt bis zum Sommer gesperrt

Pfusch am Bau Schulturnhalle bleibt bis zum Sommer gesperrt

Seit Anfang Januar ist die Turnhalle der Grundschule Gieboldehausen wegen Feuchtigkeitsschäden im Dachstuhl aus Sicherheitsgründen gesperrt. Und das wird sie voraussichtlich noch bis zum Beginn des neuen Schuljahres nach den Sommerferien bleiben.

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Ist bei Sanierung des Daches vom Betreiber ab- und wieder aufzubauen: die Photovoltaikanlage auf der Schulturnhalle.

Quelle: Pförtner

Wie sich jetzt herausgestellt hat, wurden offenbar bereits beim Bau der Halle vor 50 Jahren Fehler gemacht: Die vorhandene Konstruktion weicht von der damaligen statischen Berechnung ab.

Der Bauausschuss der Samtgemeinde ist sich mit der Verwaltung einig, dass Tragwerk und Dacheindeckung erneuert werden müssen. Außerdem soll eine kostengünstige Lösungsmöglichkeit für eine Gebäude-Aussteifung untersucht werden. Bauamtsleiter Klaus-Dieter Grobecker bringt das Problem auf den Punkt: „Laut alter Statik halten die Binder die Wände und die Wände die Binder ohne Stützen.“ Deshalb müsse auch die Tragfähigkeit der Außenwände geprüft werden. Dafür werden Architekt und Statiker aus dem Ort eingeschaltet.

Den Verdacht Otmar Pfeifenbrings (SPD), die Statik sei vor Montage der Photovoltaikanlage auf der Südseite des Daches nicht ausreichend auf die Zusatzlast geprüft worden, weist Grobecker zurück: „Die Schäden haben nichts mit der Anlage zu tun.“ Nach rund 40 Zentimetern Schneelast auf dem Satteldach mit nur 30 Prozent Neigung sei beim langsamen Abtauen Feuchtigkeit durch Risse in den Ziegeln eingedrungen, berichtet Grobecker. Nach Abnehmen der Wärmedämmung wegen der Feuchtigkeitsschäden sei dann festgestellt worden, dass die Statik von der Ausführung abweicht und die 12 mal 24 Meter große Halle im Eilverfahren gesperrt worden.

Davon betroffen sind neben mehr als 300 Schulkindern auch die knapp 1200 Mitglieder des Turnvereins Germania Gieboldehausen, die die Halle nutzen können. Nach wie vor für den Schulsport genutzt werden kann der Gymnastikraum im Obergeschoss der Halle, stundenweise kann auf die Sporthalle des Landkreises am Schulzentrum ausgewichen werden.

Rainer Lentes (SPD) nennt es „erschreckend, dass Pfusch am Bau 50 Jahre lang nicht bemerkt wurde“. Es sei Glück, dass das jetzt aufgrund von Schnee und Ziegelschäden festgestellt wurde und nichts passiert sei. Grobecker geht davon aus, dass keine Einsturzgefahr bestanden habe, da weder Risse noch sonstige Beschädigungen an Dachstuhl und Mauerwerk festgestellt worden seien. Geprüft würden derzeit auch Regressmöglichkeiten – vom Architekten über den Statiker bis zur Baufirma. Ob das Aussicht auf Erfolg hat, ist fraglich. Normalerweise gilt Pfusch am Bau nach 30 Jahren als verjährt.

Von der energetischen Sanierung der Schule im Zuge des Konjunkturprogramms des Bundes war die Turnhalle ausgenommen. Schon vor Jahren waren die Südfenster ausgetauscht, teilweise Wärmeschutz angebracht und die Deckenbeleuchtung erneuert worden. Die Kosten für die jetzt fällige Dachsanierung werden auf bis zu 150 000 Euro geschätzt. Auch bei Verschieben von 30 000 Euro aus dem Etatansatz für Gebäudeunterhaltung und weiteren 30 000 Euro Zuschuss aus der Sportstättenförderung blieben 90 000 Euro ungedeckt. Samtgemeinde-Bürgermeister Reinhard Grobecker (CDU) spricht von einer nicht vorhersehbaren Notsituation. „Wir dürfen mit Blick auf die Eltern und Schulkinder nicht zuviel Zeit verlieren“, hielt er der SPD entgegen, die das Thema im Bauausschuss wegen noch offener Fragen zunächst absetzen wollte.

Einen weiteren Problemfall gibt es in der Grundschule selbst – mit einer Zimmerdecke. Bei den Sanierungsarbeiten im ehemaligen Realschulbereich wurde festgestellt, dass die Stahlbetondecke in einem Obergeschoss-Klassenraum eine übermäßige Verformung aufweist. Auch in diesem Fall wurde die Nutzung des Raumes vorerst untersagt.

Und auch hier führt die Spur in die Vergangenheit. Ein im Bauschein von 1957 geforderter geprüfter statischer Nachweis ist unauffindbar. Bei der ungeprüften statischen Berechnung von damals ist die Einwirkung der Dachkonstruktion auf die Stahlbetonplatte nicht berücksichtigt worden. Da die Stützen der Dachkonstruktion keinen Kontakt mehr zur Stahlbetondecke haben und frei pendelnd an der Mittelpfette hängen, kommt es allerdings nur bei extremer Witterung zur Belastung der Decke. Die Kosten, das zu beheben, werden auf knapp 20 000 Euro geschätzt – falls bei Untersuchung der Decke selbst nicht noch weitere Probleme festgestellt werden.

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