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Seulingen: Schwarzstörche erhalten erste Kunst-Brutstätte

Scheue Waldbewohner Seulingen: Schwarzstörche erhalten erste Kunst-Brutstätte

Noch im Mittelalter als Verkünder von Unheil und Krankheit gefürchtet, gilt seine Art heute als gefährdet: Der Schwarzstorch, scheuer Bewohner alter Wälder und geschmückt mit metallisch glänzendem Federkleid, wird im März aus der Überwinterung gen Norden fliegen und eine neue Nisthilfe in der Gemarkung Seulingen vorfinden.

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Nesthocker: Jan Denecke baut im ausgewählten Baumwipfel die erste Nisthilfe für Schwarzstörche in der Region.

Quelle: Lüder

Seulingen. „Der Schwarzstorch ist sowohl ein Jäger, der an Gewässer gebunden ist, als auch ein Waldbrüter, der dichten Baumbestand benötigt“, erläutert Johannes Thiery, Schwarzstorchbetreuer der staatlichen Vogelschutzwarte. Da in den vergangenen Jahren einige Jungstörche in den Wäldern der Samtgemeinde gesichtet wurden, haben Waldbesitzer die Initiative ergriffen, um den Vögeln eine geeignete Brutstätte bieten zu können.

Zügig habe man sich mit dem örtlichen Förster und Vogelschutzwarte verständigt, um einen Baum auszuwählen, der auch in den nächsten Jahren nicht von Durchforstung bedroht werde.

„Weil Schwarzstörche sehr empfindlich gegenüber Störungen im Brutgebiet sind und menschliche Siedlungen meiden, haben wir eine Stelle gesucht, die dicht bewaldet und abgelegen ist“, begründet Thiery die Verschwiegenheit bezüglich des genauen Standortes.

Da sich Hebebühnen und große Geräte keinen Weg durch den Wald bahnen können, wird vor Ort mit Hilfe einer Zwille ein Seil in die Baumkrone geschossen, an dem ein wagemutiger Vogelschützer empor klettert.

Im Wald bei Seulingen wird ein Schwarzstorchen-Nest gebaut. Der Schwarzstorch ist ein scheuer Bewohner geschlossener Wälder mit Still- und Fließgewässern.

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Anders, als bei der Nisthilfe für Weißstörche, die vor kurzer Zeit in Seulingen errichtet worden ist, befindet sich der Horst für den artverwandten Bruder nicht auf einem Podest, sondern wird direkt in das Baumgeäst gebaut.

Mit den Brüdern Lars und Jan Denecke fanden sich zwei Konstrukteure, die sich dem Bau  durch Erfahrung und handwerkliches Geschick annahmen. In vier Stunden errichteten sie das neue Kunstnest, sammelten Reisig und Moos, um es dem seltenen Vogel attraktiv zu gestalten. „Das ist die erste Nisthilfe für Schwarzstörche in der Region Göttingen“, betont Lars Denecke.

Wann die Schwarzstörche aus dem Winterurlaub zurückkehren, hänge maßgeblich von der Witterung ab, erläutert Thiery, wahrscheinlich aber würden die ersten Exemplare im März erscheinen. „Wir hoffen, dass die Schwarzstörche das neue Nest bei ihrem Erkundungsflug sehen und sich entscheiden, es zu ihrer Brutstätte zu machen“, blickt der Fachmann voraus.

Von Elisa von Hof

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