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Seulinger Schützenverein besteht bereits seit 350 Jahren

Traditions- und Kulturpfleger Seulinger Schützenverein besteht bereits seit 350 Jahren

„Der deutsche Schützenbund und seine Mitglieder pflegen den sportlichen Wettstreit und das historische Brauchtum, sie halten gute Traditionen wach und fördern das gesellige Miteinander.“. So hat es der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau im Jahr 2003 zusammengefasst, und so hat es sich auch der Schützenverein Seulingen seit 350 Jahren auf die Fahnen geschrieben.

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Trägt nach der Wiederbelebung des Schützenvereins Seulingen als erster die alte Königskette: Bernward Hagemann (Mitte), Schützenkönig 1953.

Quelle: EF

Seulingen. Historisch sind die Schützenvereine einst aus den Bürgerwehren hervorgegangen, die in vielen Siedlungen Verteidigungsstätten errichteten. Auch in der Dorfmitte Seulingens existiert noch heute ein Beweis dafür: Die Kirche St. Johannes der Täufer wurde einst zu diesem Zweck errichtet. Wehrturm und Kirchenmauer sind Relikte aus diesen Zeiten. Die Ziffer 1687 , die den Turm schmückt, lässt Rückschlüsse auf das Baujahr zu. Männer, die das Dorf zu verteidigen hatten, mussten jederzeit im Gebrauch der Waffen sicher sein. Geübt wurde meist an Sonntagen auf dem „Schüttenboy“ . Dieser Platz erstreckte sich in Seulingen über acht Morgen und lag vor der Regulierung der Sula westlich der Piepenwiese bis hin zu den ehemaligen Schulgärten.

Schützenkette als Beweis

Dass die Seulinger Schützengilde bereits kurz nach dem 30-jährigen Krieg bestand, beweist die Schützenkette mit den Abzeichen und Inschriften. Das älteste Abzeichen ist ein Fingerhut mit der Jahreszahl 1663. Bis zur Neugründung im Jahr 1913 sind allerdings keine weiteren Einzelheiten aus der Geschichte des Seulinger Schützenwesens bekannt. Im letzten Viertel des Jahrhunderts scheint  die Schützengilde laut Vereinschronik dann endgültig aufgelöst worden zu sein.

Begeistert von den Schützenfesten in den Nachbarorten fassten einige junge Seulinger den Entschluss, das Schützenwesen auch in ihrem Heimatort wieder aufleben zu lassen. Am 12. Januar 1913 kam es zur Neukonstituierung des Vereins, dem spontan 30 Mitglieder beitraten. Bereits im Frühjahr begann man mit dem Bau des Schützenhauses im Gotenbeek am Hoppgarten unterhalb des Harten Brasen. Das Grundstück stellte die Realgemeinde zur Verfügung, zusätzlich wurde ein Darlehen von 700 Mark zur Deckung der Kosten aufgenommen. Im Sommer wurde dann das erste Schützenfest auf dem Platz der „Flüchtlingsgärten“ gefeiert. Als  erster Schützenkönig wurde Schneidermeister Martin Kurth proklamiert. Zur Überraschung der Festgäste überreichte der damalige Baumeister Johannes Rust die einstige Schützenkette mit der ältesten Plakette von 1663, die seinem Vater Ignaz Ende des 19. Jahrhunderts zur Verwahrung anvertraut wurde.

Schützenhaus und Scheibenstand stark beschädigt

Der erste Weltkrieg beendete  das gerade erst wieder auflebende Seulinger Schützenwesen, erst 1919 kam es zur ersten Zusammenkunft nach dem Krieg. Schützenhaus und Scheibenstand waren stark beschädigt und wurden auf der Adlerschen Wiese von den mittlerweile 36 Mitgliedern neu aufgebaut. 1926 schaffte sich der Verein eine Fahne an, und um den Fortbestand zu gewährleisten wurde 1929 eine  Jungschützenabteilung gegründet, der im gleichen Jahr  zehn Jugendliche beitraten. Durch stetig steigende Mitgliederzahlen reichten Schützenhaus und Scheibenstände nicht mehr aus, 1935 wurden deshalb Vereinsstätte sowie drei Kleinkaliberstände neu gebaut. Als jedoch 1939 der zweite Weltkrieg ausbrach, ruhte das Vereinsleben erneut. Vereinsfahne und Schützenketten konnten vor dem Zugriff der Alliierten durch Vergraben zwar gerettet werden, waren danach aber nahezu unbrauchbar.

Reaktivierung des Vereins

Am 29. Juni 1951 rief das dienstälteste Vorstandsmitglied Franz Adler die Schützen zur ersten Versammlung zwecks Reaktivierung des Vereins, der sich in den Nachkriegsjahren auch zum Traditions- und Kulturpfleger entwickelte. Aber auch Sportsgeist und sportliche Leistungen fanden mehr und mehr Anklang. Zur Vorbereitung des 300-jährigen Vereinsjubiläums im Jahr 1963, wurden ein Jahr vorher Schützenhaus- und Schießstandumbau vorangetrieben. Am Ende des Jubiläumsjahres hatte der Schützenverein 83 Mitglieder.

300. Mitglied: Emma Wucherpfennig und Klemens Halfter.

Danach entwickelte sich die Gemeinschaft rasant weiter, die Jugendabteilung wurde gestärkt, eine Luftgewehrstand für den Nachwuchs errichtet. 1971 erfolgte die Gründung einer Damenabteilung , und auch eine Schützenkönigin wurde von da an ausgeschossen.

Legendäre Feier

Noch heute als legendär gilt die Feier zum 325-jährigen Jubiläum im Jahr 1988. Der Ort wurde förmlich von Autos und Bussen überrollt, der Festzug – begleitet von Kaiserwetter und  74 Ehrendamen – erstreckte sich über mehr als drei Kilometer. Gefeiert wurde an der Suhle auch das 333. Vereinsbestehen 1996. Auf 214 Mitglieder war die Gemeinschaft angewachsen.

Im 350. Jubiläumsjahr hat die Gemeinschaft ein weiteres Ziel erreicht: In der Jahreshauptversammlung wurde Emma Wucherpfennig – ihre Familie ist seit Jahren eng mit dem Schützenverein verbunden – als 300. Mitglied aufgenommen.

Derzeit führt Schützenhauptmann Klemens Halfter den Verein, der voraussichtlich vom 21. bis 24. Juni dieses Jahres seinen Geburtstag mit einem großen Jubiläumsschützenfest im Weidental feiern wird.

Schützenverein Seulingen

Neubeginn nach Weltkrieg: Schützenhaus im Jahr 1959.

 
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Jubiläumsjahr

Als eine der ältesten Schützengemeinschaften der Region feiert der Schützenverein Seulingen in diesem Jahr sein 350-jähriges Bestehen. Hervorgegangen aus den so genannten Bürgerwehren, gab es schon kurze Zeit nach dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) Schützengilden in ganz Deutschland.

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