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Sozial-Praktikum soll die Toleranz fördern

Christian-Morgenstern-Schule Sozial-Praktikum soll die Toleranz fördern

Eigentlich hatte Max Dinter eine Tischlerlehre ins Auge gefasst, wenn er im nächsten Sommer die Christian-Morgenstern-Schule in Gieboldehausen mit dem Realschulabschluss verlässt. Jetzt überlegt er jedoch, eine Ausbildung als Altenpfleger zu beginnen.

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Leichte Pflegeaufgaben im Haus St. Martinus: Schüler-Praktikant Max Dinter versteht sich gut mit den Senioren im Heim.

Quelle: Pförtner

„Ich habe festgestellt, dass mir der Pflegeberuf großen Spaß macht und dass ich gut mit den alten Leuten klar komme“, beschreibt er seine Erfahrungen, die er während seines Schulpraktikums im Haus St. Martinus in Bilshausen gemacht hat. In dem Alten- und Pflegeheim gehört es für zwei Wochen zu Max’ Aufgaben, die Senioren bei Spaziergängen zu begleiten, beim Tischdecken und Essen zu helfen oder auch schlicht sich mit den Bewohnern zu unterhalten.

„Für diesen Beruf sind genaues Hinhören, eine gute Beobachtung und Sensibilität für Gestik und Mimik wichtig“, sagt Heimleiterin Nicola Blank. In die Pflegeaufgaben würde man während der Ausbildung hineinwachsen. „Für junge Menschen ist es ungewohnt, diese Nähe zu Älteren oder Behinderten zu erleben. Zunächst sind Hemmungen und Berührungsängste da, die sich erst auflösen müssen“, erklärt die Fachfrau. Die Erfahrung, gebraucht zu werden, helfe den meisten jungen Leuten, ihre Hemmungen zu überwinden.

Nach Max’ Praktikum bekommt er von der Heimleitung eine schriftliche Beurteilung. „Eine positive Beurteilung macht sich gut in der Bewerbungsmappe für die Ausbildungsstelle“, sagt Ellen Sagel, Lehrerin für Deutsch und Arbeitslehre an der Christian-Morgenstern-Schule. Sie hat an der Gieboldehäuser Hauptschule ein zusätzliches Sozial-Praktikum für die zehnten Klassen durchgesetzt, die hier auf ihren Realschulabschluss zusteuern. Nachdem in den achten und neunten Klassen die üblichen Betriebspraktika durchgeführt werden, sollen die Schüler in den zehnten Klassen einen Einblick in soziale Berufe bekommen. Dabei können sie wählen, ob sie in einem Kindergarten, in einem Seniorenheim, im Krankenhaus oder in einer Behinderteneinrichtung ihr Praktikum absolvieren wollen. „Die Praktikumsstelle muss auch zum jeweiligen Jugendlichen passen. Mancher arbeitet lieber mit Kindern zusammen, ein anderer fühlt sich bei den Senioren besser aufgehoben“, sagt Sagel.

Die Statistik beweist, dass in der Region Göttingen-Osterode-Northeim für das Jahr 2010/11 25 Ausbildungsstellen zum Altenpfleger vergeben werden und sogar 133 zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Zum Vergleich: Tischlerlehrstellen gibt es sechs.

Doch nicht nur die guten Zukunftschancen in diesen Berufen geben der Lehrerin Grund für ihr Engagement im Bereich Sozial-Praktikum. „Wer die Arbeit in einem Seniorenheim, einem Kindergarten oder in einer Behindertenwerkstatt kennen gelernt hat, entwickelt mehr Verständnis für hilfsbedürftige Menschen. Dadurch kann die Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen sinken, man wird sensibler, toleranter und respektvoller“, erklärt Sagel. Ihr Einsatz gilt auch der engen Zusammenarbeit zwischen Schule und Betrieben. „Die Jugend muss Chancen bekommen, um nicht auf der Straße zu landen. Mit einer Perspektive für die Zukunft ist der Anreiz, seine Energie in eine negative Richtung zu lenken, geringer“, sieht sie die Zusammenhänge.
Max bestätigt, dass seine Motivation größer geworden ist, gute Noten für seinen Realschulabschluss zu bekommen. „Ich würde gern eine Lehrstelle in dem Beruf bekommen, der mir Spaß macht. Da gebe ich mir in der Schule Mühe, damit das Zeugnis gut wird“, sagt er.

Für die Ausbildung als Altenpfleger spräche für den jungen Lütgenhäuser auch die Nähe der Malteser Fachschule für Altenpflege in Duderstadt. Nachteilig sei das Schulgeld, das man bei der Ausbildung in vielen sozialen Bereichen selbst aufbringen müsse und das einen Teil des Lehrlingsentgelts ausmache. Hier Förderungen sind jedoch über die Arbeitsagentur oder das Bafög-Amt möglich.

Von Claudia Nachtwey

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