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Später Frühling bringt Überstunden für Landwirte

Doppelschichten Später Frühling bringt Überstunden für Landwirte

Der extrem lange Winter hat die Natur in Verzug gebracht. Die Landwirte in der Region blickten im März noch sorgenvoll auf den nicht enden wollenden Frost. Düngung, Drillen und Aussaat wurden Woche um Woche verschoben.  „Aber jetzt holt die Natur alles auf“, sagt Hubert Kellner, Kreislandwirt und Vorsitzender des Landvolkverbandes.

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Drillen, Düngen und Spritzen steht für die Landwirte auf dem Arbeitsplan, der nur mithilfe von Doppelschichten erfüllt werden kann.

Quelle: Pförtner

Eichsfeld. Etwa vier Wochen später als üblich beginnen nun die Arbeiten auf den Feldern, und das bedeute für die Bauern doch „ein paar Überstunden“, so Kellner. „Es sind viele Dinge auf einmal zu erledigen: Rüben und Mais drillen, Weizen stabilisieren, gedüngt werden müsste eigentlich schon das zweite Mal, und das Unkraut, das bei der Wärme aus dem Boden schießt, muss bekämpft werden“, zählt er die verschiedenen Arbeiten auf und fährt selbst in Doppelschichten aufs Feld.

Für frühes Gemüse wie Kartoffeln oder Spargel sieht er keine Gefahr durch den späten Frühlingsanfang. „Das wächst alles unter Folie, und die Spargelsaison kann wie gewohnt beginnen“, beruhigt er die Zweifler. Mit der ersten Kartoffelernte sei im Mai zu rechnen. „Aber die Pflanzen bleiben bis zu den Eisheiligen noch unter der Plane“, erklärt Kellner.

Futterengpässe?

Eigentlich sei der Frühling ja ausgefallen und gleich der Sommer gekommen, freut er sich über die günstigen Wetterbedingungen, welche die Natur nun „explodieren“ lassen. „Wärme, Sonne und Regen im Wechsel, das ist ideal, um den späten Start aufzuholen“, sieht Kellner optimistisch in die Erntesaison, die nach seinen Einschätzungen keine Einbußen wegen des langen Winters zu befürchten hat. Auch für das Vieh rechnet er nicht mit Futterengpässen. „Die Wiesen werden jetzt sehr schnell grün. In etwa einer Woche wird sich die Natur der Jahreszeit entsprechend eingependelt haben“, sagt Kellner.

Zusätzliche Helfer würden trotz der Doppelschichten in der Landwirtschaft wohl nicht gebraucht. „Der Winter war ja lang genug, da konnten wir Kraft schöpfen, um nun die langen Arbeitstage zu bewältigen“, sagt er lachend und sieht den momentanen Stress eher gelassen.

Wenigste Sonnenstunden

Der Deutsche Wetterdienst gibt an, dass der vergangene Winter zwar keine neuen Kälterekorde aufgestellt habe, aber dafür punkte er mit den wenigsten Sonnenstunden seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1951. Mit 38 Prozent liegen die Sonnenstrahlen unter dem Durchschnitt, dafür wurden 16 Prozent mehr Niederschläge gemessen. Die Temperatur lag mit 0,1 Grad über dem Durchschnitt der von 1961 bis 1990 ermittelt wurde.

Von Claudia Nachtwey

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