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Stefan Wenzel beleuchtet Atompolitik

Grüne zeigen Film Stefan Wenzel beleuchtet Atompolitik

Gegen den erbitterten Widerstand der Opposition hat die schwarz-gelbe Bundestagsmehrheit am Donnerstag längere Laufzeiten für Atomkraftwerke beschlossen. Kommende Woche startet ein Castortransport ins Wendland, heftige Proteste von Atomkraftgegnern werden erwartet. Mittendrin, am Montag, 1. November, informieren und diskutieren die Duderstädter Grünen über Atompolitik.

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Schlaglicht auf die Asse: Stefan Wenzel, Grünen-Fraktionschef, 2009 vor dem Einfahren in den Schacht des Atommülllagers.

Quelle: Lübke

Sie zeigen in der Duderstädter Filmfabrik ab 20 Uhr die Dokumentation „Albtraum Atommüll“. Anschließend berichtet der Fraktionschef im Landtag, Stefan Wenzel, aus dem Untersuchungsausschuss zum Atommüllager Asse. In der Diskussion wird kein Scharfmacher oder Fanatiker zu erleben sein. Auch beim hoch brisanten Thema Atommüll bleibt der Groß Lengder sachlich, beinahe kühl. Das wird beim Pressegespräch zur Veranstaltung deutlich.

Dabei stehen das Erschrecken und der Widerstand gegen die Atomenergie am Anfang von Wenzels politischer Karriere. „Ich bin drei Tage nach Tschernobyl bei den Grünen eingetreten“, sagt er nüchtern und erst auf Nachfrage. Der 48-Jährige setzt nicht auf Wut und Emotion sondern auf Argumente. „Vielleicht gucken Sie Mal rein“, legt er dem Berichterstatter eine 21-seitige Zwischenbilanz zum Asse-Ausschuss auf den Tisch.

Dabei kann sich Wenzel beim Thema Atompolitik durchaus echauffieren. „Die Atomindustrie hat Wortbruch begangen, und die Politik wirft ihre Grundsätze über Bord“, sagt der Landesgrüne in Richtung Berlin. Die aktuelle Debatte ist auch eine über Form und Stil in der Politik? „Auf jeden Fall“, bekräftigt Wenzel. „Wenn man tagsüber beschließt, welche Steuern erhoben werden und nachts Abkommen trifft, wer sie nicht zahlen muss, widerspricht das den Grundsätzen der Demokratie“, sagt er zu den Verhandlungen von Bundesregierung und Energiekonzernen.

Niedersachsen stehe im Zentrum der Debatte, „hier hat man die gescheiterte Politik plastisch vor Augen“, so der Fraktionschef mit Hinweis auf Asse und Gorleben. Er selbst investiere derzeit bis zur Hälfte seiner Arbeitszeit in die Auseinandersetzung um die Atompolitik, schätzt der vielbeschäftigte Politiker.

Ob sich der breite Protest gegen die Atompolitik der Bundesregierung für die Grünen in Wählerstimmen ummünzen lässt, die Landespartei vom bundesweiten Umfragehoch profitieren kann? Darauf antwortet Wenzel wieder zurückhaltend. Umfragen seien Momentaufnahmen, Politik sei langfristig angelegt. Es gehe darum, Leute zum Engagement zu motivieren. Auch in der anstehenden Kommunalwahl sei die Frage, „Wie verändern wir die Politik im Landkreis, in den Gemeinden“? Die Debatte um Windkraft, Bio- und Solarenergie oder Hausdämmung sei nicht konfliktfrei. „Das kostet viel Überzeugungsarbeit.“

„Albtraum Atommüll“ mit anschließender Diskussion beginnt in der Filmfabrik Duderstadt, Sachsenring 3, am 1. November um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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