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Sternsinger stoßen auf offene Türen

55. Dreikönigssingen Sternsinger stoßen auf offene Türen

Am Sonntag waren sie wieder überall im Eichsfeld zu sehen: Kleine und größere Gruppen von Sternsingern zogen von Haus zu Haus. Verkleidet als die Heiligen Drei Könige waren auch in Bernshausen am Seeburger See Kinder und Jugendliche  im Ort unterwegs, um Spenden zu sammeln - und Süßigkeiten gab‘s reichlich dazu.

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Nach dem feierlichen Aussendungsgottesdienst: Bernshäuser Sternsinger tragen Kreuz und Sterne voran.

Quelle: Kunze

Bernshausen. Das 55. Dreikönigssingen stand diesmal unter dem Motto „Segen bringen - Segen sein!“. Diesjähriges Beispielland war Tansania. Ruckzuck wird die Königsrobe über die Winterjacke gezogen, goldene Krone auf, jetzt kann‘s losgehen, die ersten werden schon ungeduldig. Stefan gibt den Melchior - wie die fünf Male vorher auch schon. „Weil ich dann geschminkt werde“, sagt der Neunjährige und grinst. Viele der Sternensinger sind wie Stefan schon lange dabei. „Aber wir haben dieses Jahr auch viele Neue aus der ersten Klasse“, sagt Afra Schmidt, die seit zehn Jahren alles rund um das Dreikönigssingen in Bernhausen ehrenamtlich organisiert. Fast 30 Kinder und Jugendliche machen dieses Jahr mit, eine große Gruppe bei etwa 590 Einwohnern, die der Ort hat.

Getragen wird die weltweit größte Spendensammelaktion von Kindern für Kinder vom katholischen Kindermissionswerk Aachen und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend. Doch zumindest in Bernshausen sind längst nicht alle Kinder katholisch. „Unsere Gruppe ist offen, wir haben evangelische Kinder dabei und sogar konfessionslose,“ sagt Schmidt.

Sie waren wieder überall im Eichsfeld zu sehen: Kleine und größere Gruppen von Sternsingern zogen von Haus zu Haus. Verkleidet als die Heiligen Drei Könige waren auch in Bernshausen am Seeburger See Kinder und Jugendliche im Ort unterwegs, um Spenden zu sammeln.

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Bereits im Dezember des vergangenen Jahres hatten sich die Sternsinger an zwei Nachmittagen getroffen, um sich mit der Situation der Kinder in Tansania zu beschäftigen.  Zwar gilt das Land als politisch stabil und blieb in jüngerer Zeit von Naturkatastrophen verschont. Doch das Gesundheitssystem ist wenig entwickelt – Grund für eine hohe Kinder- und Säuglingssterblichkeit.

Die Geschichte des Mädchens Sharifa, das nach einem Unfall in eine Krankenstation gebracht wird und wieder gesund wird, haben die Kinder im Aussendungsgottesdienst am Sonnabend beispielhaft nachgespielt. „Den Kindern macht gerade die Vorbereitung viel Spaß, und sie lernen einiges über die Kinder, denen es nicht so gut geht wie ihnen selber“, meint Afra Schmidt.  Gesammelt wird deshalb auch für ganz konkrete Projekte, die direkt Kindern zugute kommen.

Reigen der Zweizeiler

„Nun öffnet die Türen, die Tore macht weit. Es ist, wie ihr seht, wieder Sternsingerzeit!“ So beginnt der Sternenträger nach dem Eingangslied den Reigen der Zweizeiler. Geklingelt wird an jeder Tür, und überall werden die Kinder freundlich empfangen. Bald schon stecken etliche Scheine in der Spendenbüchse, und die Süßigkeiten-Tüte wird immer schwerer von den  leckeren Gaben. „Wir sind  noch nicht mal die Hälfte unserer Tour gelaufen und haben schon so viel“, freut sich der zehnjährige Moritz.

Der Ehrgeiz ist groß, denn jede Gruppe will am Ende die größte Summe und die meisten Süßigkeiten abliefern. Letztere werden gemeinschaftlich geteilt. „Ich finde die Aktion gut. Den Kindern wird so bewusst, wie gut es uns hier geht“, sagt Nelli Engelke, die das Sternensingen aus Russland nicht kennt.  Zwei Häuser weiter holt der 80-jährige Georg Roese einen Stuhl zu Hilfe, damit der Sternenträger den Haussegen auf die Eingangstür schreiben kann. „Wir sind zwar evangelisch, aber das Sternsingen ist eben auch eine typische eichsfeldische Tradition.“ Der Lohn dieser Tradition kann sich in Bernshausen sehen lassen: Gesammelt wurden 1784,28  Euro – das ist neuer Rekord. 

Von Birgit Freudenthal

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Empfang und Sammelaktion

Jahrhunderte alter katholischer Brauch und seit Jahrzehnten eine große Spendensammelaktion von Kindern für Kinder ist die Sternsingeraktion rund um den Dreikönigstag, den 6. Januar. Mehr als 70 Kinder und Jugendliche machten sich am gestrigen Freitag in Duderstadt auf den Weg, um für bedürftige Kinder in Tansania zu sammeln.

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