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„Street-View“ startet Ende 2010

Google „Street-View“ startet Ende 2010

Seit 2008 lenkt die Internet-Firma Google ihre mit Aufzeichnungsgeräten bestückten Fahrzeuge durch deutsche Straßen. Auch Eichsfelder haben schon Bekanntschaft mit der motorisierten Kamera-Linse gemacht. Ende 2010 sollen nun die ersten Großstädte, wie Berlin, Frankfurt und Hannover, im Internet via 3-D-Ansicht virtuell begehbar sein.

Doch wie lassen sich die laut Google „großartigen Verwendungsmöglichkeiten“ mit dem Datenschutz vereinbaren?

„Ich halte das Projekt für überflüssig, weil ich für den Normalverbraucher darin keinen unmittelbaren Nutzen erkennen kann“, meint Stefan Hoppe, Leiter der Heinz-Sielmann-Realschule Duderstadt. „Außerdem halte ich es für bedenklich, wenn Schulen online einsehbar sein sollten. Man darf den Zugriff von potenziellen Gewalttätern nicht noch erleichtern“, mahnt Hoppe an. Möglich wäre es ohne Weiteres, über das Street-View-Programm die Zugänge zu einem Gebäude oder die Umgebung eines Objekts im Internet ungestört auszukundschaften. Ob nun die Schulen das von Google in Aussicht gestellte Recht auf Widerruf und Vernichtung der betreffenden Daten nutzen oder ob sie als Körperschaft öffentlichen Rechts darauf gar keinen Anspruch haben, damit müssen sich nun die jeweiligen Schulträger auseinandersetzen.

Für bedenklich im Sinne des Missbrauchs durch Diebstahl hält Hans-Dieter Adler, Geschäftsführer der Eichsfelder Wohnungsbaugenossenschaft, die Ambitionen des amerikanischen Konzerns. Eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts glaubt Adler aber in dem Vorhaben nicht zu erkennen: „Jeder, der sich im öffentlichen Raum bewegt, kann ja auch fotografiert werden. Da sehe ich weniger ein Problem. Schwierig wird die Lage erst, wenn die Informationen zu einer Summe zusammengefügt werden. Es sind zwar nur Fotos, aber auch Datenquellen, die in falsche Hände geraten könnten.“

Vom Widerspruchsrecht Gebrauch machen will auch Franz-Josef Otto, Betreiber des Duderstädter Hotels Zum Löwen und weiterer Häuser: „Im privaten Bereich muss das nicht sein. Der Mensch wird ja immer gläserner, die Anonymität geht verloren.“ Zu intime Einblicke in den persönlichen Lebensbereich möchte der Hotelier nicht preisgeben, doch für kommerzielle Zwecke nutzen lasse sich das Programm durchaus. Otto: „Vorteile bringt es natürlich, da ein Hotel leichter ermittelbar ist und man es plastisch vor Augen hat. Ganz verhindern können wir die Technik ohnehin nicht.“

ak

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