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Studie bescheinigt gesunde, zufriedene Schüler

Eichsfeld-Gymnasium Studie bescheinigt gesunde, zufriedene Schüler

Die Schüler am Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt (EGD) fühlen sich wohl, sind relativ gesund und leben in verhältnismäßig hohem familiären Wohlstand. Aber sie langweilen sich manchmal im Unterricht. Das ergab die Auswertung der internationalen Kinder- und Jugendgesundheitsstudie – Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) 2010 – , die alle vier Jahre unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch an deutschen Schulen durchgeführt wird.

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Kaum soziale Brennpunkte, Drogen und Gewalt: Schüler des Eichfeld-Gymnasiums fühlen sich in ihrem Umfeld wohl.

Quelle: Blank

„Die Schulen werden per Stichprobe ausgewählt und von uns angeschrieben“, sagt Studienleiterin Petra Kolip, Professorin an der Universität Bielefeld. Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften organisiert in Deutschland die Durchführung der Studie. Die Auswahl der Schulen unterliege Kriterien, die eine repräsentative Aussage für Deutschland ermöglichen.

Am EGD kreuzten 176 Schüler der fünften, siebten und neunten Klassen anonym die Antworten auf dem mehrseitigen Fragebogen an, deutschlandweit waren es 22 301 Schüler an über 300 Schulen. Es ging um Essverhalten und den persönlich empfundenen Gesundheitszustand, körperliche Aktivitäten, Lebenszufriedenheit, Schule und Unterricht, soziale Unterstützung von Familie und Freunden, um den persönlich empfundenen finanziellen Rahmen, Herkunft, aber auch Mobbing, Gewalt, Sucht- und Risikoverhalten.

Als nun die Auswertung das EGD erreichte, war Schulleiter Thomas Nebenführ erfreut darüber, dass es seinen Schülern im deutschlandweiten Vergleich überdurchschnittlich gut zu gehen scheint. So stellte man fest, dass am EGD nur wenig Jugendliche rauchten, aggressiv seien oder unter Gewalt litten. Auch die Belastung in der Schule wurde von den meisten als gering eingestuft, dafür die Unterrichtsqualität und das Wohlbefinden in der Schule als hoch. Im mittleren Drittel lag man allerdings mit der Langeweile im Unterricht und bei der Beurteilung, ob die Lehrer gut erklären könnten.

Durchschnittlich fielen auch der Alkohol- und Medienkonsum aus, Mobbing-Erfahrungen und die gesunde Ernährung. Von den befragten EGD-Schüler waren 98 Prozent in Deutschland geboren, und 76 Prozent schätzen ihren familiären Wohlstand als hoch ein (in ganz Deutschland 55 Prozent). Dagegen hielten nur drei Prozent ihren Wohlstand für niedrig (in ganz Deutschland elf Prozent).

Auf die Frage, ob das EGD die „heile Welt“ symbolisiere, betonte Nebenführ, dass es auch hier Probleme gebe, aber anscheinend nicht so viele wie in anderen Städten und Regionen. „Im Eichsfeld herrscht noch ein Zusammenhalt in Kultur und Tradition, was auch eine positive Auswirkung auf das Familienleben und die soziale Integration hat“, so der Schulleiter. Aber auch die gute Arbeit in den Eichsfelder Grundschulen gebe den Schülern eine Basis an den weiterführenden Schulen.

In den Bereichen, wo man laut Studie nur durchschnittlich abschneide, sei man ohnehin dabei, einige Veränderungen in die Wege zu leiten. So wolle das EGD zukünftig das Doppelstunden-Konzept umsetzen, also weg vom 45-Minuten-Rhythmus der Schulstunden. Damit solle Schülern und Lehrern die Möglichkeit gegeben werden, intensiver und ohne Unterbrechung die Unterrichts-Themen zu behandeln. Außerdem sollten die verschiedenen Präventions-Programme so aufeinander abgestimmt werden, dass sie ineinander greifen und sich gegenseitig ergänzen. „Unsere Bemühungen gehen in Richtung Ganztagsschule. Damit hätten auch Schüler mit schwierigen sozialen Verhältnissen ähnliche Chancen wie Schüler, die von zu Hause unterstützt werden. Aber dieses Ziel liegt nicht allein in unserer Hand“, so Nebenführ.

Die Zusammenfassung der Ergebnisse für alle an der Studie teilnehmenden deutschen Schulen würde laut Studienleiterin Kolip erst in einigen Monaten vorliegen und veröffentlicht werden. Ziel der Studie ist es, Handlungsbedarf in verschiedenen Themenfeldern und zeitliche Trends einzuschätzen und Hauptzielgruppen für Präventions-Programme zu identifizieren.

Von Claudia Nachtwey

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