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Suche nach den Grabsteinen des jüdischen Friedhofs

Duderstadt Suche nach den Grabsteinen des jüdischen Friedhofs

Die Mitarbeiter der Geschichtswerkstatt Duderstadt suchen Zeitzeugen aus dem Kriegsjahr 1942. Sie wollen den Verbleib der Grabsteine des jüdischen Friedhofs erforschen. 1942 wurde der Friedhof auf Anweisung der Kreisleitung der NSDAP entfernt. Die Steine sind seitdem verschwunden.

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Der jüdische Friedhof in Duderstadt: Nur die Gedenksteine erinnern an die Verstorbenen.

Quelle: Victoria Lueder

Duderstadt. Die Mitarbeiter der Geschichtswerkstatt Duderstadt suchen Zeitzeugen aus dem Kriegsjahr 1942. Sie wollen den Verbleib der Grabsteine des jüdischen Friedhofs erforschen. 1942 wurde der Friedhof auf Anweisung der Kreisleitung der NSDAP entfernt. Die Steine sind seitdem verschwunden.

Nachdem Mitglied Götz Hütt sein aktuelles Buch „Eine deutsche Kleinstadt nach dem Nationalsozialismus“ der Öffentlichkeit vorgestellt hatte, seien auch die weiteren Ziele der Geschichtswerkstatt vorgestellt worden, unter anderem die Suche nach den Grabsteinen des jüdischen Friedhofs. Darauf habe sich ein Zeitzeuge gemeldet, der den Tipp gab, die Grabsteine könnten bei einem der Brehme-Wehre hinter der Obermühle in Richtung Ecklingerode verbaut worden sein, berichtet Hans Georg Schwedhelm von der Geschichtswerkstatt. Dies sei der Anlass, nach weiteren Zeitzeugen zu suchen, um eventuell genauere Angaben zu erhalten. „Es ist natürlich nicht möglich, auf gut Glück dort Grabungen vorzunehmen und die Wehre abzubauen“, sagt Schwedhelm, hofft aber auf weitere Informationen.

Der jüdische Friedhof ist 1871 an der heutigen Bundesstraße in Richtung Mingerode geschaffen worden. Im Juli des Jahres wurde das Areal umzäunt. Zuvor fanden auch schon Beerdigungen von jüdischen Einwohnern der Stadt Duderstadt dort statt. 1942 hatte die Kreisleitung der NSDAP die Anweisung gegeben, die Einfriedung und die Grabsteine zu entfernen. Der Friedhof sollte bepflanzt und damit unkenntlich gemacht werden, mit dem Ziel, die Geschichte der jüdischen Gemeinde auszulöschen, erklärt Hütt. Im Jahr 1953 ist dort ein Gedenkstein errichtet worden. „Wir sind davon ausgegangen, dass die Grabsteine für irgendeine Baumaßnahme in der NS-Zeit verwendet worden sind. Hierbei dachten wir zum Beispiel an den Bunkerbau auf dem Grundstück der Synagoge oder auf dem Herwig-Böning-Platz in Duderstadt“, sagt Hütt. Nach den neuen Hinweisen des Zeitzeugen, der als Kind die NS-Zeit erlebte, sollen nun weitere Informationen über den Verbleib der Grabsteine gesammelt werden. Ansprechpartner ist Hans Georg Schwedhelm, Telefon 05527/ 72042.

Von Claudia Nachtwey

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