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„Tante Erna war immer unsere Anlaufstelle“

101. Geburtstag „Tante Erna war immer unsere Anlaufstelle“

In Hilkerode im Hotel Zum Holztal feierte Erna Ballhausen am gestrigen Sonntag ihren 101. Geburtstag. Eine Hannoveranerin mit Eichsfelder Wurzeln.

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Blickt auf ein langes Leben voller Erinnerungen: Erna Ballhausen im Kreis der Familie auf ihrem 101. Geburtstag.

Quelle: Tietzek

Als der Eichsfelder Maurerpolier Albert Ballhausen den katholischen Ball in Hannover besuchte, passierte es: Er verliebte sich in die junge Erna Meyer – das einzige dort anwesende evangelische Mädchen. Das wäre damals, Mitte der dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, ein Skandal in vielen Eichsfelder Familien gewesen. „Aber ich wurde gleich bei meinem ersten Besuch in Langenhagen herzlich aufgenommen“, erinnert sich heute Erna Ballhausen.

Das Paar lebte nach der Heirat weiterhin in Hannover, wo auch Sohn Klaus geboren wurde. Albert Ballhausen hatte hier eine Anstellung als Maurerpolier und später als Berufsschullehrer. Das war Glück für die Familie. „Wir waren jede Ferien im Eichsfeld. Mein Schwiegervater Franz Ballhausen hatte eine Landwirtschaft. Er war immer ganz stolz, wenn er uns mit der Pferdekutsche vom Bahnhof in Rhumspringe abholen konnte“, erinnert sich Erna Ballhausen. Sie kam selbst vom Land, war gebürtig in Nienburg an der Weser, und konnte alle Arbeiten verrichten, die in der Landwirtschaft anfielen. Sie half bei der Heuernte, beim Kartoffelroden und schleppte in der Kiepe das Frühstück auf das Feld. „Ich habe meine Eltern sehr früh verloren. Die Familie meines Mannes wurde zu meiner Familie. Besonders in den Kriegszeiten, als mein Mann eingezogen wurde, ist der Zusammenhalt sehr stark geworden“, erzählt die Altersjubilarin.

Der innige Kontakt blieb auch bestehen, nachdem Albert Ballhausen im Jahr 1952 gestorben war. „Tante Erna war immer die Anlaufstelle für alle“, bestätigt ihre Nichte Irmgard Schäfer und lächelt der Jubilarin zu. Die blickt über die vollbesetzten Tischreihen und ist sichtlich gerührt. „Es sind alle gekommen, niemand hat abgesagt“, freut sie sich. Ihr Sohn und die Familie mit den Eichfelder Wurzeln seien das wichtigste in ihrem Leben.

Von Claudia Nachtwey

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