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Auch Pferde leiden unter Rückenschmerzen

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Auch Pferde leiden unter Rückenschmerzen

Auf dem Gelände des Nesselröder Reitvereins St. Georg wirkt um diese Jahreszeit alles noch winterlich ruhig. Nur in der Halle trainieren bereits einige Reiter ihre Pferde im Freispringen. Ähnlich wie beim Menschen kann es aber auch bei Pferden aus verschiedenen Gründen zu Einschränkungen im Bewegungsapparat kommen. Dann wird Charlotte Hagen um Hilfe gebeten. Ihr Beruf ist Pferdeosteopathin.

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Fingerspitzengefühl gefragt: Mit routinierten Griffen wird die Wirbelsäule von Stute Prinzesschen abgetastet.

Quelle: Blank

Dabei betont sie jedoch, dass ihre Behandlungsform nicht den Tierarzt ersetzt: "Ich kann keinen Husten oder Entzündungen kurieren. Die Methoden des Tierarztes und des Osteopathen kommen sich nicht in die Quere." Wenn Hagen ein Pferd behandelt, knackt nichts. Die zierliche Stute Prinzesschen steht gelassen auf dem Außenplatz, während die Osteopathin die langen Pferdebeine nach vorn zieht und im letzten Moment etwas Druck ausübt.

 

Alles im Griff

 

Beim Griff unter den Bauch wölbt das Tier den Rücken auf und senkt den Kopf. Nur die Pferdeohren verfolgen die Bewegungen der Frau, die nun die Wirbelsäule abtastet. Überrascht schaut die Stute, als ihr großer Kopf vorsichtig zur Seite gedreht wird. Doch auch das scheint ihr gut zu tun. Schnaubend bedankt sie sich.

 

Osteopathie heißt übersetzt "Knochenleiden" und betrachtet die funktionierende Einheit des Körpers. "Störungen und Bewegungseinschränkungen im Skelett können Symptome an verschiedenen Organen und Muskeln auslösen", erklärt Hagen. Umgekehrt sei es möglich, dass ein Zahnleiden den Kiefer verändere und das Auswirkungen durch die Wirbelsäule bis ins Becken zeige. Hier kann der Zahnarzt helfen, den es auch für Pferde gibt.

 

Die Ursache für Rückenschmerzen könne bei Pferden ein schlecht sitzender Sattel sein, so dass die Zusammenarbeit mit dem Sattler notwendig werde. "Erst wenn die Ursachen für die Schmerzen erkannt sind, hat meine Behandlung einen Sinn", weiß Hagen. Da sie auch eine Ausbildung als Krankengymnastin und Physiotherapeutin für Menschen hat und außerdem Pferdewirtin ist, erkennt sie nicht nur Schmerzursachen bei Pferden, die durch falsches Reiten entstanden sind, sondern kann ihre Erfahrungen auch im muskulösen Bereich nutzen. Sie bedauert allerdings, dass Pferdeosteopath noch keine geschützte Berufsbezeichnung ist. "Leider gibt es viele Scharlatane. Es ist unseriös, mit einer schlechten Ausbildung den Pferden und Menschen nicht helfen zu können und ihnen nur das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das verleiht diesem Beruf ein negatives Image", beklagt sie die unzulänglichen Regelungen. Sie selbst hat ihre Ausbildung am Deutschen Institut für Pferdeosteopathie (DIPO) absolviert, was auch die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) anerkennt.

 

Prinzesschen wird in den Stall zurückgeführt. Nicht immer hat Hagen ihre Patienten vor der Haustür. Ihr Kundenstamm erstreckt sich über die ganze Region. "In der Reiterwelt ist Mundpropaganda wichtig", weiß sie. Mit ihrem umfangreichen Wissen und dank der guten Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten konnte sie schon vielen Pferden helfen. Auch in der Tiermedizin gibt es nicht nur bittere Pillen zur Heilung.

Von Claudia Nachtwey

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