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Aufladen, umkippen und zusammenpressen

„Morgens um 10 im Eichsfeld“ Aufladen, umkippen und zusammenpressen

In einer Serie besucht das Eichsfelder Tageblatt morgens um 10 Uhr Orte und Menschen in der Region. Heute: unterwegs mit den Müllwerkern in Duderstadt.

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Starke Presse: Nachdem die Bio-Tonnen ausgekippt sind, landet der Bio-Abfall komprimiert im Lastwagen-Inneren.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Aufgereiht an der Straße stehen volle, grüne Tonnen, die darauf warten, von den Müllwerkern geleert zu werden. Die Sonne scheint bei angenehmen 20 Grad. „Das ist das ideale Wetter für uns“, sagt Müllwerker Steffen Tomczak. Brütend heiße Tage seien Mist. Schnee auch. Und Regen sowieso. Wenn es warm und feucht ist, stinke der Müll besonders. „Aber daran bin ich mittlerweile gewöhnt, das stört mich überhaupt nicht“, meint der 38-Jährige.

Morgens um zehn Uhr im Eichsfeld - wir besuchen Orte, die nicht jeder zu Gesicht bekommt. Heute: die Müllabfuhr.

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Er hat gerade eine Tonne auf die Halterung hinten am Müllwagen gestellt. Per Knopfdruck wird sie gekippt und ergießt ihren Inhalt in die Müllpresse im Wageninneren, die direkt anspringt. Tomczak nimmt die Tonne wieder runter, stellt sie zurück an den Straßenrand, schwingt sich auf den Sprossentritt, und weiter geht die Fahrt.

Seit 22 Jahren auf dem Müllwagen

Josef Beckmann sitzt vorne im 320-PS-Mülllastwagen und beobachtet auf dem Bildschirm, was hinter dem Wagen passiert. „Ich schaue auch in die Seitenspiegel und wenn ich sehe, dass der Kollege wieder auf dem Tritt steht, fahre ich zur nächsten Tonne“, erklärt der 64-Jährige, der drei Monate vor dem Rentenbeginn steht. Seit 22 Jahren steuert er den Müllwagen. „Früher war das anstrengender. Da hatte der Müllwagen sechs Reifen und ein Schaltgetriebe“, sagt er. Sein jetziger Truck fährt auf vier Reifen und hat auch hinten eine Lenkachse. „Dadurch ist der Wagen genauso wendig wie ein Pkw und ich komme viel leichter um Kurven.“ Außerdem hat die moderne Müllwagen-Variante ein Automatikgetriebe. Auch das erleichtert die Arbeit.“

Beckmann

Quelle:

Der Müllwagen fährt Am Euzenberg entlang. „Bei kleineren Straßen, holen wir die Tonnen auf beiden Seiten gleichzeitig ab, bei größeren Straßen mit viel Verkehr jeweils nur einseitig“, erklärt Beckmann. Am Euzenberg fährt Beckmann auf der linken Seite dem Verkehr entgegen. Die wenigen Autos, die ihm entgegenkommen, warten ruhig und fahren dann am orangen Lastwagen vorbei. „Es meckert eigentlich nie jemand. Würde auch nichts bringen“, sagt Beckmann gelassen. Er selber setzt sehr selten seine Hupe ein. „Nur wenn jemand so anhält oder parkt, dass wir nicht vorbei- oder an die Tonnen rankommen.“

Erste Tagestour von sechs bis elf Uhr

Auf seiner ersten Tagestour von sechs bis elf Uhr sammelt er nur Biotonnen ein. „Wir können allerdings nicht in die Tonnen reingucken und prüfen, ob die Leute den Müll auch richtig trennen“, erklärt Tomczak. Den Inhalt der grünen Tonnen fährt Beckmann auf die Deponie bei Breitenberg. Auf der zweiten Tour sind die schwarzen Großbehälter dran, so genannte Eins-Einser. Deren Inhalt kommt auf die Deponie in Deiderode.

Derweil fährt Beckmann an einer grünen Tonne vorbei. „Die steht an der Hauswand,  und aufs Grundstück dürfen wir gar nicht drauf“, erklärt der Müllwerker. Nur Tonnen, die an der Straße stehen, werden auch entleert. Hinten auf dem Tritt hält sich Tomczak fest, heute fährt auch Tageblatt-Fotograf Oliver Thiele mit. „In den Kurven muss man sich gut festhalten, da wirkt die Fliehkraft“, sagt Thiele. Schneller als 30 Kilometer pro Stunde kann der Müllwagen nicht fahren, wenn die Sprossen ausgeklappt sind, rückwärts fahren geht dann gar nicht. „Da geht der Wagen sofort aus“, sagt Beckmann. Der Sicherheit wegen. Dazu gibt es hinten am Wagen noch einen Notausschalter, den Tomczak drücken kann, wenn etwas passiert. Passiert aber nicht.

Um 10.45 Uhr haben Beckmann und Tomczak die letzte grüne Tonne in Duderstadt geleert, gegen 14 Uhr werden sie auch die schwarzen Tonnen geschafft haben. Dann ist Duderstadt müllfrei – zumindest für einen Tag.

mke

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