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Bären-Schmaus: Viel Gemüse und Hundepellets

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Bären-Schmaus: Viel Gemüse und Hundepellets

Ziegen, Wölfe, Wellensittiche - der Bärenpark in Worbis hat mehr zu bieten als die mächtigen Raubtiere. Für die Mitarbeiter des Parks bedeutet das aber auch viel Arbeit. 

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Winterquartier: Bärin Emma gräbt an ihrer Höhle.

Quelle: Swen Pförtner

Martina Lagemann steht an der Pforte zum Park und klappert mit dem Schlüsselbund. "Genau das passiert hier jeden Morgen um 10 Uhr: Dann machen wir auf", begrüßt uns die Pressesprecherin gutgelaunt. Mitarbeiterin Britta Scharf steht ebenfalls am Eingang, sie hat heute Kassendienst. Da aber noch kein weiterer Besucher in Sicht ist, wird sie im der Kasse angegliederten Bären-Shop aktiv. "Ich tüte noch die letzten bestellten Bären-Kalender ein, damit sie rechtzeitig ankommen", erklärt Scharf. Auf dem Weg zu den echten Bären werden die Besucher hier im Shop erst einmal von kleinen und großen Plüsch-Bären verzaubert - kuschelige Erinnerungen an einen Park-Tag.

Auf dem Weg zum Bärenareal geht es durch die Wellensittich-Voliere. Hier genießen unzählige "Hansis" und "Putzis" - viele von ihnen wurden ausgesetzt - einen unbeschwerten Lebensabend. "Wir haben die größte Wellensittich-Voliere Deutschlands", weiß Lagemann, weist damit aber auch auf das oft große Leid dieser zarten, gefiederten Wesen hin.

Vorbei an freilaufenden Pfauen und keck über das Gatter lugenden Ziegen und Schafen sowie faul in Bäumen hockenden Waschbären kommt das Bären-Freigelände in Sicht. "Heute wird die Bärenfütterung ab 10 Uhr vorbereitet. Das ändert sich von Tag zu Tag, denn Füttern ist bei uns Therapie", erläutert die Pressesprecherin. Wechselnde Fütterzeiten und -orte lassen bei den gewaltigen Pelztieren keine Routine und damit keine Langeweile aufkommen. "Ein Bär ist 15 Stunden am Tag mit der Futtersuche beschäftigt, da müssen wir uns doch immer wieder was Neues einfallen lassen." Zwölf Bären leben zur Zeit im Worbiser Park, einige durchstreifen in Sichtweite das Gehege, denn für die Winterruhe ist es laut Lagemann zu feucht und noch zu mild. Nur wenige Meter vom Zaun entfernt schaufelt einer der Braunbären große Mengen Erde hinter sich: Emma baut sich eine Höhle, genau passend für sie, quasi auf Konfektionsgröße. Denn nur so hält der Bau bei Minusgraden dauerhaft die Wärme.

Im Bärenhaus bereitet Tierpfleger Denis Wlodarczyk die Bärenmahlzeiten vor: viel Obst und Gemüse, im Sommer auch mal ein Kalb und Fisch. Im Winter gibt es Hundepellets, die der Tierpfleger mit Schaufel und Schwung in den Gehegen verteilt: Da muss ein hungriger Bär lange suchen und ist so stundenlang beschäftigt.

Weniger gemütlich geht es bei den Wölfen zu: Ruhelos streift das Rudel umher, wechselt von Areal zu Areal - und ärgert auch gern mal die Petze. "Durch sie haben die ehemaligen Käfig-Bären wieder das Laufen gelernt", freut sich Lagemann, die nach ihrem Inspektionsgang - wie jeden Tag - wieder an den vollen Schreibtisch muss.

Von Anne Eckermann 

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