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Beckham und "Schweini" sind haarige Vorbilder

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Beckham und "Schweini" sind haarige Vorbilder

"Männer gehen, weil sie müssen, Frauen, weil sie wollen": Iris-Schwetschenau Kopp kennt die meisten Kunden haargenau. Wenn die Obermeisterin der Friseur-Innung Duderstadt ihr Geschäft aufschließt, dauert es nicht mehr lange, bis die Arbeit beginnt. Nach einem kurzen Smalltalk mit Gesellin Sandra Ulbricht und einer Auszubildenden "legen wir los".

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Hat Freude an ihrem Beruf und Umgang mit Menschen: Sandra Ulbricht mit Kundin Irene Esseln.

Quelle: Walliser

Die meisten Kunden haben sich einen Termin reservieren lassen. Ähnlich wie bei der Motivation, ein Friseurgeschäft aufzusuchen, gibt es auch hier Unterschiede zwischen den Geschlechtern. "Frauen kommen am liebsten vormittags zu uns, Männer eher abends oder am Sonnabend."

 

Bevor Schwetschenau-Kopp und ihr Team mit der eigentlichen handwerklichen Arbeit beginnen, werden sie einem oftmals "sehr großen Beratungsbedarf" gerecht. "Viele Kunden zeigen uns Bilder und sagen, dass sie dieselbe Frisur wie die dort abgebildete Persönlichkeit haben wollen", erzählt die Meisterin. Am häufigsten gezückt werde das Bild von Victoria Beckham. Eine Vorbildfunktionen für viele Eichsfelderinnen hat auch die Frisur von "Bauer sucht Frau"-Moderatorin Inka Bause.

 

Fußballer Trendsetter

 

Bei den Männern sind oft Fußballstars haarige Trendsetter, beobachtet Schwetschenau-Kopp. So wollten gerade nach den vergangenen Europa- und Weltmeisterschaften zahlreiche Eichsfelder wie Michael Ballack oder Bastian "Schweini" Schweinsteiger aussehen. Aufgabe eines Friseurs sei es nun, die Wünsche und die haarigen Kapazitäten der Kunden in Einklang zu bringen.

 

Von einem Angehörigen dieses Berufsstandes würden aber weit mehr als nur handwerkliche Fähigkeiten verlangt. "Man muss kommunikationsfreudig sein", beschreibt Schwetschenau-Kopp eine wichtige Eigenschaft. Schließlich seien Friseure oftmals auch Vertraute und Psychotherapeuten für die Kunden, "die sich etwas von der Seele reden wollen". Dies seien oftmals familiäre Dinge. "Diskretion steht für uns an erster Stelle", betont die Meisterin in diesem Zusammenhang. Die verschiedenen Herausforderungen und Aufgaben machen auch für Sandra Ulbricht das Besondere an diesem Beruf aus, den sie inklusive Lehrzeit bereits zwölf Jahre ausübt. Sie hat sich für dieses Handwerk entschieden, "weil man viel mit Menschen zu tun hat und kreativ arbeiten kann".

 

Morgendliche Pflichtlektüre für das Team des Fachgeschäftes ist die Lokalzeitung. Ereignisse im Eichsfeld sind im "Haarstübchen" ebenso ein Thema wie die große Weltpolitik. Aus der Region bewegt derzeit die Debatte um die Zukunft der Duderstädter Fußgängerzone besonders stark die Gemüter. "Die Mehrheit ist für eine einseitige Öffnung wie in Bad Lauterberg", hört die Inhaberin aus den Gesprächen heraus. Für kontroverse Diskussionen sorgt auch die Entwicklung im Bereich des neuen Einzelhandelszentrums Feilenfabrik.

 

Einigkeit besteht bei den Mitgliedern der Friseur-Innung Duderstadt, dass dieser Zusammenschluss weiterhin eigenständig bleiben sollte. "Wir sind wie eine Familie. Zu den Innungsversammlungen kommen alle und die Beschlüsse, die wir fassen, sind auf die Situation im Eichsfeld zugeschnitten. Wir wollen so lange, wie es geht in diesem kleinen Kreis bleiben", bringt die Obermeisterin den Wunsch der Innung auf den Punkt.

 

Für die Zukunft ihres Geschäftes hofft Schwetschenau-Kopp, "dass die Wirtschaftskrise mich nicht ganz doll erwischt, dass ich mich wie ein Aal durchschlängele und die Mitarbeiter erhalten bleiben.

Von Axel Artmann

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