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Currywurst seit 50 Jahren und zu jeder Tageszeit

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Currywurst seit 50 Jahren und zu jeder Tageszeit

Wer bereits morgens um zehn Uhr Hunger auf etwas Deftiges hat, ist bei Bratwurst Leinemann genau richtig. Helga Ehrhardt steht um diese Uhrzeit seit einer Stunde in der Imbissbude und bruzzelt fleißig Bratwürste. "Es müssen immer genug vorrätig sein, damit es schnell geht, wenn ein Kunde kommt", erklärt sie, warum fünf braungebrannte Bratwürste auf der Warmhaltefläche liegen, obwohl gerade kein Kunde da ist. "Im Winter läuft es morgens nicht ganz so gut wie im Sommer", berichtet sie. Hauptstoßzeiten seien über die Mittagsstunden und am späten Nachmittag. "Und freitags und sonntags ist besonders viel los."

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Eine Prise Curry gehört zum Klassiker: Sie wird auf die heiße Soße gestreut.

Quelle: Tietzek

Doch schon im gleichen Augenblick kommen die nächsten hungrigen Gäste durch die Tür. "Zwei Brat-Curry mit Pommes", bestellt Yvonne Rosenthal für sich und ihren Mann. Das Osteroder Ehepaar kommt gerade aus Göttingen und ist auf dem Heimweg. Im Imbiss an der Bundesstraße 27 machen sie einen Zwischenstopp. "Ich gehe lieber mal `ne Currywurst essen als zu Mc Donald's", meint Axel Rosenthal, der im gleichen Atemzug beklagt, dass es heutzutage zu wenig Bratwurstbuden gebe. Die Currywurst sei einfach ein tolles Gericht und schmecke zu jeder Tageszeit, sind sich Rosenthals einig.

 

Eine Prise Curry

 

Inzwischen hat Helga Ehrhardt, die seit über 25 Jahren bei Leinemann arbeitet, die Bratwürste im Cutter zerkleinert, die heiße Currysoße hinzugegeben und das ganze mit einer Prise Curry verfeinert. Na dann: "Guten Appetit". Bei Bratwurst Leinemann werden zwei genauso klassische wie deftige Varianten serviert. Neben der Brat-Curry aus Bratwurst gibt es die Riesencurry. "Das ist eine Bockwurst, die fünf Minuten lang frittiert wird", erklärt Ehrhardt. Die Currysoße müsse auf jeden Fall heiß sein, sonst schmecke es nicht. Was drin ist, wird nicht verraten: "Geheimrezept".

 

Nach und nach kommen weitere Kunden. Mal sind es zwei Stammkunden, die bei einem kleinen Plausch ihren Kaffee trinken. Mal ist es der hungrige Strohwitwer, der am frühen Morgen ohne Frühstück aus dem Haus ist. Auch ein "Experte" aus dem Ruhrgebiet macht auf seiner Durchreise Station. Er berichtet von Currywurstbuden an jeder Ecke im Ruhrpott, dass die Currywurst dort von ihren Liebhabern kurz und bündig C-Wurst genannt werde, und dass es fast überall den "Schimanski-Teller", also Currywurst mit Pommes, gebe.

 

Ruhrpott, Hamburg oder Berlin? Bis heute streiten sich Currywurst-Fans darüber, wer ihr liebstes Gericht erfunden hat. Schriftsteller Uwe Timm beschreibt in seiner Novelle "Die Entdeckung der Currywurst", wie seine fiktive Protagonistin im Hamburg der Nachkriegszeit das neue Rezept per Zufall kreierte. Heute gilt jedoch als gesichert, dass die Berlinerin Herta Heuwer im September 1949 die erste Currywurst Deutschlands in ihrer Bratwurstbude in Berlin-Charlottenburg verkauft hat. Ihr spezielles Soßenrezept ließ sie sich am 21. Januar 1959, also heute vor 50 Jahren, unter dem Namen "Chillup" patentieren. Chillup, das ist ein Wortspiel aus Chili und Ketchup. Seitdem ist die Currywurst aus den Imbissen und Bratwurstbuden Deutschlands nicht mehr wegzudenken, und so mancher Feinschmecker wurde von ihrem würzigem Charme überzeugt.

Von Björn Dinges

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