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Dämpfpuppe bringt jedes Hemd sofort in Form

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Dämpfpuppe bringt jedes Hemd sofort in Form

Zehn Uhr, Kunden mit Kleidung auf dem Arm kommen in die Reinigung und laden diese auf den großen Tresen. Dahinter steht Anja Fasshauser, begrüßt die Kundschaft und nimmt die Kleidung entgegen. "Wir haben keine externen Annahmestellen", erklärt Reinigungsbetreiber Alfred Fasshauser junior. 

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Falten haben keine Chance: Anja Fasshauer bestückt die Dämpfpuppe, auf der jedes Hemd sofort in Form kommt.

Quelle: Thiele

Nur durch direkte Annahme in Reinigung und Wäscherei könnten die Kundenwünsche optimal und ohne Umwege angenommen und ausgeführt sowie Beratung geboten werden. Gerade, wenn bei Abholung noch Wünsche offen seien, könne sofort darauf reagiert werden. Schon seit 1965 besteht der Reinigungs- und Wäschereibetrieb in der Brehmestadt. "AlFa" ist dabei ein Akronym, das für Alfred Fasshauer steht, denn schon der Firmengründer und Vater hieß so. Bereits in die dritte Generation ist dieser Name weitergegeben worden: an den Sohn von Alfred und Anja Fasshauer. Die 38-Jährige und der 41-Jährige sind beide vom Fach und kennen sich bereits aus ihrer Ausbildung zum Reiniger/Wäscher. Der Betrieb habe sich ursprünglich in der Wildunger Straße, in der "Neuen Heimat" befunden, sei dann umgezogen in den Nahkauf-Markt am Schützenring (heute Rewe-Center) und 1993 dann zum heutigen Standort an den Wolfsgärten.

Handy-Rettung

Reges Treiben herrscht in den Räumen, denn ein Team aus elf Personen beseitigt hier auch die kleinsten Flecken und bringt Falten da hin, wo sie hingehören. An einem Tisch bereitet Claudia Keller Jacken vor: bevor diese in die Reinigungsmaschine kommen, hat sie für Flecken aller Art - vom Kragenspeck bis zum Kugelschreiber-Strich - das richtige Mittel samt entsprechender Bürste. Zur Vorbereitung werden auch die Taschen noch einmal kontrolliert, und so ist schon manches Handy und Portemonnaie "gerettet" worden.

Der Unterschied zwischen Nass- und Trockenreinigung ist, dass bei ersterem Wasser das Lösungsmittel sei, bei letzterem Perchlorethylen, in der Fachsprache kurz "Per" genannt. Das nämlich sei besonders schonend, weil es, im Gegensatz zu Wasser, die Fasern nicht aufschwemme. Als Beispiel nennt Fasshauer das berühmte Taschentuch in der Waschmaschine, das die ganze Waschladung verflust. Aus der Trockenreinigung komme es exakt so wieder heraus, wie es in der Hosentasche vergessen worden sei. "In der chemischen Reinigung blutet Kleidung auch weniger aus", erklärt er und meint mit "Ausbluten" den Farbverlust bei der Wäsche.

Ein grau lackierter Koloss von 2,8 Tonnen Leergewicht stellt das neue Herzstück des Betriebes dar. Eine chemische Reinigungsmaschine im Wert von rund 100000 Euro arbeitet hier als zweite ihrer Art in der ganzen Bundesrepublik. Vier Arbeitstage und Nächte habe es gedauert, bis sie installiert war, weitere Woche bis das Computersystem programmiert war. Denn, so Fasshauer, in dieser Steuerung liege ihre Besonderheit: Aus zahlreichen Kanistern zieht sie - programmgemäß - was an Reinigungszusätzen nötig ist. Und sie besitzt drei Per-Tanks. Den Reintank mit unbenutztem Per und zwei Arbeitstanks, in denen ausdestilliertes Per zur Weiterverwendung lande - getrennt nach heller und dunkler Kleidung. Das sei wichtig für die Qualität der Reinigung und Schonung der Wäsche. Was die Maschine an verschmutztem Per ausspuckt wird von einer Recycling-Firma abgeholt und aufgearbeitet.

Puppen helfen mit

An den Bügeltischen, ausgestattet mit Absaug- und Gebläse-Vorrichtungen wird die gereinigte Wäsche geglättet und kontrolliert. Auf so genannten Dämpfpuppen, verstellbaren Oberkörper-Nachbildungen mit Dampfdüsen, kommen Hemden in Form. Eine besonders moderne Variante davon, der "Hemden-Finisher", vermag selbiges roboterartig fast wie von Zauberhand zu erledigen.

In einem speziellen Raum arbeiten zwei für die gesamte Anlage wichtige Maschinen. Der Dampferzeuger, der Bügeleisen, -tische und Mangeln sowie Dämpfpuppen versorgt, sowie eine Enthärtungsanlage, die, je nach Bedarf, das in Duderstadt ziemlich harte Leitungswasser, enthärtet. Naturgemäß herrscht hier eine mollige Temperatur. So ist dieser Raum auch besonders schonender Trocknungsort für Wäsche, die nicht in den Trockner darf.

Überall stehen Rollwannen mit Kleidung und beschriftet mit der vorgesehen Temperatur, damit nichts auf dem Boden landet oder in der falschen Maschine. Zum Teil tragen die Kleidungsstücke nicht nur Nummern, sondern auch Namen auf ihren Etiketten. "Das gehört zu unserem Kundenkarten-Service", erklärt Fasshauer. Gemeint sind die rund 6100 im Umlauf befindlichen Kundenkarten, mit denen die Kunden sparen und zahlen können. Mit Ordnung und Sauberkeit sorgt das Team bei Alfa auch schon morgens um 10 Uhr dafür, dass der Kunde die Kleidung möglichst schnell - teils noch am selben Tag - wiederbekommt.

Von Matthias Monecke

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