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Der schwarze Sauber-Mann als Glückssymbol

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Der schwarze Sauber-Mann als Glückssymbol

Mit einer lockeren Handbewegung schwingt Schornsteinfegermeister Michael Kohlrautz den Leinenbesen über seine rechte Schulter; auf der Linken ruht ein Schwenkeisen und wartet auf den Arbeitseinsatz. Sein Vorgesetzter, Bezirksschornsteinfegermeister Ronald Weber, packt noch schnell den Stoßbesen, sowie den Rußsack ein, bevor sie gemeinsam das Haus von Magret Sommer in Brochthausen ansteuern.

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Über den Dächern Brochthausens: Michael Kohlrautz sorgt für saubere Kamine und Sicherheit. 

Quelle: SI

Die beiden Kaminkehrer sind über die warmen Sommermonate unterwegs zu Kehrarbeiten. Ganz traditionell gekleidet mit Zylinder und der langen, hochgeschlossenen und schwarzen Arbeitskleidung, begeben sie sich in das Obergeschoss des Sommerschen Hauses und machen sich sogleich an ihre Arbeit.

 

Schwarze Hand

 

Klappe auf, Besen in Richtung Schornsteinöffnung stoßen, mit Hilfe der Eisenborsten an der Besenspitze den Ruß aus dem Schacht auskratzen, Besen raus. Die Hand des Bezirksschornsteinfegermeisters ist sofort schwarz von dem herabrieselnden Ruß. Nun kommt der sogennannte Leinenbesen zum Einsatz, der langsam in den Schacht hinabgelassen wird um ihn genauso langsam wieder aus dem Dunkel zu befreien. Klappe zu. Dann hinunter zu dem tiefsten Punkt des Schachts, meist Untergeschoss des Hauses, erneut die Klappe öffnen und den schwarzen Staub in den Rußsack kehren. Der Schornstein ist wieder rein.

 

Heizen und sparen

 

Während seiner Gesellenzeit hat Weber an die 30 Betriebe durchlaufen und konnte dabei viele Erfahrungen sammeln. Auch ein zusätzliches Seminar über Energieberatung habe er besucht und berät nun auf Wunsch seine Kundschaft in Energiesparfragen. Dabei gibt er Tipps zum richtigen Heizen mit festen Brennstoffen, denn auch Holzheizen sollte laut Weber erstmal gelernt sein.

 

Gerade bei falschem Umgang mit Feuerstätten bilde sich enorm viel Ruß, weiß Weber. Wenn die wichtigen Reinigungsarbeiten in den Schornsteinen nicht regelmäßig durchgeführt würden, so bestünde unmittelbar die Gefahr eines Brandes. Der abgelagerte Ruß ist nämlich nichts weiter als Kohlenstoff und erreicht bei einem Brand eine Temperatur von nahezu 1000 Grad Celsius.

 

Trotz der jahrelangen Routine ist Schornsteinfeger Weber mit seiner Berufswahl bis heute zufrieden: "Wenn auch ein jeder Schornstein dem anderen gleicht, sind es doch die Kundenkontakte, die diese Arbeit so abwechslungsreich machen." Darum habe der Beruf täglich neue Facetten zu bieten. Weber betreut mit seinen Kollegen derzeit rund 2400 Haushalte, deshalb werde der Arbeitstag nie langweilig. Außerdem sitze auch ein Bezirksschornsteinfegermeister jeden Tag nach dem Kehren noch mindestens drei bis fünf Stunden im Büro am Schreibtisch.

Von Désirée Grobecker

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