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„Es geht um Bewegung und Körperwahrnehmung“

Neue Krippengruppe im Breitenberger Kindergarten „Es geht um Bewegung und Körperwahrnehmung“

In einer Serie besucht das Eichsfelder Tageblatt morgens um 10 Uhr Orte und Menschen in der Region. Heute: die Krippengruppe in Breitenberg.

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Interessierte Zuhörer: In der Krippengruppe lauschen die Kinder einer Geschichte von Erzieherin Regina Germerott.

Quelle: Blank

Warm ist es, bunt und überraschend unaufgeregt. Auf der einen Seite des umgestalteten Raums im hinteren Teil des Breitenberger Kindergartens werden in der kleinen Spielküche Kastanien in einem winzigen Topf gerührt. Auf der anderen Seite wird zwischen Luftballons und Kissen herumgetollt. An einem der Tische sitzt ein Mädchen und puzzelt, ein anderes schaut dabei zu.

Einige der Kleinen, die zur neu gegründeten Krippengruppe gehören, müssen gerade noch gewickelt werden. Jutta Schütz, eine der beiden Erzieherinnen, steht im Wickelraum nebenan. Durch ein großes Fenster betrachtet sie die kleine Bande im Gruppenraum und lächelt. Ella ist die Nächste. Sie kommt rein, klettert die Leiter hoch auf den Wickeltisch und strahlt Schütz an. „Das Wickeln ist immer auch ein ganz wichtiger Moment“, erklärt diese. Vor allem, weil es ein Moment nur zwischen Kind und Betreuerin sei. Diesen genießt Ella sichtlich.

Nach dem Wickeln springt sie auf und läuft – nach einer dicken Umarmung für ihre Erzieherin – wieder zurück zu den anderen. Diese sitzen inzwischen, alle dicht an dicht, mit Regina Germerott, der anderen Betreuerin der Krippengruppe, auf dem warmen Boden – für die Gruppe ist vor kurzem eine Fußbodenheizung installiert worden. „Der Grüffelo“ heißt das Buch, aus dem Germerott vorliest, „und dann verabschiedet er sich“, liest sie. „Tschüs“ rufen manche und winken dem Grüffelo im Buch zu. „Hat denn jemand von euch schon mal einen Grüffelo gesehen?“, fragt Germerott. „Nein“, antworten die Kleinen mit großen Augen. Germerott erklärt, warum. Der Grüffelo ist ein Fantasietier. Die Kinder hören gespannt zu.

Los geht der Tag in der Gruppe, in der seit dem 1. August Ein- bis Dreijährige betreut werden, um 8 Uhr. Zum festen Programm gehören dann das Begrüßungssingen, Händewaschen, Tischdecken und ein gemeinsames Frühstück. Und dann eben das Wickeln. Danach heißt es für alle: Spielen. Neben dem, was die Betreuerinnen anbieten, geht es dabei aber ohne allzu feste Regeln zu. „Was möchte ich jetzt tun?“, heißt das Motto. Oft steht dabei Musik ganz oben auf der Wunschliste. Neben Tanzen und Singen sind selbstgebastelte Rasseln der große Favorit der Gruppe. „Es geht um Bewegung und Körperwahrnehmung“, erklärt Schütz. Überhaupt seien die Bedürfnisse der Krippenkinder andere als die der Kindergartenkinder.
Um diesen gerecht werden zu können, haben Schütz und Germerott im letzten Jahr an verschiedenen Fortbildungsmaßnahmen teilgenommen. Außerdem wurden der Gruppenraum und der Außenbereich umgestaltet. Die beiden Erzieherinnen sind froh über die Gründung der neuen Gruppe. Bis zum Ende des Sommers waren die wenigen Zweijährigen im Kindergarten in die anderen Gruppen integriert gewesen, „bessere Möglichkeiten gibt es für die Kinder aber ganz klar in der Krippengruppe“, sind beide überzeugt. Viele der Kleinen seien regelrecht aufgeblüht. „Manche Eltern hatten aber erst Bedenken, weil sie den Einfluss der Älteren in den Kindergartengruppen schätzten“, erinnert sich Schütz. Doch diese hätten sich schnell zerstreut. Man könne den Kindern einfach viel besser gerecht werden, wenn man sie in der kleineren Gruppe ohne die ständige Konkurrenz mit den Älteren betreue. Dazu gehöre dann auch die eine oder andere Schmuse-einheit, die sich „die Kleinen“ öfter als „die Großen“ abholen würden. „Das gehört natürlich auch dazu.“

Längst ist die Geschichte vom Grüffelo vorbei und es wird wieder gespielt. Nun stehen bald schon die Vorbereitungen für das Mittagessen an. Wenn sie nicht schon beim Frühstück reingeschaut hat, kommt Walburga Vollmer, die Leiterin des Kindergartens, spätestens jetzt zu ihrem täglichen Besuch vorbei. „Am liebsten schaue ich beim Essen mal rein“, lacht sie und genießt die Zufriedenheit, die von der Gruppe ausgeht.
Für manche heißt es nach dem Essen ab nach Hause, manche bleiben noch bis zum frühen Nachmittag. Im Schlafraum nebenan werden dann Matratzen ausgelegt: Mittagsschlaf. Alle gemeinsam, auch eine der Erzieherinnen, machen ihr tägliches Nickerchen. Und plötzlich ist es ganz still im hinteren Raum des Kindergartens. Lauter wird es erst wieder am nächsten Tag, wenn zur Begrüßung wieder gesungen wird.

Von Christina Stender

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