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Filigranes Handwerk selbst angeeignet

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Filigranes Handwerk selbst angeeignet

Schon beim Eintreten in das renovierte Fachwerkhaus gewinnt der Besucher den Eindruck, dass hier ein besonderer Bezug zu natürlichen Materialien die Atmosphäre bestimmt. Die neu verputzten Lehmwände und das freigelegte Holz geben den passenden Rahmen für das farbenfrohe Warenangebot in dem Duderstädter Weltladen. 

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"Ich stamme aus einer Schmuckfamilie“: Manuela Wesselak. 

Quelle: Walliser

Michaela Wesselak verkauft hier Kaffee, Tee, Seife, Dekorationsgegenstände und Schmuck aus fairem Handel. "Im Fair-Trade wird darauf geachtet, dass die Produkte nicht mit Kinderarbeit hergestellt werden und dass die Arbeitsbedingungen menschenwürdig sind", erklärt die Inhaberin.

 

Aus diesen Quellen kommen auch die Perlen aus Glas, Holz oder Stein, Gold- und Silberteile, Lederbänder, Hornplatten und Muschelstücke, die in Schalen und Kästen um den kleinen Holztisch im Laden verteilt sind. Dieser dient gleichermaßen als Werkbank und als Verkaufstresen. Wesselak hat hier eine Schmuckmanufaktur eingerichtet. Auf Ständern und Schnüren hängen Armbänder, Ketten und Ohrringe, jedes Teil ein Einzelstück und in Handarbeit angefertigt.

 

Urgroßeltern waren Juweliere

 

"Ich stamme aus einer Schmuckfamilie, meine Urgroßeltern waren Juweliere", begründet Wesselak ihre Faszination für Perlen und Edelsteine. Eine Zeitlang lebte sie in Berlin und sah dort wunderschönen Schmuck - zu üppigen Preisen. "Das geht auch günstiger", dachte sie sich und startete mit den ersten Entwürfen von eigenen Stücken. Nachdem sie in Duderstadt den Weltladen eröffnet hatte, bot sie ihre Kreationen dort an - mit Erfolg. "Für manche Frauen ist es schwierig, zu einem bestimmten Kleidungsstück die passende Kette zu finden. Hier können sie zwischen den verschiedenen Materialien und Farben selbst auswählen und sich ihren ganz persönlichen Schmuck anfertigen lassen", so Wesselak.

 

Die Grundlagen für diese Arbeit musste sie sich selbst aneignen. "Learning by doing", schmunzelt sie. "Es gibt kaum Fachliteratur für Schmuck-Design. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Zu Anfang habe ich nicht auf die Bohrungen geachtet. Plötzlich hatte ich eine Kette, in der die Perlen schief aufgezogen waren. Auch die Verschlusstechnik musste ich üben", erinnert sie sich.

 

Nicht nur die Beratung im Laden gehört zu ihrer Arbeit. In Kursen an der Kreisvolkshochschule gibt sie ihre Erfahrungen im Schmuck-Design an Interessierte weiter. Ein paar Grundvoraussetzungen sollte man jedoch mitbringen, wenn man seinen eigenen Schmuck herstellen möchte. "Nicht jeder hat die Geduld bei der Arbeit mit winzigen Teilchen", lacht die Designerin. Mit der kleinen Biegezange formt sie eine Schlaufe in die dünne Stahlseide, auf die eine millimetergroße Perle gesteckt wird. So sieht der Anfang einer Kette aus, der die folgenden Teile am Hinausrutschen hindern soll.

 

Flink geht ihr die Arbeit mit den filigranen Materialien von der Hand. Sie scheint nicht lange überlegen zu müssen, welche Farben und Formen zusammenpassen. "Den Blick für Harmonie kann man trainieren." Allerdings wüssten viele Frauen selbst, was sie haben wollten. "Wir entwerfen das Stück dann gemeinsam", verrät die Fachfrau.

 

Oft kämen Touristen, die bei ihren Streifzügen durch die Altstadt einen Blick in die Seitenstraßen werfen würden und den kleinen Laden in der Haberstraße entdeckten. "Aber inzwischen habe ich auch einige Eichsfelder Stammkunden", freut sich Wesselak und wendet sich wieder den Steinen und Perlen zu, die sich in ihrer Anordnung zu einem außergewöhnlichen Schmuckstück verwandeln.

Von Claudia Nachtwey

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