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"Für Eichsfelder gibt es nichts Schöneres"

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld "Für Eichsfelder gibt es nichts Schöneres"

Sonnenstrahlen fallen durch die kahlen Äste der majestätischen Baumriesen am Wall. Knorrig verwunschene Stämme werfen bizarre Schatten auf den Weg. Im diffusen Januarlicht heben sich am Sonnabend die Kronen kontrastreich vom blauen Himmel ab. Grüne Misteln in den Wipfeln bilden einen weiteren Farbtupfer in der von Brauntönen beherrschten Wall-Landschaft.

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Aktiv: Erika Erck (l.) und Helga Schleimer.

Quelle: Thiele

Fast wie ein Tunnel säumen stellenweise alte Linden und Kastanien auf beiden Seiten den schmalen Pfad, während sich nur wenige Schritte weiter das Panorama öffnet: Kahle Hecken und verwitterte Sandsteintore geben den Blick frei auf verborgene Hinterhöfe und Gärten. Aber auch die Duderstädter Dachlandschaft mit ihren roten Ziegeln und hohen Kirchtürmen blitzt immer wieder zwischen den Bäumen auf.

Die Nase nur Millimeter über dem Boden erkundet Jack Russell Terrier Jackie aufgeregt jeden Winkel des Duderstädter Stadtwalls, schnüffelt hier, hebt sein Bein dort. Herrchen Norman Thomé schlendert gemütlich hinterher und genießt die Atmosphäre. "Für uns Eichsfelder gibt es nichts Schöneres", schwärmt er.

Wechsel der Jahreszeiten

Schon früher habe er als Kind mit Freunden auf dem Wall gespielt, heute dreht er jeden Morgen mit Jackie seine Runden. "Der Wall gehört zu Duderstadt dazu, er ist ein Stück von meinen Leben", berichtet Thomé. Der kühle Schatten der Bäume im Sommer, die Farbenpracht im Herbst, der Schnee im Winter oder der Frühling mit den vielen Wildblumen - jede Jahreszeit habe ihren Reiz. Schade findet der Duderstädter nur, dass trotz täglicher Reinigung viel Müll auf dem Wall lande und die Bäume stark beschnitten würden.

Seit ihre Tochter Fiona vor gut fünf Monaten das Licht der Welt erblickte, ist auch Loreley Prühl Stammgast auf dem Wall. "Sie schläft nur im Kinderwagen", schmunzelt die Duderstädterin. Wenige Meter von der eigenen Haustür entfernt bietet sich der 500 Jahre alte, komplett erhaltene Weg rund um die Altstadt als Einschlafhilfe bestens an. "Noch schöner ist es im Sommer, wenn die Bäume mehr Schallschutz bieten und die Abgase abfangen", erzählt Prühl munter, während ihre Tochter schon nach wenigen Metern selig schlummert. Allein der Hundedreck störe sie auf ihrer Runde um die Stadt.

Für die übrigen vorbeiziehenden Jogger, Spaziergänger und Hundehalter haben Erika Erck und Helga Schleimer dagegen kaum einen Blick übrig. Zu fest sind die beiden Nordic Walkerinnen ins Gespräch vertieft. "Wir haben uns immer so viel zu erzählen", lachen die beiden, die seit Jahren zusammen einen Englischkurs besuchen und vor drei Jahren das Nordic Walking unter Anleitung lernten.

Seitdem fährt Erck so oft es ihre Zeit erlaubt aus Bösinghausen an die Brehme. "Ich fühle mich wohl hier. Ich habe den Wall durch den Kurs kennengelernt und finde ihn faszinierend", erklärt sie. Zentral gelegen und auch bei Regenwetter mit dem richtigen Schuhwerk gut zu bewältigen sei der 3,3 Kilometer lange Rundweg die ideale Walking-Strecke, sind sich die Sportlerinnen einig. Und zur Belohnung gönnen sie sich anschließend einen Kaffee in der Innenstadt.

Von Christina Sandler

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