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Grauer Himmel, blaues Becken und freundliche Gesichter

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Grauer Himmel, blaues Becken und freundliche Gesichter

Der Himmel ist grau, es tröpfelt ein wenig, die Lufttemperatur an diesem Morgen liegt bei knapp zwanzig Grad Celsius. Im Schwimmerbecken des Duderstädter Freibads schwimmen morgens um sieben Uhr 60 oder 70 Menschen, um zehn Uhr ist es ruhiger: Knapp zehn Schwimmer ziehen ruhig ihre Bahnen. Kinder- und Babybecken liegen still da.

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Kommt „viel zu selten“: Siegfried Werner zieht seine Bahnen für das Sportabzeichen. 

Quelle: Straubel

Da kommt eine resolute kleine Frau in die Schwimmanstalt, ruck-zuck hat sie ihre Badekleidung an und noch ehe man sich versieht, ist sie mit einem Kopfsprung im Becken gelandet. Kräftig und genau getaktet schwimmt sie hin und her, nach zwanzig Minuten ist schon ein Kilometer um. "1000 Meter mit Muss" schwimmt Edelgard Schöttler jeden Tag. Die DLRG-Übungsleiterin und Schwimmtrainerin geht im Sommer ins Freibad, im Winter in das Hallenbad. Dort schwimmen jeden Montag 100 Kinder, sie ist dabei.

Vier kommen immer

Schöttler ist nicht die einzige, die eisern bei jedem Wetter ins Freibad kommt. Sie gehört zu einer Gruppe von Frauen, die seit Jahren hier morgens ihre Bahnen ziehen. "Eigentlich sind wir zehn, heute sind nur sechs da, bei ganz schlechtem Wetter kommen immer die gleichen vier", sagt sie. "Wir wandern zusammen, turnen, lachen und weinen." Alle haben Spaß im Wasser. Edith Kühle, Gisela Tauselt und Irmgard Wiegand sind schon lange dabei, schwimmen zwischen 500 und 1000 Metern. Gerti Koch, die aus Österreich nach Duderstadt kam, geht seit mindestens vierzig Jahren hierher, Ingrid Borchardt solange sie denken kann. Sie hat ihren vier Kindern und sogar ihrem Mann Wolfgang das Schwimmen beigebracht, der dann ihre Leidenschaft teilte. Früher kamen sie mit den Kindern am Nachmittag, jetzt immer zwischen zehn und zwölf Uhr.

Nach dem Schwimmen gibt es oft Kaffee und belegte Brote. Schon vor 15 Jahren saßen hier die gleichen Damen zusammen. Zum An- und Abschwimmen im Frühsommer und Herbst feiert der Damen-Club des TV Jahn mit einer langen Tafel. Hier gibt es nicht etwa Kaffee und Kuchen, sondern Wurst, Brot, Bier und Sekt, weil Schwimmen schließlich hungrig macht.

Der einzig ganz junge Mensch im Bad ist Markus Hühne. An vier Tagen ist er pro Woche im Wasser. "Normalerweise schwimme ich zwanzig Bahnen, es sei denn, am Vorabend war eine Party oder so, dann schwimme ich nur fünf oder sechs Bahnen", erläutert der 18-Jährige seine Erfrischungstaktik.

Rechts außen schwimmt ein einzelner Herr. Siegbert Werner ist kein Stammgast im Duderstädter Freibad. "Heute bin ich zum ersten Mal in diesem Jahr hier - viel zu selten", meint der 67-Jährige. Er verfolgt heute allerdings auch einen besonderen Plan: er will zum 20. Mal das Goldene Sportabzeichen machen. Auf der Klappe hat er bereits Kugelstoßen, Weitsprung und einen 3000-Meter-Lauf absolviert, ohne vorher zu trainieren. Da sind auch die 200 Meter Schwimmen kein Problem, nach rund sieben Minuten kommt er, gut in der Zeit, wieder bei Schwimmmeister Uwe Tuma an.

Auch Gottfried Hublitz legt hier immer sein Sportabzeichen ab. Er kommt in dieses Freibad, seitdem er ein kleiner Junge ist. "Damals war hier noch nichts beheizt, und das Kinderbecken gab es auch noch nicht", erinnert sich der fast 70-Jährige.

Von Tina Lüers

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