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In Halle 15 ist jeder motiviert

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld In Halle 15 ist jeder motiviert

Das große Backsteingebäude liegt etwas zurückgesetzt zwischen Grünanlagen, Kfz-Werkstatt und Imbiss am Euzenberg. Schon beim Eintritt in "Halle 15" bleibt der Blick an einer bunten Wand hängen. Renate Schopferer, Leiterin der Möbelbörse, erklärt den Ursprung der Malerei: "Wir arbeiten mit Schulen und Kindergärten zusammen. Die jungen Künstler haben bei uns ein Forum für ihre Ausstellungen.

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In der Holzwerkstatt: Hans-Dieter Hoffmann bearbeitet eine Holzbank. 

Quelle: Mischke

Zur Zeit hängen hier die Werke der Nesselröder Grundschüler." Gleich daneben weist ein Schild mit der Aufschrift "Kinderladen" auf einen hellen Raum mit Holzregalen, in dem gebrauchte, gut erhaltene Kindermöbel, Bücher und Spielsachen erworben werden können.

 

Tobias Steinert, Leiter der Werkstätten, besucht gerade die Mitarbeiter des hauseigenen Bistros. Ein Blickfang ist das Frühstücksbuffet. Ein paar junge Leute haben sich zur Pause an den Tisch gesetzt. Der gelernte Koch Henning Reese ist - wie die anderen hier auch - Teilnehmer einer Fördermaßnahme und hofft, seine Voraussetzungen für einen beruflichen Einstieg zu verbessern. Dem Bistro ist eine gut eingerichtete Großküche angeschlossen. "Hier sollen die Teilnehmer der Förderprojekte Einblick in die Gastronomie und das Dienstleistungsgewerbe erhalten. Sie lernen den Arbeitsablauf in diesen Berufszweigen kennen und kommen so leichter an Praktikumsplätze oder Lehrstellen heran", erläutert Steinert.

 

Sandra Schmitz und Melanie Harbort haben die Hauswirtschaftsschule besucht, danach aber keine Lehrstelle gefunden. Beiden möchten im gastronomischen Bereich arbeiten. An dem aufwendigen Buffet waren sie maßgeblich beteiligt. Unterstützt werden die Teilnehmer von Hauswirtschaftsmeisterin Elke Borchard. "Wenn die Leute mit den Vorkenntnissen, die wir hier vermitteln, ein Praktikum antreten, werden sie oft übernommen. Dann wird nicht mehr nach den Zeugnissen gefragt, sondern die Praxis steht im Vordergrund", weiß Borchard. Da die Teilnehmer auch zahlen müssen, wenn sie sich am Buffet bedienen, lernen die Bistro-Aspiranten auch gleich den Umgang mit Kasse und Abrechnungen. Jeder Bereich der GAB deckt den ganzen Umfang der verschiedenen Berufsfelder ab.

 

In der Möbeltischlerei

 

Beim Betreten der Holzwerkstatt wird auf den ersten Blick deutlich, dass hier nicht nur Fenster und Türen gebaut werden. Schränke, Truhen, Gartenliegen oder in Gemeinschaftsarbeit mit der Metallwerkstatt gefertigte Edelgrills entstehen hier. Steinert erklärt: "Es sollen umfassende Techniken geübt oder - bei schon ausgebildeten Fachleuten - verfeinert werden. Die qualifizierten Teilnehmer erhalten von der jeweils zuständigen Kammer einen zertifizierten Nachweis über das Erlernte."

 

Uralte Schränke, Kommoden, Tische, Stühle, Gläser und Gerätschaften lagern in der Restaurationswerkstatt. Mit Vorsicht und Liebe zum Detail werden die Antiquitäten unter Aufsicht von Anleiter Klaus Puchert gereinigt und aufgearbeitet.

 

Nach dem Klopfen, Schweißen und Sägen in denWerkstätten ist die Ruhe in den Räume der oberen Stockwerke ein Kontrast. Schulungsräume, PC-Werkstatt und das Bewerbungstraining sind hier zu finden. Am Schwarzen Brett hängen aktuelle Stellenangebote. Auf dem Weg nach unten stehen Rasenmäher, Schubkarren und Gartengeräte. "Wir von der GAB sind zuständig für die Pflege der gesamten Außenanlage. Das umfasst im Sommer Rasenmähen und Heckenschneiden, im Winter Schneeräumen und Streuen", bemerkt der Werkstattleiter.

 

An der großen Fensterfront sind junge Männer mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt, um Heizkosten zu sparen. Selbstgemacht wird hier ohnehin viel. Die große Durchgangstür aus Massivholz mit den Fensterkreuzen wurde in den Werkstätten hergestellt, ebenso die Bistrotische, Blumenkübel und etliche andere Dinge.

 

Draußen Arbeiten

 

"Damit die Teilnehmer nicht den Bezug zur Außenwelt verlieren, werden immer wieder auch gemeinnützige Arbeiten übernommen, wie die Reparatur von Spielgeräten in Kindergärten oder öffentliche Gartenarbeiten. Der Kontakt zum Kunden soll trainiert werden und die Arbeit dem Wohl der Gemeinschaft dienen", so Steinert.

 

Zum Abschluss beeindruckt die große Halle der Möbelbörse. Viele Ausstellungsstücke stammen aus Haushaltsauflösungen oder Spenden, wurden von den Teilnehmern repariert oder sind ohnehin neuwertig. Auch Möbel, Lampen und Gartenzubehör aus eigener Herstellung können hier von jedermann günstig erworben werden. "Leider glauben immer noch viele Duderstädter, man bräuchte eine Art Berechtigungsschein, um hier einzukaufen", bedauert Schopferer. "Die Gewinne aus der Möbelbörse fließen selbstverständlich wieder zurück in die Projekte der GAB."

 

Die ehemalige Arzthelferin Ingrid Zellermann ist im Büro und Verkauf beschäftigt. Nach zweijähriger Arbeitslosigkeit ist sie froh über ihren neuen Job. "Meine lange Berufserfahrung kommt mir zugute, weil man auch hier mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun hat", sagt sie und hofft, auf diesem Weg wieder in den Berufsalltag einsteigen zu können. Motiviert sind hier alle. Mit besserer Qualifikation und neuer Hoffnung auf Jobsuche zu gehen, darin unterstützt die GAB in Halle 15.

Von Claudia Nachtwey

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