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In der Mathestunde fliegen Bälle durch die Luft

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld In der Mathestunde fliegen Bälle durch die Luft

Der Gong ertönt und 240 Schüler stürmen durch die große Flügeltür in das Schulgebäude hinein. Gerade ist die große Pause vorbei. Die niedrigen Kleiderhaken in den Gängen füllen sich mit dicken Winterjacken, der Lärmpegel ist enorm. Doch schon wenige Minuten später sind die Schüler in den Räumen verschwunden. Hinter den Türen sind vereinzelte Stimmen oder ein gemeinsam gesungenes Lied zu hören.

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Mit Schwung an den Seilen: Sport gehört zum Schulalltag. 

Quelle: Tietzek

Im Klassenraum der 3c3 hat Monika Ernst mit dem Unterricht begonnen. Die Schüler stehen im Kreis und werfen sich einen Ball zu. Sport? Nein, Kopfrechnen wird hier trainiert. Das Prinzip ist einfach: Wer den Ball hat, sollte das Ergebnis wissen. „Ich könnte die Aufgaben auch im Heft rechnen lassen, aber auf diese Weise hat man eine hohe Effektivität erzielt, weil sich Spaß mit Mathe verbindet und die Kinder gern lernen“, erklärt Ernst ihre Methode. Erst nach dem „Warmrechnen“ werden die Schüler aufgefordert, ihre Bücher auszupacken und es wird ruhig in der Klasse. 

 

Lauter geht es in der Sporthalle zu. Lehrer Udo Unzeitig steht im Trainingsanzug vor den eingeteilten Gruppen und erklärt den Ablauf. Sekunden später schwingen sich die Kinder mit Tarzan-Gejohle an dicken Tauen durch die Lüfte. Teamgeist und Koordination sollen geübt werden. „Stellt euch eine Wildwasserbahn bei der Olympiade vor“, regt der Sportlehrer die Fantasie seiner Schützlinge an. „Im Slalom um die Seile“, lautet die Aufgabe. Die dicht beieinander hängenden Taue dürfen nicht berührt werden. Konzentriert laufen die Erstklässler los, erst vorsichtig, in der zweiten Runde schon etwas gewagter. Unzeitig baut einige Schwierigkeitsgrade in die Übung ein: Jedes Team bildet eine Schlange, indem man sich an die Hände fasst. Die Schüler merken, dass man sich im Team nur so schnell bewegen kann wie das schwächste Glied, und, dass die Aufgabe nur im Zusammenhalt der Gruppe gut zu meistern ist.

 

Unterricht mit Computern

 

In der oberen Etage unterrichtet Michaela Thriene im Computerraum ebenfalls Mathematik. „Die Kinder lernen hier den Umgang mit Maus und PC. Aber auch individuelles Arbeiten wird gefördert, denn die vielfältigen Programme lassen eine Auswahl je nach Leistungsniveau des einzelnen Schülers zu“, betont die Lehrerin. Sie weiß, dass die meisten Kinder inzwischen einen Computer zu Hause haben. Gespräche seien im PC-Raum erlaubt, so Thriene, denn die Schüler sollen auch voneinander lernen. 

 

Eine dementsprechende Geräuschkulisse veranlasst manche Zweitklässler, die gepolsterten Kopfhörer aufzusetzen, um sich besser konzentrieren zu können. Einig sind sich aber alle darin, dass so eine Mathestunde im PC-Raum immer viel schneller vorbeigehe als eine „normale“ Stunde. Inzwischen werde der Computer neben der bewährten Arbeit mit Büchern in allen Fächern mit benutzt, erklärt Thriene. Eva-Maria Hunold ist seit vier Jahren Schulleiterin der St. Elisabeth Grundschule und hat 26 Mitarbeiter inklusive Betreuungskräften in ihrem Team. 

 

„Mit sinkenden Schülerzahlen haben alle Schulen zu kämpfen, aber bei uns ist noch kein Grund zur Existenzangst gegeben“, erklärt die vielbeschäftigte Leiterin. Als öffentliche katholische Grundschule sollen hier christliche Werte mit modernen Unterrichtsmethoden verbunden werden. Außerdem solle den Kindern nicht nur eine solide Bildungsbasis, sondern auch Freude am Lernen vermittelt werden. Dass dies ein Weg ist, den die Kinder gern mitgehen, vermittelt auch der Eindruck, der hier morgens um zehn beim Blick hinter die Kulissen entsteht.

Von Claudia Nachtwey

 

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