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Jedes Teil an seinem Platz

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Jedes Teil an seinem Platz

Eines der großen Werkstatttore wird geöffnet. Landmaschinenmechanikermeister Willi Pape fährt einen Schlepper zur Inspektion in die Halle. Auch ein anderer Trecker, der bereits in der Halle steht und sein Innenleben preisgibt, wird inspiziert. Er ist noch fast neu. Es ist seine erste Inspektion nach rund 50 Arbeitsstunden - bei Traktoren wird nicht in gefahrenen Kilometern sondern sinnvollerweise in Arbeitsstunden die Lebensleistung gemessen. 

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Legen selbst Hand an: Hermann Grünewald (vorn) und sein Enkel Christian Glahn.

Quelle: Hellmold

Nicht nur die Haube ist offen. Die Maschine wird genau unter die Lupe genommen. Dafür müsse so einiges auseinandergebaut werden, erläutert Pape. Immer enger werde es unter der Verkleidung, umso moderner die Traktoren würden, genau wie bei Pkw. Immer mehr Technik müsse hineinpassen - und nicht nur das: "Die Hersteller legen in erster Linie Wert auf das Aussehen", schmunzelt der Meister. Einige Meter daneben bekommt eine Kreiselegge neue Zinken. Etliche Hektar Boden, die die Maschine fein zu machen hat, nutzen eben auch den dicksten Stahl ab.

Anfang in Berlingerode

Die Firma Franz Schotte gibt es schon seit 1859. Angefangen hatte alles in Berlingerode als Schmiede, Landmaschinenproduzent und Instandsetzungswerkstatt. 1945 zog das Unternehmen um nach Duderstadt, zunächst in die Christian-Blank-Straße. Landmaschinen wurden nicht mehr selbst hergestellt, nur noch vertrieben und gewartet, Treckermarken wie Deutz, Fahr und Landsberg im Hause etabliert. 1974 zog Schotte in die Schöneberger Straße um. Dank der großen Werkstatträume können seitdem Traktoren und sogar Mähdrescher unter geschlossenem Dach repariert werden.

Im Lager liegen rund 15000 Ersatzteile bereit. Das ist das Reich von Helmut Heinemann und Andreas Holbein. Gerade betrachten sie per Lesemaschine technische Skizzen. So und per Computer wissen sie immer, welches Teil genau gebraucht wird, wo sie es finden und, falls nicht auf Lager, schnell bekommen. Nebenan, im Sekretariat, kümmern sich Bianca Knienriem und Doris Engelhardt darum, dass der "Papierkram" stimmt. Buchhaltung sei eine sensible Angelegenheit, erklärt Dirk Irmscher. Er und Ulrich Rose sind Geschäftsführer und zusammen mit Willi Pape und Helmut Heinemann die Gesellschafter der Franz Schotte GmbH. Im Obergeschoss gebe es noch ein weiteres Büro für die Buchhaltung, wo Engelhardt in Ruhe arbeiten könne. Er öffnet noch ein Büro, dort arbeitet sein Vater, Frank Irmscher. Er plant Stalleinrichtungen, ein weiterer Geschäftszweig der Firma. Konzentriert legt Irmscher senior sein Lineal an eine Skizze an und zeichnet. "Das hier ist unser Bernsteinzimmer", schmunzelt Irmscher junior und öffnet eine weitere Tür. Eine unscheinbare Kammer birgt den Server, das Herzstück des Computersystems. "Und hier haben wir sogar Ersatzteile für das Spielzeug unserer jüngsten Kunden." Irmscher hält einen Reservereifen für einen Kindertrecker in der Hand.

Blaue und rote Aktenordner

Ob im Büro, in der Buchhaltung oder sogar im Lager, unzählige Aktenordner sind fast allgegenwärtig. In den blauen sind gebrauchte Landmaschinen erfasst, in den roten neue, in den weißen Landmaschinenprospekte, in den gelben Kleingeräteprospekte. Schotte vertreibt auch Kommunal- und Gartentechnik. Weitere Ordner beherbergen Material für Stall- und Melkmaschinenzubehör. Zurück im Verkaufsbüro arbeitet Verkäufer Paul Kranert am Computer. Dieter Seideneck kommt herein. Er gibt Bescheid, dass er sich jetzt mit einem der Melkmaschinen-Servicefahrzeuge auf den Weg zu einem Kunden macht.

"Heute ist es eher ruhig", beurteilt Pape die Situation in der Werkstatt. Inzwischen scheint die Sonne. Bald werde mehr Betrieb sein. Nur bei gutem Wetter könnten die Bauern wirtschaften, und nur dann gehe etwas kaputt. Arbeitsspitzen seien natürlich in der Ernte angesagt, notfalls auch am Wochenende und nachts. Ansonsten müsse man gen Wochenende zusehen, alles fertig zu bekommen. Denn kaum eine Maschine sei lange verzichtbar. Bei Schotte haben 23 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende, morgens um 10 Uhr alle Hände voll zu tun.

Von Matthias Moneke

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