Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Kochen oder Musik: Senioren haben freie Wahl

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Kochen oder Musik: Senioren haben freie Wahl

Geschäftiges Treiben herrscht im Pflegeheim Haus Elisabeth am Vormittag. Die Kochgruppe bereitet mit Ergotherapeutin Ilona Schellin-Koleva Obstsalat zu. Fleißig schneiden die Senioren Bananen, Äpfel, Birnen, Pflaumen und vieles mehr.

Voriger Artikel
Aus grünem Müll wird "Duderstädter Dünger"
Nächster Artikel
Jedes Teil an seinem Platz

Bereitet gemeinsam mit der Kochgruppe Obstsalat vor: Ergotherapeutin Ilona Schellin-Koleva (rechts). 

Quelle: Mischke

Nebenan erklingt Musik. Mindestens zweimal wöchentlich ist Kati Löwe im Haus zwecks Musiktherapie. Mit der Dementengruppe musiziert sie. Mit Gitarre und Gesang animiert sie die Teilnehmer zum Mitmachen. Es darf nicht nur mitgesungen werden, es werden auch kleine Rhythmusinstrumente wie Schellen, Tambourin und dergleichen ausgeteilt. Heute sind die Teilnehmer etwas müde. Heimleiterin Dagmar Denner-Hillmer, die gerade herein kommt, motiviert nach. "Persönliche Ansprache ist wichtig, damit die Menschen spüren ,Ich bin gemeint`", erklärt sie.

Ergotherapie in mannigfaltiger Form spiele eine eminente Rolle im Hause, besonders, um Fähigkeiten des alltäglichen Lebens zu erhalten oder wieder zu fördern, was vor allem auch das Selbstwertgefühl der Senioren steigere. "Körper, Seele und Geist", solle das Pflegeleitbild vereinen. Natürlich umfasse das auch Bewegungstherapie zur Stärkung von Muskulatur und Gleichgewichtssinn, was auch Stürzen vorbeugen solle. Auch Integration werde praktisch umgesetzt. So würden Demenzkranke nicht, wie mancherorten Gang und Gäbe, völlig getrennt betreut sondern sie sind in den verschiedensten Aktionen involviert, zum Beispiel auch in der Kochgruppe vertreten.

Dort ist der Obstsalat inzwischen so gut wie fertig. Einige Gruppenteilnehmer sorgen weiterhin für geschnittenen Obstnachschub. Verschmitzt wird hier und da auch schon mal genascht. "Na, für den Salat soll aber auch noch etwas übrig bleiben", schmunzelt Schellin-Koleva, die wieder jemanden erwischt hat.

Den Senioren steht die Teilnahme an den Gruppenaktionen frei. Solche, die aus gesundheitlichen Gründen ihre Zimmer nicht verlassen können, erhalten Einzelbetreuung. Zu kurz kommen muss niemand.

Zimmer werden modernisiert

Platz für 35 Senioren hat das Haus Elisabeth. Während ausgebildete Pflegekräfte bei der im Hause gebotenen Pflegestufe 50 Prozent des Personals gegenüber den Pflegehelfern ausmachen müssen sind es hier nach Aussage Denner-Hillmers meist sogar 60 Prozent. Nebenan ist Baulärm zu hören. Die Pflegeeinrichtung ist zurzeit im Umbau begriffen. Neue Nasszellen entstehen, Zimmer werden erweitert und modernisiert. "Da entstehen aber keine weiteren Heimplätze, wir schaffen mehr Raum für die bestehenden", erläutert die Heimleiterin.

"Je nach Jahreszeit und Wetter gehen wir auch viel nach draußen", geht sie weiter auf das Betreuungs- und Pflegeprogramm ein. Das umfasse ebenso Spaziergänge im Garten als auch im Ort.

Ausflüge und Vorträge

Aber auch Tagesfahrten stünden öfter auf de Plan. Zum Beispiel ging es kürzlich zum Biohof Hevensen bei Hardegsen und auch zur Okertalsperre sowie für einige mit der Kutsche zu Europäischen Brotmuseum Ebergötzen. Hinzu kommen Vorträge, Musik-, ja sogar Tanzveranstaltungen. Unternehmungen werden immer mindestens zwei Monate im Voraus geplant und können dem im Flur aushängenden Veranstaltungsprogramm entnommen werden. Feedback und Wünsche äußern die Senioren über die Bewohnerversammlung. Das Pflegekonzept unter dem Motto "Wir pflegen mit Herz, Hand und Verstand" beinhaltet auch, dass alle der 30 Mitarbeiter in die Pflege mit eingebunden sind. Kommt etwa die Männergruppe der Heimbewohner zusammen, ist auch der Hausmeister, Waldemar Schaufler, mit eingebunden.

Von Matthias Moneke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Morgens um 10
Anzeigenspezial

Informieren Sie sich über das aktuelle Fußballgeschehen in Göttingen und aller Welt.  mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt