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Kornhaus: Hochbetrieb mit Ausblick

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Kornhaus: Hochbetrieb mit Ausblick

Erntezeit bedeutet Hochbetrieb beim Kornhaus Duderstadt. Alle Hände voll zu tun haben die Kornhaus-Mitarbeiter bei der Getreideannahme. Manches Fuder haben bei trockenem Wetter die Eichsfelder Landwirte bereits gebracht, wenn Duderstadts Turmuhren zehn schlagen. Vormittags wird vor allem geliefert, was in den Abendstunden des Vortages geerntet wurde.

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Ermöglichen einen Ausblick über ganz Duderstadt und Umgebung: Die sechseckigen Silotürme des Kornhauses Duderstadt sind stolze 32 Meter hoch.

Quelle: Tietzek

Eine Reihe Traktoren mit bis zu zwei Getreideanhängern wartet vor der Getreideannahme. Zuerst nimmt ein Kornhaus-Mitarbeiter eine Probe. Ermittelt werden daraus Feuchtigkeit, Eiweißgehalt, Gewicht pro Hektoliter, Kleinkornanteil und Fallzahl. Die Fallzahl ist der ausschlaggebende Wert für die Backfähigkeit von Mehl.

Im Büro der Getreideannahme sitzt Gerold Martschei. Anhand der aus der Probe ermittelten Werte kann er seinen Kollegen sagen, wo das Getreide eingelagert werden soll. Er kennt auch die Wiegeergebnisse und stellt die Lieferscheine aus. Er muss umdisponieren, ruft in der Verkaufsabteilung an. Es wird noch jemand gebraucht, der Proben nimmt. Ina Rohrsen eilt herbei. Zum ersten Mal analysiert sie Proben. Kurzerhand zeigt ihr Martschei genau die einzelnen Arbeitsschritte.

Kornhaus-Mitarbeiter müssen "Mädchen für alles" sein, wie auch Michael Groß bestätigen kann. Er und Manfred Wegener sind quasi Silomeister. An Schalttafeln steuern sie, in welches Silo das jeweils angelieferte Getreide laufen soll. Elevatoren - in Metallschächten laufen Schaufeln an Ketten - fördern das Getreide nach oben. Von dort aus läuft es durch mit von Elektromotoren gelenkte Rohre in die Silos. Die Stellung der Rohre stellt sich durch Signallämpchen in den Diagrammen auf den Schalttafeln dar.

"Wenn ein Defekt auftritt, und das kommt schon mal vor, wenn viele Maschinen laufen, müssen wir diesen schnellstmöglich reparieren", zeigt Groß die Vielseitigkeit der Aufgabenfelder auf. Nur wenn es gar nicht anders gehe, müssten zu Reparaturzwecken andere Firmen gerufen werden.

Schnecke befördert Ladung

Der Ablauf der Getreideannahme ist von außen betrachtet einfach: Während die Landwirte in der Warteschlange stehen, wird die schon erwähnte Probe genommen. Dann fahren sie an eine der Annahmerinnen und öffnen die Seitenklappe des zu entladenden Hängers. Die Frucht beginnt, durch ein Schutzgitter in die Rinne zu laufen. An deren Boden befördert eine Schnecke die Ladung weiter. Hydraulikstempel unter einer metallenen Bodenplatte kippen den Hänger. Das Getreide läuft erst durch eine Reinigungsanlage. Strohreste, Grannen, Hülsen und ein großer Teil des Staubes werden abgeschieden und landen im Kompostcontainer. Die Frucht läuft weiter in das zugewiesene Silo.

Weizen muss zum Beispiel eine Fallzahl von mindestens 220 haben, um zum Backen geeignet zu sein. Sonst wird er Futterweizen. Ist das Getreide zu feucht - das ist der Fall, wenn Weizen oder Hafer über 14,5 Prozent Feuchtigkeit haben oder Gerste über 15 und Raps über 9 - muss es in die Trocknungsanlage, bevor es eingelagert werden kann. Die Trocknungskosten werden von dem Geld, das die Anlieferer für das Getreide bekommen, abgezogen. Die Trocknungsanlage befindet sich in den metallenen Türmen am Kornhaus. "Zu nasses Getreide wird zuerst in die so genannte Feuchtkammer geleitet", erklärt Wegener. Die Anlage übernehme das Getreide automatisch zur Trocknung. Wegener öffnet eine Tür, dahinter offenbart sich der Brenner mit einem imposanten Gebläse. Mit der erzeugten Warmluft können dreißig Tonnen Getreide auf einmal im Trocknungsschacht behandelt werden.

Vielseitig sind die Tätigkeitsfelder im Kornhaus - manchmal auch mit Ausblick aus 32 Metern Höhe. So hoch sind die Silos. Aber es gehöre auch viel Staub dazu, schmunzelt Wegener, der bereits die 28. Ernte im Kornhaus Duderstadt verarbeitet.

Von Matthias Moneke

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