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Kunde der Agentur statt Antragsteller beim Amt

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Kunde der Agentur statt Antragsteller beim Amt

Wer hier morgens um 10 Uhr volle Flure und Stuhlreihen erwartet, wer die berühmten Nummernzettel sucht, die die Reihenfolge der Bearbeitung bestimmen, muss sich umgewöhnen. Wenig hat die heutige Agentur für Arbeit mit dem Vorgänger Arbeitsamt zu tun. Es hat sich mehr geändert als nur der Name. Ruhig, ja beinahe verlassen wirken die Gänge. Nummernautomaten gibt es nicht mehr.

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Im Eingangsbereich der Außenstelle an der Herzberger Straße: Katrin Pöhler leitet einen Kunden zur Beratung weiter.

Quelle: Hellmold

"Die meisten Menschen, die zu uns kommen, haben vorher Termine vereinbart", erläutert Außenstellenleiter Wolfgang Günther. Wer spontan kommt, meldet sich zuerst am Empfang. Gerade begrüßt Katrin Pöhler dort wieder einen Besucher. In der Agentur für Arbeit sind Interessenten keine Antragsteller mehr, sondern Kunden. Schnell geht es. Hier gilt die "30-Sekunden-Regel". Das bedeute aber nicht, dass alles in einer halben Minute abgewickelt werde, das sei gar nicht möglich.

 

Agentur hilft telefonisch

 

Aber neben der Aufnahme der wichtigsten Daten sei der Empfang nur für die kürzesten Angelegenheiten, wie zum Beispiel die Abgabe von notwendigen Formularen, da. Von dort aus werden die Kunden dann weitergeleitet. "Vieles lässt sich schon telefonisch regeln über das für uns zuständige Callcenter in Braunschweig", so Günther. Aushänge weisen auf diese Hotlines hin. Arbeitnehmer wählen die 01801/555111, Arbeitgeber die 01801/664466 (montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr).

 

Ferner hat die Agentur Terminals zur Selbstbedienung, die, laut Günther, sehr gut genutzt würden. "Unsere Seite, www.arbeitsagentur.de, ist natürlich von jedem Internetzugang aus erreichbar - sie ist das meistgeklickte Jobvermittlungsportal der Welt", konstatiert er.

 

Die dritte Option ist die so genannte Eingangszone. Hier findet persönliche Betreuung außerhalb des zeitlich begrenzten Rahmens des Empfangs statt. Die Bereiche Empfang und Eingangszone bearbeiten neben Pöhler noch Angelika Diederich und Petra Kühne. Diskretion wird großgeschrieben. Wer nicht möchte, wird am Empfang nicht namentlich aufgerufen, die Eingangszone hat, neben dem per Glastür erreichbaren regulären Raum, einen abgeschirmten Extra-Raum.

 

Mit Termin geht es direkt zur Beratung und Vermittlung, zum Antragsservice und zum Bearbeitungsbüro. In diesem Bereich hat Matthias Rittmeier gerade Kundschaft. Florian Sachse steht zwischen der bisherigen Schulausbildung und Fachoberschule Technik Arbeitslosengeld zu. Der Sachbearbeiter prüft nun, wie hoch und in welchem Zeitraum für den 32-Jährigen dieser Anspruch besteht.

 

Rittmeier spürt den Unterschied zu vergangenen Zeiten deutlich. Seit Einführung des Terminsystems, sei die Kundschaft wesentlich entspannter. Da man durch die Termine wisse, wer komme, könne man sich auf jedes Gespräch außerdem genau vorbereiten, müsse also nicht mehr mittendrin Akten wälzen.

 

Das wirke sich auch auf die Betreuung aus, stellt Sachse fest, der sich in Duderstadt, netter beraten fühlt, als in Göttingen, wo mehr Andrang herrsche. So bleibt in dem Gespräch der beiden auch noch ein Moment für Zwischenmenschliches: Kurze Sätze über Ost-West-Unterschiede in der Arbeitslosengeld-Obergrenze fallen. Dass sie noch bestehen, habe Sachse vor den Informationen auf Rittmeiers Bildschirm gar nicht bewusst wahrgenommen.

 

Nicht nur Arbeitnehmer, auch Arbeitgeber betreut die Agentur für Arbeit. Zum Beispiel Heike Vetter steht in ständigem Kontakt mit den Arbeitgebern der Region, um möglichst schnell über freie Stellen Bescheid zu wissen. Momentan sind es vor allem die Arbeitgeber, die sie kontaktieren. Mit dem neuen Ausbildungsjahr winkt ihnen ein Bonus, wenn sie Ausbildungsplätze über ihren bisherigen Durchschnitt hinaus schaffen. Welche Voraussetzungen genau erfüllt sein müssen, und wie dann der Bonus ausfällt, weiß sie. Auch hat sie Broschüren zum Thema parat.

 

Doch nicht nur Stellen vermittelt die Agentur. "Jeder einzelne Fall muss individuell bearbeitet werden", weiß Silke Nörthemann. Sie nennt als Beispiele für Fortbildung besonders Praktika. Denn viele Arbeitgeber setzten Berufserfahrungen voraus, die frisch Ausgebildete noch nicht haben könnten.

 

Zielvereinbarungen

 

Auch sie kommt auf die Neuerungen der vergangenen Jahre zu sprechen. "Wir haben jetzt Ziel- und Eingliederungsvereinbarungen", nennt sie verbindliche und auch schriftlich dokumentierte Absprachen. Diese erreichten mehr als die früheren Bemühungen auf dem Weg, Menschen wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern.

 

So erstellen die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit Profile möglicher Arbeitsplätze und möglicher Arbeitnehmer, gleichen sie ab, beraten, auch an Schulen in der Region - zum Beispiel Berufsberater Karl Henkel - und bringen sie zusammen.

 

Für die Kundschaft geöffnet ist die Duderstädter Außenstelle der Göttinger Agentur für Arbeit, Herzberger Straße, montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und donnerstags zusätzlich von 14 bis 17 Uhr.

Von Matthias Moneke

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