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Nach Bauses Visite glänzen die Gossen wieder

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Nach Bauses Visite glänzen die Gossen wieder

Im Schneckentempo tuckert das leuchtend orangefarbene Fahrzeug am Straßenrand entlang. Der Geräuschpegel ist hoch. Ein Gemisch aus Wasserspritzen, lautem Saugen, dem Knirschen von Straßenbesen und ein ratternder Motor kündigen das Kommen der Duderstädter Kehrmaschine an. Auf dem Fahrersitz hockt Bauhofmitarbeiter Tobias Bause und lenkt das fahrende Reinigungsgerät. 

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Mit Bürsten und Sauger: Kehrmaschine im Einsatz. 

Quelle: Straubel

Seine Tour führt ihn dreimal in der Woche durch die Kernstadt und zweimal wöchentlich durch die Ortsteile. Die drei runden Bürsten an der Frontseite geben dem Aussehen der Kehrmaschine fast etwas Lebendiges . Wie ein großes Tier "frisst" sie den Unrat aus der Gosse.

 

Die Reinigung durchläuft drei Stufen: Aus Düsen wird Wasser auf den Weg gespritzt, damit nicht allzu viel Staub aufgewirbelt wird. Dann lösen die rotierenden Besenstücke den groben Schmutz vom Asphalt, der sogleich vom Sauger aufgenommen und in den hinter dem Fahrerhäuschen angebrachten Container geleitet wird. Der Wasssertank befindet sich unter dem Fahresitz und muss drei- bis viermal am Tag aufgefüllt werden.

 

"Das ist natürlich kein Trinkwasser", erklärt Bauhofleiter Frank Widera. "Wir haben extra einen Brunnen von 22 Meter Tiefe angelegt. Mit diesem Wasser werden die städtischen Grünanlagen bewässert und der Tank der Kehrmaschine aufgefüllt."

 

Beim Aufsaugen des Schmutzes rinnt eine Menge Wasser mit in den Container. Bause klappt das hintere Ende seines Fahrzeuges hoch. Dort kommt ein großes Sieb zum Vorschein, an dem Schlamm, Papierreste und sonstiger Müll kleben. "Das muss ich jeden Abend gründlich mit dem Hochdruckreiniger säubern", erklärt er, "sonst würde die Maschine am nächsten Tag nicht mehr funktionieren, weil alles festgetrocknet wäre." Schon jetzt schwappen einige Liter Wasser im Behälter unter dem Sieb auf und nieder. Bause fährt die Kehrmaschine in die große Box mit dem Betonboden und leert den Inhalt aus. Hier soll das Wasser aus dem Unrat abfließen, bevor er mit dem Radlader in einen großen Container umgeschichtet wird. Die Entleerung des großen Ungetüms findet einmal in der Woche statt und ist sehr kostenintensiv.

 

Enorme Saugkraft

 

Seit sechs Jahren ist Bause bereits dabei und kennt seine Maschine in- und auswendig. "Die Saugkraft ist schon enorm. Sogar Flaschen, Plastikdosen und kleinere Tierkadaver können damit entsorgt werden". Nicht so gut wie die Saugleistung sei allerdings die Federung der Kehrmaschine. "Wenn man damit den ganzen Tag umherfährt, merkt man irgendwann jedes Schlagloch. Und das geht auch ganz schön auf den Rücken.", weiß der Saubermann aus leidiger Erfahrung. "Aber gegen die Schmerzen sorge ich vor. Ich gehe regelmäßig zum Fitness-Training."

 

Doch nicht nur der Rücken hat unter der schlechten Federung zu leiden. Auch die Kurvenlage der Kehrmaschine sollte der Fahrer immer gut einschätzen können. "Vor ein paar Jahren bin ich einmal umgekippt - mitsamt der Maschine", lächelt Bause. "Kurven kann sie nicht so richtig gut fahren." Sein Blick schweift über den großen Haufen Müll, den die Kehrmaschine am heutigen Morgen schon eingesammelt hat. Vor Kurzem lag das alles noch auf Wegen und Plätzen der Kernstadt. Da hat sich die Arbeit gelohnt.

Von Claudia Nachtwey

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