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Planen mit den Eichsfelder Handwerkern

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Planen mit den Eichsfelder Handwerkern

Michael Nachtwey sitzt in seinem Büro in der der Ludolfinger Straße am Schreibtisch, nur das leise Brummen des Computers ist zu hören. In dem verkehrsberuhigten Baugebiet der 60-er Jahre, in dem schon sein Vater seit 1973 sein Büro hatte, lässt es sich gut arbeiten.

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Ortstermin am neu gestalteten Dorfplatz in Werxhausen: Jörg Trautmann, Dieter Nix, Herbert Gatzemeier und Michael Nachtwey (von links).

Quelle: Tietzek

"Gerade habe ich Ausschreibungen zu fertigen", sagt der Architekt. Es geht um die Dachdeckerarbeiten für ein Wohnhaus in Bovenden, mit dessen Bau in der nächsten Woche begonnen wird. "Die Rohbauarbeiten sind schon vergeben", sagt er. Für jeden Bau sucht er sechs bis sieben Firmen auch unter Rücksprache mit dem Bauherren aus, die dann die Ausschreibung erhalten. Während die öffentliche Hand verpflichtet ist, den billigsten Anbieter zu engagieren, hat der Bauherr die freie Wahl zwischen den eingegangenen Angeboten. "Auf dem Eichsfeld ist die Qualität des Handwerks extrem hoch", so der Planer, der dies besonders im Vergleich mit den Harzer, Thüringer oder Göttinger Betrieben sagen kann, wo er ebenfalls tätig ist. "Meistens sind die Eichsfelder Betriebe nicht nur deutlich besser, sondern auch um ein Drittel günstiger. Das liegt nicht am Lohndumping, sondern daran, dass sie einfach fleißiger sind", lobt Nachtwey.

 

Normales Tagesgeschäft

 

Der Neubau in Bovenden, der auch mit Lehmputz behandelt wird, bildet eher die Ausnahme im Tagesgeschäft. "Der Großteil besteht aus Restaurierungen, Umbauten und Sanierungen, mindestens 70 oder 80 Prozent." Über mehrere Jahre stand für Nachtwey die Restaurierung katholischer Kirchen im Vordergrund. Nur durch Erfahrung könne man sagen, wie welche Bauteile reagieren und wie man sie am besten erhalten oder wiederherstellen sollte. So eine Restaurierungsbaustelle bedeutet einen hohen Zeitaufwand, immer wieder muss man vor Ort schauen und entscheiden, wie es weitergehen soll.

 

Die Baustelle, zu der der Architekt nun aufbricht, ist weniger betreuungsintensiv. Es geht um die Bauleitung bei der Erneuerung des zentralen Dorfplatzes in Werxhausen. Gemeinsam mit dem Ortsrat hat Nachtwey entschieden, welche Art von Pflaster verwendet werden soll. Wenn die Pflasterarbeiten abgeschlossen sind, wird noch ein kleines Haus zum Unterstellen und Aufbewahren gebaut. Im September müssen die Arbeiten abgeschlossen und abgerechnet werden. Ortsratsmitglied Herbert Gatzemeier ist zufällig gerade vor Ort, als der Architekt die Baustelle besichtigen will. "Gibt es die Steine nicht halb?", fragt Gatzemeier. Sie müssen für die Enden der Reihen und an den Parkplatzsteinen halbiert werden. Beide sind zufrieden, dass sich das vielfarbige Pflaster, das gerade von drei Männern verlegt wird, gut in die Farben des Dorfes einpasst.

 

Von den drei Plänen, die Nachtwey mal per Hand, mal per Computer gemeinsam mit seiner Bauzeichnerin erstellt, liegt einer immer im Büro, einer beim Bauherren und der dritte steht den Handwerkern auf der Baustelle zur Verfügung. Mit Zirkel und Maßband wird heute nur noch selten gearbeitet.

Von Tina Lüers

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