Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Stadtgeschichte? Immer den gelben Pfeilen nach

„Morgens um 10 im Eichsfeld“ Stadtgeschichte? Immer den gelben Pfeilen nach

Was ist vormittags los im Eichsfeld? In einer Serie besucht das Tageblatt morgens um zehn Menschen und Orte in der Region. Heute: das Duderstädter Rathaus.

Voriger Artikel
Aufladen, umkippen und zusammenpressen
Nächster Artikel
Präsenz zeigen, mobil sein und präventiv wirken

Immer gut besucht: Auch die Immingeröder Seniorengruppe interessiert sich für die Ausstellung im historischen Rathaus.

Quelle: Blank

Duderstadt. Die erste Reisegruppe hat sich bereits eingefunden: Treffpunkt Duderstädter Rathaustreppe.

Udo Unzeitig führt die Senioren ehrenamtlich an die geschichtlichen Eckpunkte der Stadtgeschichte, während im Kophus, der einstigen Handelshalle im Rathaus, eifrig telefoniert wird. Bettina Töpfer und Regina Timmermann beraten Gäste, geben Antworten zu Öffnungszeiten, nehmen Buchungen für Stadtführungen an und schicken die inzwischen eingetroffene 54-köpfige Truppe aus Duisburg mit ihren Eintrittstickets auf den Weg durch das Rathaus.

„Ja, wir haben auch morgens schon gut zu tun“, sagt Töpfer. Ihr Arbeitstag im Rathaus begann bereits vor einer Stunde. „Zuerst gehen wir selbst durch alle Räume und kontrollieren die Funktion der Module oder die Türen“, beschreibt sie den Tagesbeginn in einem der touristischen Highlights der Stadt.

Dass die Sehenswürdigkeiten im Eichsfeld eine informative Einheit bilden sollen, zeigt sich auf der im Fußboden des Kophus installierten Landkarte, wo mit Schautafeln auf das Westerturm-Ensemble, das Grenzlandmuseum, die Sielmann-Stiftung, den Seeburger See und die Rhumequelle hingewiesen wird.

Die Reise durch das Rathaus startet im Fahrstuhl. Im dritten Stock bietet sich ein erster Blick auf die Duderstädter Dachlandschaft. „Es geht noch höher“, sagt Timmermann und klettert mit uns die steilen Stufen einer engen Holztreppe hinauf. Oben angekommen stehen wir vor Glastüren – und suchen die Türgriffe. „Hier müsste vielleicht noch ein Schild angebracht werden“, lächelt unsere Führerin und schiebt an den langen Holzleisten die Türen auf.

„Da braucht man ein bisschen Kraft“, verrät sie. Wir probieren es selbst. Tatsächlich, ein Kind würde Schwierigkeiten haben. Aber die Belohnung gibt es im Turm des Rathauses: Ein herrlicher Blick über die Stadt, im Hintergrund Sulberg, Breitenberg, Ohmgebirge und Gleichen – alles auch bei schlechtem Wetter gut auffindbar, weil Module das echte Bild digital ergänzen. Auf dem Touchscreen-Monitor erfährt der Besucher außerdem Wissenswertes zu Besonderheiten wie den Kirchen oder weiteren Sehenswürdigkeiten.

Wir steigen eine Etage tiefer und dürfen die eigentlichen Hausherren des alten Gemäuers kennenlernen. Allerdings nicht persönlich, da die Herrschaften zu viel Unruhe nicht gut vertragen: Die Fledermäuse wohnen hier seit Jahrhunderten. Über ihr Leben, ihren Speiseplan und ihre Eigenheiten erfahren wir auf Schautafeln und in der Wand eingelassenen Modulen.

Wer sich auf die moderne Technik einlässt, merkt bald, wie umfangreich die Informationen sind: Stadtgeschichte, Schützenwesen, Handel und Justiz sind einige der Themen, zu denen ein paar Klicks auf den Monitoren führen. Ergänzt wird die Technik durch zahlreiche Schautafeln – oder Schattenspiele. Lichtbilder von martialischen Geräten an den Wänden der Folterkammer lassen gruselige Fantasie blühen und geben einen Eindruck vom schmerzhaften Strafvollzug früherer Zeiten.

Ein wenig wie „Tatort“ wirken auch die weiß gezeichneten Umrisse historischer Ratsherren auf dem Tisch im Weinkeller, sollen aber bloß eine Sitzung der Würdenträger andeuten, ohne genauen Bezug auf eine bestimmte Person zu nehmen. Dazu geben aber kurze Texte zu Themen wie Ratswahl oder Ratsverfassung einen Eindruck von Politik und Ordnung im späten Mittelalter.

Nicht immer leicht zu finden ist der Fortlauf des Rundgangs, aber dank freundlicher und zuverlässiger Einweisung der Mitarbeiterinnen im Kophus weiß der Besucher: immer den gelben Pfeilen nach – und die werden eben gesucht, wenn sie gerade nicht zu sehen sind.

Nachdem der Rundgang wieder im Kophus endet, bleibt unser Fazit: Ein paar Einzelheiten könnten noch verbessert werden, aber die Besichtigung des neu gestalteten Duderstädter Rathauses führt auf spannende Weise in die Stadtgeschichte ein und bleibt eine lohnenswerte Sache für die ganze Familie. 

Die Gästeinformation und die Ausstellung im Rathaus sind täglich geöffnet: montags bis freitags von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr, sonnabends und sonntags von 10 Uhr bis 16 Uhr.

Von Claudia Nachtwey

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
„Morgens um 10 im Eichsfeld“

In einer Serie besucht das Eichsfelder Tageblatt morgens um 10 Uhr Orte und Menschen in der Region. Heute: unterwegs mit den Müllwerkern in Duderstadt.

mehr
Anzeigenspezial

Informieren Sie sich über das aktuelle Fußballgeschehen in Göttingen und aller Welt.  mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt