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Camper in Seeburg Wie eine große Familie

Was ist vormittags los im Eichsfeld? In einer Serie besucht das Tageblatt morgens um zehn Uhr Menschen und Orte in der Region. Heute: der Campingplatz in Seeburg.

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Morgens um 7 Uhr wird geöffnet: Hiltraud und Ulrich Goldmann empfangen Martin Michael mit Sohn Christopher Robin.

Quelle: Walliser

Erwachsene bauen Stühle vor ihren Zelten auf, Kinder packen Spielsachen aus, andere Gäste machen sich auf den Weg zu den Sanitäranlagen. Während für viele Camper am Seeburger See morgens um zehn Uhr der Tag erst richtig beginnt, freuen sich Hiltraud und Ulrich Goldmann auf ihr zweites Frühstück. Denn für die beiden Verwalter des Campingplatzes hat der Arbeitstag bereits einige Stunden eher angefangen. „Morgens um sieben Uhr wird alles geöffnet, Rezeption, Büros, Duschanlagen“, erzählt Ulrich Goldmann. Der Brötchenservice lockt Frühaufsteher aus den Federn, zwischen acht und neun Uhr rollen erste Neuankömmlinge auf den Platz.

„Mindestens achtzig Prozent sind Stammgäste“, berichtet Goldmann, während Martin Michael mit seinem Sohn Christopher Robin die Rezeption betritt. „Wir kommen seit über zehn Jahren“, erzählen die Dauercamper aus Soest. „Den Wagen haben wir von meinen Eltern übernommen“, so Martin Michael, dessen Ehefrau Kirsten sieben Tage später anreist. „Meistens kommen wir nur am Wochenende, jetzt wollen wir vier Wochen bleiben.“

Die Gäste aus Westfalen halten sich nur in der Region rund um den Seeburger See auf: „Wir waren auch schon in Bad Sachsa, Bad Lauterberg und auf dem Brocken.“

In der Rezeption hält Ulrich Goldmann viele Prospekte von Naherholungszielen bereit. „Gerne besucht werden unter anderem das Brotmuseum in Ebergötzen, die Heinz-Sielmann-Stiftung, die Rhumequelle und Duderstadt, außerdem sind Fahrradtouren sehr beliebt, viele bringen ihre Fahrräder mit.“

Die internationale Wirtschaftskrise ist auch auf dem Campingplatz zu spüren. Die Saison läuft nach Goldmanns Worten „verhalten“, die Verweilzeiten werden kürzer. Doch allen ökonomischen Problemen zum Trotz ist Seeburg auch in diesem Jahr ein Ziel für Campingfreunde aus anderen europäischen Ländern. So legen beispielsweise Nordeuropäer einen Zwischenstopp auf ihrer Reise in die Alpen ein. Andere Gäste aus dem Ausland kommen gezielt, um vom Alltag abzuschalten und zu entspannen.

Als Lastwagenfahrer hatte der Niederländer Ferdinand Veer vor zehn Jahren eine Lieferung nach Seeburg gebracht. Er vertrat sich die Beine und kam per Zufall am Campingplatz vorbei. Dies hinterließ einen nachhaltigen Eindruck bei ihm. „Ich habe zu meiner Frau gesagt, da fahren wir mal hin.“ Den Worten folgten Taten: Zweimal im Jahr kommt das Paar, das zuvor oft in Luxemburg seinen Campingurlaub verbracht hat, an den Seeburger See. „Wir sitzen fast immer draußen. Es ist schön ruhig hier, die Leute sind alle sehr nett“, erzählt Veer.

„Wenn wir wenig einzukaufen haben, fahren wir nach Ebergötzen, wenn wir viel einkaufen wollen, fahren wir nach Duderstadt“, ergänzt seine Ehefrau Reina. Die Veers nutzen ihren Aufenthalt auch, um die Region zu erkunden. Besonders angetan zeigt sich das Paar von den malerischen Orten rund um den See. Auf ihrer Wunschliste ganz oben steht eine Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn auf den Brocken und ein Ausflug zum Kyffhäuser-Denkmal.

Ausflugsziel Harzgebirge

„Wir haben geschwankt zwischen Ost- und Westdeutschland und haben uns dann für den Campingplatz am Seeburger See entschieden“, berichtet der Belgier Wouter Smets, der mit Ehefrau Annabell und ihrem Kind Steel angereist ist. Als Student in Antwerpen war ihm die Universitätsstadt Göttingen ein Begriff, so dass er den Fokus auf diese Region richtete. „Wir möchten auch das Harzgebirge näher kennenlernen“, sagt das Paar. Danach soll die Reise weitergehen in Richtung Prag.

Stammgast auf dem Campingplatz ist Nadine Kurth. Die Bäckereifachverkäuferin kommt mit einem Verkaufswagen der Seulinger Bäckerei Habenicht auf den Campingplatz. „Es geht hier immer sehr locker zu“, beobachtet sie und bringt ihre Eindrücke auf den Punkt: „Camper sind wie eine große Familie.“

Von Axel Artmann

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