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Wo auch schon Zweijährige fest im Sattel sitzen

Morgens um 10 Uhr im Eichsfeld Wo auch schon Zweijährige fest im Sattel sitzen

Wer noch Stroh im Schweif hat, muss die nächste Runde schmeißen“, sagt Lea Emmerich und lacht, „deswegen versucht man immer zumindest die gröbsten Reste zu entfernen.“ Um zehn Uhr morgens putzt die Reiterin ihr Pferd in der Sonne vor dem Stall. „Rest Assured“ ist sein Name, doch Emmerich nennt ihn Schnups. Jeden Tag kommt sie hier her, „zwei bis drei Stunden muss man dafür schon einkalkulieren“. 

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Training im sonnigen Spätsommer: die fünfjährige Stute Davne bei der Dressur unter Yvonne Bruns.

Quelle: Pförtner

Ein Jahr lang war Emmerich bei Anja Rietbrock, Bremer Ausbilderin, und wollte das Hobby, das ihr so sehr am Herzen liegt, zum Beruf machen. „Ich habe viel gelernt und bin weitergekommen“, sagt sie. Jetzt ist sie auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz im kaufmännischen Bereich: „Es ist ein körperlich unglaublich anstrengender Beruf – es reicht mir auch aus, ein Pferd zu haben.“ Heute morgen trainiert Emmerich nach dem Putzen und Satteln mit Schnups auf dem Springplatz – allerdings ohne Springen. „Gestern war erst das letzte Springtraining, am Wochenende steht ein Turnier an“, erläutert sie. Nun stehe dem Tier etwas Schonung zu. 

 

Das Springtraining leitet Jörg Fredershausen, gemeinsam mit seiner Frau Silke betreibt er das Reitcenter und den Pensionsstall. 20 Pensionspferde sind hier im Sommer eingestellt, im Winter sind es noch ein paar mehr. Dazu kommen die familieneigenen Pferde und einige Schulpferde. Silke Fredershausen betont: „Ohne die Mitglieder des Reitclubs ‘78 Duderstadt wäre das alles hier gar nicht möglich, neben den Arbeiten im Stall müssen auch die Reitplätze und die Anlage gepflegt werden. 38 Kinder nehmen hier in der Woche Reitunterricht, Erwachsene und Wiedereinsteiger sind auch dabei.

 

Familie und Hobby

 

Bei Fredershausens hilft die ganze Familie mit, an zwei bis drei Tagen pro Woche gibt die 14-jährige Tochter Lena Stunden für Kindergartenkinder im Alter von drei bis fünf Jahren, sie spielen mit den Ponys. 

 

Die jüngste Reiterin auf dem Hof aber ist die zweijährige Annabel. Gegen halb elf kommt ihre Mutter mit ihr im Fahrradanhänger um die Ecke. Eine winzigkleine Reithose an den Beinen klettert das Mädchen aus dem Wagen. Neben Kaschmir, dem gutmütigen, bereits zehn Jahre alten  und nur 1,55 Meter großen Pferd ihrer Mutter Heike Andrea Vogel, nimmt sich Annabel gleich noch kleiner aus. Gemeinsam bereiten die beiden alles zum Reiten vor, dann geht es in die große Halle. „Draußen ist es mir zu gefährlich, Kaschmir könnte sich ja doch einmal erschrecken und zur Seite springen“, so Vogel. Mit Kappe, Protektorenweste und einem Gurt für die Hand ihrer Mutter ist die Kleine dennoch gut geschützt. Seit dem Frühjahr ist sie dabei, gemeinsam longiert wird auch. 

 

Derweil streut Silke Fredershausen die Boxen ein. Gefüttert wird schon um sieben Uhr, die Pferde legen sich danach oft noch einmal zum Ausruhen hin. Draußen kommt Monika Rexhausen von einem Ausritt auf ihrer Stute Kira zurück. Sie spült ihrem Pferd die Fesseln ab, im Sommer wird es schon einmal ganz geduscht, doch dafür ist es jetzt zu kalt. 

 

Auf dem Dressurplatz reitet zur gleichen Zeit Yvonne Bruns ihr Pferd ab. Mit der jungen, fünfjährigen Davne ist sie eines der wenigen Dressurpaare in diesem Stall, der vorwiegend ein Springstall ist.

Von Tina Lüers

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