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Zurück zum ursprünglichen Trennungsgedanken

Eichsfeld: Schneemann Recycling Zurück zum ursprünglichen Trennungsgedanken

In einer Serie besucht das Eichsfelder Tageblatt morgens um 10 Uhr Orte und Menschen in der Region. Heute: Der Entsorgungsfachbetrieb Schneemann Recycling in Duderstadt.

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Zerkleinerung: Alexander Schaper befördert den grob getrennten Müll mit einem Bagger in die Schreddermaschine.

Quelle: Blank

So richtig viel Arbeit haben wir gegen 16 Uhr, wenn die Handwerker nach dem Feierabend ihren Müll und ihre Wertstoffe abliefern und unsere Fahrzeuge zur Beladung reinkommen“, sagt Maria Schaper, Geschäftsführerin des Entsorgungsfachbetriebs Schneemann Recycling. Zusammen mit sechs weiteren Mitarbeitern ist die Duderstädterin zeitversetzt im Büro für die komplette Logistik zuständig.

Hinzu kommt die Warenannahme in Kleinmengen. So wiegt Silvia Rodens im Hof gerade das Altmetall, das sich am Freitagmorgen mehrere Kunden zu Tageshöchstpreisen abkaufen lassen. Die Daten werden elektronisch auf einen Bildschirm ins Büro übertragen, wo der Wiegeschein erstellt wird.

Nebenan ist Reinhold Steffen mit der Reparatur eines Bagger-Greifers beschäftigt. Die Dichtungen werden erneuert. „Wir haben unsere eigene Werkstatt vor Ort, anders wäre es kaum zu bezahlen“, erklärt Schaper und deutet gleichzeitig auf einen reparierten Container hin, der nun wieder seiner Bestimmung nachkommen kann. Rund 500 Container jeglicher Art hat der Entsorgungsfachbetrieb derzeit im Einsatz. „Dabei den Überblick zu behalten, das ist manchmal gar nicht so einfach“, so Schaper.

„… dann ist Rolf zur Stelle“

Den richtigen Überblick über die Auftragslage hat Disponent Rolf Reimann. „Wenn sich mal alles überschlägt, dann ist Rolf zur Stelle“, erzählt die Geschäftsführerin. Reimann bedient derweil einen Großschredder, der Akten vernichtet und zu Ballen presst.

Große Ballen befinden sich auch im hinteren Teil des 20000 Quadratmeter großen Firmengeländes in der Schöneberger Straße. Mit 110 Tonnen Presskraft werden dort beispielsweise Papier, Folien und PET-Flaschen zusammengepresst. Die Ballen scheinen auf den ersten Blick leicht, haben aber ein Gewicht von 500 bis 700 Kilogramm. Wöchentlich werden sie an Spezial-Betriebe geliefert. Während das Papier in Deutschland bleibt, gehen die Kunststoffe meist in den Export.

Firmengeschichte

Die Firmengeschichte des Duderstädter Entsorgungsfachbetriebs reicht zurück bis in das Jahr 1911. Damals war es die Urgroßmutter Schapers, Therese Günther, die in einer Kiepe, aus der sie zuvor Galanteriewaren verkauft hatte, Metalle ankaufte. Im Laufe der Jahre vergrößerte sich der Handel, die Scheunen, die in der Hinterstraße Lagerraum waren, dienten 1969 aus. Das erste Firmengrundstück mit einer Halle für Papier und Metalle wurde in Betrieb genommen.

Der erste Container und das erste Container-Fahrzeug wurden 1976 angeschafft. Heute hat Schneemann Recycling 35 Mitarbeiter, und zum Grundstück in der Schöneberger Straße kommt ein weiterer Container-Platz mit 10000 Quadratmetern in Westerode. Zuständig ist das Unternehmen auch für die Abholung der Gelben Säcke und des Altglases im Landkreis Göttingen.

In Familienhand

Seit 1995 leitet Maria Schaper zusammen mit ihrem Mann Klaus das Familienunternehmen. In dessen Arbeit sind auch die beiden Söhne Alex und Claus eingebunden. „Die beiden sind von klein auf dabei. Unser Ältester fängt demnächst ein Umwelttechnik-Studium an. Es sieht so aus, als bleibt das Unternehmen in der Hand der Familie“, erzählt Maria Schaper mit einem Lächeln.

Laute Geräusche sind im hinteren Teil des Fabrikgeländes zu hören. Dort läuft die Brecheranlage, die Ziegelmauerwerk, Pflastersteine und Beton zu Straßen- und Wegebaumaterial verarbeitet. Kaum weniger laut ist die benachbarte Schredderanlage, die grob getrennten Abfall zerkleinert. Die nächste Anschaffung des Betriebs ist eine Sortieranlage für Gewerbemüll. Kunststoffe, Papier und Metalle sollen dann nicht mehr in der Müllverbrennung entsorgt, sondern nach Sortierung vermarktet werden. Schaper: „Das ist unsere Investition für die Zukunft. Der ursprüngliche Gedanke ist es ja, die Rohstoffe aus dem Müll herauszuziehen.“

Von Kristin Kunze

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