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1400 Pilger unterwegs nach Etzelsbach

„Das ist wie Urlaub“ 1400 Pilger unterwegs nach Etzelsbach

Der Berg ist steil, es ist fast 15 Uhr, und Christel Kage hat schon gut zwölf Kilometer in den Beinen.

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Quelle: Blank

Etzelsbach. Die 57-Jährige, die mit einer 48-köpfigen Gruppe aus der Seelsorgeeinheit Gieboldehausen-Wollbrandshausen-Bodensee im großen Zug der 1400 Fußwallfahrer nach Etzelsbach unterwegs ist, trägt es mit Fassung. „Man muss Buße tun. Und das Beste kommt zum Schluss: der Papst“, bringt sie schwer atmend hervor, wischt sich den Schweiß von der Stirn und schafft es trotz der Mühen, ein Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern. Wie viele andere hat sie mit dem Anstieg auf dem Kiliansweg zu kämpfen.

Bis hierher war die Reihe der Pilger eng beisammen geblieben, in Gruppen zu 50 Personen waren sie nach der Aussendungsfeier eingeteilt worden. Vorneweg marschierten die Schüler der Göttinger Bonifatiusschule und der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle. Es herrschte blendende Laune, die wenigen Wolken hatten sich verzogen, euphorisiert machten sich die Gläubigen aus dem Bistum Hildesheim auf den Weg.

Auf einer Hügelkuppe erschließt sich die Länge des Zuges: Wie ein ellenlanger Wurm schlängeln sich Wallfahrer in Reihen zu dritt oder viert über den Asphaltweg parallel zur Straße nach Teistungen. „Das ist wie Urlaub“, meint eine Pilgerin, schließt die Augen, und genießt die Sonne. Links und rechts liegen Wiesen und Felder, kein Auto ist zu sehen.

Mittendrin die Gruppe mit Christel Kage und Gruppenleiter Thomas Bömeke, Gemeindereferent aus Gieboldehausen, die sich wie ihre Mitstreiter um eine mitgebrachte Pfadfinderfahne von Reinhard Wüstefeld scharen. „Es ist ein tolles Miteinander“, sagt Bömeke bei Kilometer drei. Die erste Station liegt hinter der Gruppe, mit Singen und Beten und einer kurzen Pause auf dem Wallfahrtshocker bei Wurstbrot und Brause.

Gemeinschaftsausflug mit 1400 Menschen

Die Jüngste unter ihnen ist acht, der Älteste 70. Es ein Querschnitt, der repräsentativ für die Wallfahrt ist. Mindestens die Hälfte der Pilger sind Jugendliche. Dementsprechend gelöst ist die Atmosphäre. Herbert Kühne (56) aus Bodensee freut sich: „Wenn schon zum Papst, dann wandern. So wird es besonders.“

Es ist ein großer Wandertag, ein Gemeinschaftsausflug mit 1400 Menschen. Und so schlängelt sich der Zug vorbei an den staunenden Menschen durch Teistungen und Berlingerode, wo auf dem Sportplatz bei Erbsensuppe und Wurst alle wieder zu Kräften kommen. Dazu gibt es Gebete und Lieder. „Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mich mit Kraft erfüllt“, tönt es aus Hunderten Kehlen. Sogar auf den Schlangen vor den Damentoiletten singen die Menschen mit.

Von hier geht es durch die Felder auf den eilig hergerichteten Killiansweg, hin zur finalen Steigung. Die macht Kage immer noch zu schaffen. „Zuhause haben sie gesagt: Der Weg ist lang, das packt ihr eh nicht“, berichtet Kage, während sie in einem Wäldchen zu Atem kommt. Nach 200 Metern endet der Wald – und gibt einen atemberaubenden Blick frei. Wiesen, Felder, einige Windräder. Und ganz nah: das Pilgerfeld. Kage ist berauscht: „Was für ein Panaroma – ein Traum. Man ist so glücklich, wenn man es geschafft hat.

Von Erik Westermann

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