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Sanierungsfall Fachwerk: Außen hui, innen pfui?

Begleitserie zu „Wir im Eichsfeld“, Folge 12: Fachwerk Sanierungsfall Fachwerk: Außen hui, innen pfui?

Ein Gang durch Duderstadts Innenstadt macht klar: Die Stadt kann und sollte mit ihrem Pfund an historischen Fachwerkhäusern wuchern. Nur wenige deutsche Kommunen können auf ein derart geschlossenes Straßenbild verweisen, wie es sich beispielsweise in der Marktstraße oder der Hinterstraße präsentiert.

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Wie sieht es hinter der schmucken Fassade aus? Trotz Sanierung ist der Modernisierungsbedarf bei einzelnen Gebäuden hoch.

Quelle: AT

Dass die Fassaden so schmuck und gut erhalten aussehen, ist der Renovierungsfreudigkeit der Hausbesitzer zu verdanken. Sie wurde gesteigert durch das Städtebauförderungsprogramm. Aus diesem Fördertopf hat Duderstadt in den Jahren von 1980 bis 2004 Mittel für die Unterstützung renovierungswilliger Bürger vermittelt.

Doch nicht immer hält der Zustand der Gebäude innen, was der Eindruck der Denkmalfassaden außen verspricht. Es gebe einen erheblichen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf, stellt Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) fest. Das gilt nicht nur für die Brehmestadt, sondern auch für die Dörfer im Altkreis. Hier fließt aber in einigen Fällen noch Fördergeld aus Mitteln für die Dorfsanierung. Der Bedarf an weiterer Modernisierung von Fachwerkgebäuden hat Rat und Verwaltung der Stadt Duderstadt veranlasst, sich immer wieder um die Wiederaufnahme in das Städtebauförderprogramm zu bemühen.

Und welche Rolle spielt der Denkmalschutz? Die Stadtverwaltung begreift sich in ihrer Funktion als untere Denkmalschutzbehörde als ein Berater der renovierungswilligen Bürger, die ihre Häuser verschönern und verbessern wollen. Möglichst frühzeitig so Petra Koch als zuständige Verwaltungsmitarbeiterin, sollten Hausbesitzer Kontakt mit der Verwaltung aufnehmen. Nur dann könnten anstehende Fragen im Vorfeld so eindeutig geklärt und beantwortet werden, dass bei der Umsetzung des Vorhabens keine Probleme entstünden.

Dabei können zudem die Zuschussoptionen und steuerlichen Absetzungsmöglichkeiten besprochen werden. Bürgermeister Nolte fasst zusammen: „Wir verstehen uns zunächst als Berater und Förderer. So wollen wir in Partnerschaft mit dem Eigentümer an jede Frage herangehen“.

Von Sebastian Rübbert

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Historischen Fachwerksubstanz

Einen hohen Sanierungsbedarf bei der historischen Fachwerksubstanz sieht der so genannte Fachwerk-Papst, Professor Manfred Gerner – und das auf Duderstädter wie auf Bundesebene. Gerner weist im Gespräch mit dem Tageblatt darauf hin, dass das Fachwerk über Jahrhunderte nur wenig gepflegt worden sei und großer Nachholbedarf bestehe.

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