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Trinkwasser, Sagengestalten und kräftiges Bier

Quellen haben vielfältige Bedeutung für die Region Trinkwasser, Sagengestalten und kräftiges Bier

Das Eichsfeld ist eine Region mit reichem kulturhistorischem Erbe. Darauf gründen die Menschen ihre Identität, und das schätzen die Reisenden, die in seit Jahren stetig wachsender Zahl diesen Landstrich besuchen. Dazu trägt auch die reizvolle und reich gegliederte Landschaft bei, die beispielsweise von zahlreichen Quellen geprägt ist.

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Prägend: Rhume-, Unstrut- und Leinequelle (im Uhrzeigersinn) haben Bedeutung für eine Region, deren Bier sogar nach dem Wasserreichtum seiner Landschaft benannt ist (u. l.).

Quelle: Thiele / Keppler/Mecke Verlag

Nicht selten sind sie von Menschenhand gestaltet, eingefasst wie beispielsweise die Rhumequelle bei Rhumspringe oder die Leinequelle in Leinefelde. Andere entspringen eher unscheinbar an Berghängen, in Erdspalten und Bodenverwerfungen.

Unter all dem munter sprudelnden Gewässern nimmt die idyllisch im Walde gelegene Rhumequelle eine Sonderstellung ein. Sie ist eine der ertragreichsten Quellen Deutschlands. Pro Sekunde entspringen ihr bis zu 5000 Liter Wasser, die sich zum Großteil vom Harz aus ihren Weg ins Eichsfeld suchen und unter anderem zur Trinkwasserversorgung Duderstadts und seiner Umgebung genutzt werden. Für das Dorf Rhumspringe ist die Quelle ein Wahrzeichen und geradezu ein mystischer Ort. So gibt es die Sage der Nixe Rhuma. In Erinnerung an diese Gestalt wird seit sieben Jahren im zweijährigem Turnus eine Nixe gewählt, die dann als Symbolfigur den Ort bei feierlichen Anlässen vertritt.

Eine weitere Sonderstellung unter den Quellen nimmt das Wasseraufkommen in Worbis ein. Die dort entspringende Wipperquelle mündet in die Unstrut, geht von dort in die Saale, Elbe und in die Nordsee. Die Hahlequelle dagegen schickt ihr Wasser über Rhume, Leine, Aller und Weser ebenfalls in die Nordsee. Mit diesem unterschiedlichen Abfließen von Wipper und Hahle wird Worbis zu einer Wasserscheide mitten im Eichsfeld.

Die Zahl der Quellen im Ober- und Untereichsfeld ist sehr reichhaltig und wird von Geologen in Spalt-, Schicht-, Stau-, Überlauf und Verwerfungsquellen eingeordnet. Eine Sondererscheinung sind die Heilquellen, Sprudel- und die Springquellen.

Doch nicht nur Geologen und Wasserkundler haben im Eichsfeld reichlich Gelegenheit, dem Thema Quellen nachzugehen, sondern stets ranken sich auch Mythen um diese besonderen Erscheinungsformen der Natur. Sie wurden zumeist als Sitz weiblicher Gottheiten verehrt und waren während der Germanenzeit nicht selten Orte ritueller Handlungen. Auch wurden den Quellen sehr oft heilende, lindernde Wirkung nachgesagt, was in den therapeutischen Heilkuren des Sebastian Kneipp in späteren Jahrhunderten seine noch heute anerkannte Bestätigung fand.

Aber nicht nur für Geist und Seele waren die Eichsfelder Quellen gut, auch für durstige Zeitgenossen und Genießer boten die Quellen so manchen Anreiz, was insbesondere in Worbis unter Beweis gestellt wird. In der dortigen Brauerei wird schmackhaftes, kräftiges Bier gebraut. Nicht umsonst nennt sich das Unternehmen „Brauerei Neunspringe“. Angeblich stammt das Bier-Brauwasser ,aus neun Quellen, die in der Nähe der Brauerei entspringen. Tatsächlich ist es aber die so genannte Ziegenbachquelle in Nachbarschaft des Unternehmens, aus dem die Basis für so manchen kühlen Trunk fließt.
Gutes Bier gab es früher übrigens auch in Duderstadt, wo zahlreiche Bürger das Braurecht besaßen und davon auch kräftig Gebrauch machten. Genutzt wurde dazu die Brehme, deren Quell-Ursprung im Bereich der Ortschaft Brehme liegt. Erhalten hat sich aus den alten Tagen noch der Spruch: „Hiemit wird bekannt gemacht, dass niemand in die Brehme macht, denn heute wird gebraut“. Und daran hielten sich dann auch alle – sagt man.

Von Sebastian Rübbert

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