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Tod im Graben: Fischsterben am Seeburger See

Zu wenig Sauerstoff Tod im Graben: Fischsterben am Seeburger See

Der lange Winter ist vorbei, die Menschen strömen zur Flaniermeile am Seeburger Seeufer – und sind irritiert: Im Grabensystem rund um das Ausflugslokal Graf Isang wimmelt es von Weißfischen, an der Oberfläche treiben viele tote Fische. Das – begrenzte – Fischsterben ist weder dramatisch noch neu, sorgt aber immer wieder für Nachfragen.

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Alle Jahre wieder: Im Grabensystem am  Seeburger Seeufer verenden zahlreiche Weißfische.

Quelle: Schneemann

Seeburg. Es tritt schon seit Jahren immer wieder auf, hängt mit Gewässerökologie, tierischen Instinkten und menschlichen Versäumnissen zusammen. Jetzt will der Landkreis mit der Gemeinde einen neuen Anlauf nehmen, um das Problem zu lösen.

Die auch als Weißfische geläufigen Rotaugen gehören zur Familie der Karpfenfische, werden bis zu 50 Zentimeter lang,   finden sowohl als Speise- als auch Köderfisch Verwendung, gelten als robust und wenig anfällig für Gewässerverschmutzungen. Die häufigste Fischart  im Seeburger See neigt jedoch dazu, sich immer wieder ins flache Wasser zurückzuziehen, um nicht gefressen zu werden. Und das wird ihnen bisweilen zum Verhängnis. Der stellvertretende Vorsitzende des Angelsportvereins (ASV) Seeburger See, Christian Hellwig, kennt das Phänomen auch aus dem Aue-Ablauf in Bernshausen. Anders als die Aue können die Gräben am anderen Seeufer jedoch zur Todesfalle für die Tiere werden.

Luft zum Atmen fehlt

„Die Fische folgen ihren Instinkten und kommen dabei vom Regen in die Traufe“, umschreibt Umweltamtsleiter Herbert Eggers die Eigendynamik des Fischsterbens. Tauchen die Weißfische in großer Zahl in das ohnehin relativ sauerstoffarme Grabensystem am Isang ab, nehmen sie sich dort die Luft zum Atmen. Der Sauerstoffmangel wird durch die ersten Kadaver, die sich zersetzen, verstärkt. Die Folge sind weitere tote Fische.

Die mit dem See verbundenen Gräben am Isang, die auch zum Laichen genutzt werden, sind zudem eher stehende als fließende Gewässer. Sie dienen als Vorfluter und nehmen bei zumeist geringem Wasserstand das Regenwasser von den Seeburger Straßen und Plätzen auf. Auch das könne bisweilen belastet sein – unter anderem mit sauerstoffzehrenden Bakterien, sagt Eggers. Gülleeinträge als Ursache für das Fischsterben schließt er hingegen aus – falls nicht gerade Gülle über die Straße gelaufen ist, oder es eine Havarie gegeben hat.

Intervention von Ludwig Pape

Auch Hermann Schütte, ehemaliger langjähriger Geschäftsführer des Zweckverbandes Seeburger See, kennt die Probleme mit dem Grabensystem. Bei anhaltender Trockenheit und Hitze sorge der mangelnde Zufluss von Oberflächenwasser für Erwärmung und Sauerstoffarmut.  Aber auch eine längere Frostperiode kann fatal sein. „Die Gräben waren lange zugefroren, das Wasser ist deshalb schneller anoerob (sauerstoffarm) geworden“, ergänzt Eggers. Von dem wasserrechtlich umstrittenen Verfahren, die Aue anzuzapfen und so für einen kontinuierlichen Wasserfluss zu sorgen, sei  in der Vergangenheit nach Intervention des damaligen Ratsherren Ludwig Pape abgesehen worden, erinnert Schütte. Als weitere Option hatten Gemeinde und ASV auch schon ein Gitter installiert, um zu verhindern, dass die Fische den See verlassen. Das sei jedoch erst verrutscht und später dann entfernt worden.

Ein funktionstüchtiges Gitter als Abtrennung zum See hält Eggers weiterhin für eine tragbare Lösung. Die Weißfische bräuchten die Gräben nicht und  würden auch Schutz im Schilf des Sees finden.

Möglichkeit eines Absperrgitters

In diesem Jahr wolle man gemeinsam mit der Gemeinde erneut nach einer Lösung suchen, sagt Kreisdezernentin Christel Wemheuer. Neben der Möglichkeit eines Absperrgitters verweist sie auch auf die Möglichkeit einer kombinierten Lösung mit einem seit Jahren angedachten Sedimentfang für den See. Die Ergebnisse der Sandfang-Untersuchungen vom Landkreis und der für das aktuelle Flurbereinigungsverfahren in Seeburg zuständigen Behörde sollen in naher Zukunft in einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt werden.

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