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Typisierung für die Obernfelderin Miriam Diederich: Was passiert?

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In Deutschland gibt es rund vier Millionen Menschen, die typisiert sind. Das heißt: Sie können durch eine Transplantation ihrer Blutstammzellen Menschenleben retten. Am Sonnabend gibt es eine große öffentliche Typisierungsaktion für die Obernfelderin Miriam Diederich. Doch was genau passiert dabei eigentlich?

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Miriam Diederich und Mediziner Hans Neumeyer.

Eichsfeld. Die zweifache Mutter leidet am Myelodysplastischen Syndrom, einer Erkrankung des Knochenmarks und ist auf der Suche nach einem passenden Spender.

„Aus Blutstammzellen im Knochenmark entwickeln sich rote und weiße Blutkörperchen. Bei Miriam ist dieses Blutbildungssystem erkrankt und muss ausgetauscht werden“, erklärt der Mediziner Hans Neumeyer von der KMSG, als er am gestrigen Freitagmorgen eine Betriebstypisierung im Duderstädter Amtsgericht leitet. Bei der 29-jährigen Diederich werden statt gesunder roter Blutkörperchen (Erythrozyten), die Sauerstoff transportieren, und weißer Blutkörperchen (Leukozyten), die als Teil der Immunabwehr Antikörper produzieren, immer mehr unreife Blutzellen produziert.

Ablauf der Typisierung

Bei einer Typisierung werden willigen Spendern im Alter von 18 bis 55 Jahren zunächst acht Milliliter Blut abgenommen. „Große Erfolgchancen, dass es mit einer Transplantation der Blutstammzellen klappt, hat man, wenn der Spender jung ist. Er darf nicht zu alt sein und muss gesund sein“, erklärt Neumeyer. Aber auch wer als Stammzellenspender nicht in Frage kommt, kann helfen. „Auch Geldspender sind Lebensretter“, unterstreicht Neumeyer.

Das abgenommene Blut wird danach im Labor auf die sogenannten HLA-Merkmale untersucht. „Sie sind für das menschliche Immunsystem zentral und der richtige Schlüssel“, so Neumeyer. Nur in 25 Prozent der Fälle werde ein passender Spender innerhalb der Familie gefunden. Für die Erkrankten liege die Chance, einen Spender außerhalb des Familienkreises zu finden, bei guten 80 bis 90 Prozent. Miriam Diederich hat bisher keinen Spender mit passenden HLA-Merkmalen gefunden.

Spender-Register

Die bestimmten HLA-Merkmale werden zusammen mit dem Alter und dem Geschlecht des Spenders an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) gemeldet. Im Bundesgebiet gibt es mehrere Stammzellspenderdateien, deren Daten im zentralen Register zusammenlaufen. Neumeyer: „Kommt jemand aus unserer Datei als Spender in Frage, werden wir benachrichtigt.“

Knochenmark-Blut-Gemisch

Die KMSG wiederum wendet sich dann an den potenziellen Spender, es folgen weitere Blutuntersuchungen und Aufklärungsgespräche. „Diese sind besonders wichtig, da viele immer noch meinen, dass wir unbedingt ans Knochenmark müssen“, sagt Neumeyer. Doch die klassische Knochenmarkspende, bei der in der Regel aus dem Beckenknochen mit einer Nadel ein Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen wird, ist weitgehend von der peripheren Blutstammzellspende abgelöst worden. Dabei wird ein Medikament gespritzt, das bewirkt, dass die Stammzellen ins Blut übergehen, und aus diesem werden sie dann herausgefiltert. Und was gibt es für Nebenwirkungen? „Bei dem Einsatz der Nadel hat man drei Tage lang einen Prellungsschmerz und bei der peripheren Methode ein paar Tage grippeähnliche Symptome“, erläutert Neumeyer weiter.

Eine Typisierung kann über das Blut geschehen – so wird es bei der Typisierungsaktion für Diederich der Fall sein – aber auch durch einen Schleimhautabstrich im Mund. Neumeyer nennt den Vorteil übers Blut: „Wenn jemand gleich bei der Typisierung den Arm hinhält, dann weiß ich, dass er nicht sofort einen Rückzieher macht, wenn er später einmal als Spender in Frage kommt.“

Von Kristin Kunze

► Eine öffentliche Typisierungsaktion für die Obernfelderin Miriam Diederich findet am Sonnabend, 27. April , von 10 bis 16 Uhr in der BBS Duderstadt , Kolpingstraße 4+6, statt. Spenden zur Finanzierung der Typisierungen sind auf einem Konto bei der Sparkasse Duderstadt möglich: Kontonummer 88 88 83, Bankleitzahl 260 512 60, Verwendungszweck Miriam Diederich.
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