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Typisierungsaktion im Duderstädter Senioren-Wohnheim

Anstehen für den Pieks Typisierungsaktion im Duderstädter Senioren-Wohnheim

Vor dem Gemeinschaftsraum des Duderstädter Senioren-Wohnheims Am Park herrscht großes Gedränge. Immer wieder kommt eine Gruppe Mitarbeiter dazu und reiht sich in die Schlange der Wartenden ein. Die Stimmung ist gelöst, die Fluktuation ist hoch.

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Nehmen Blut ab: Hans Neumeyer mit Eva-Maria Neumann und Karin Huck mit Stephanie Scholz (v.l.).

Quelle: OT

Duderstadt. Sie alle schreiben ihren Namen auf einen Zettel und lassen ein paar Milliliter ihres Blutes in ein Röhrchen füllen. Sie wissen, dass sie damit möglicherweise ein Leben retten können. Vielleicht sogar das von Miriam Diederich.

Die junge Mutter aus Obernfeld steht im Flur mitten zwischen den Zetteln, Röhrchen, Nadeln und den hin und her eilenden Mitarbeitern des Seniorenheims. Sie macht ein halb frohes und ein halb trauriges Gesicht und wirkt müde. Diederich leidet unter einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks (Myelodysplastisches Syndrom), die sich auch zu einer akuten Leukämie entwickeln kann.

Diederich hofft darauf, bald einen Knochenmarkspender für eine Transplantation zu finden. Typisierungsaktionen wie diese, bei denen die Gewebemerkmale durch Blutanalysen festgestellt werden, erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sie, aber auch andere Betroffene, passende Stammzellen finden können. Bisher hatte Diederich noch keinen Erfolg.

„Meine Tante arbeitet hier im Seniorenwohnheim und hat Flyer mit Typisierungsinformationen ausgelegt“, erzählt Diederich. Monika Wüstefeld ergänzt: „Wir Mitarbeiter haben das diskutiert und uns in Absprache mit dem Wohnheimleiter, Robert Osburg, entschlossen, eine Betriebstypisierung zu machen.“

Die Laborkosten in Höhe von 50 Euro haben die Mitarbeiter selbst aufgebracht, das Haus hat zusätzlich noch 100 Euro an den Förderverein gespendet, der damit weitere Typisierungsaktionen finanzieren kann. „Vielleicht können wir damit auch ein Vorbild für andere sein“, sagt Osburg. 35 Seniorenheim-Mitarbeiter haben sich am gestrigen Donnerstag ­typisieren lassen.

„Sie haben ja Einiges losgetreten in der Öffentlichkeit“, sagt Hans Neumeyer von der Göttinger Universitätsmedizin zu Diederich. Neumeyer leitet die Aktion für die Knochenmark- und Stammzellenspenderdatei Göttingen (KMSG). „Ich freue mich sehr darüber“, dankt er für die Aufklärungsarbeit. „Es gab auch eine sehr große Resonanz“, sagt Diederich.

Viele bereitwillige Spender hätten ihr Nachrichten, E-Mails oder Kommentare geschrieben, aber auch Betroffene würden ihr Mut zusprechen. Mittlerweile melden sich so viele, dass Diederich mit dem Antworten kaum noch hinterher kommt.

Ihre Haare hat sich die 29-Jährige jetzt abschneiden lassen: „Ich versuche, meine Kinder schonend darauf vorzubereiten, wie ich nach dem Krankenhausaufenthalt aussehen werde.“ Ihre Tochter selbst habe den entscheidenden Schnitt mit der Schere gemacht, jetzt habe sie keine Angst mehr davor.

Spendenkonto der KMSG: Konto-Nr.: 448 Sparkasse Göttingen BLZ: 260 500 01 Verwendungszweck: 134 6270 KMSG-Spenden

Von Anna Kleimann

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Knochenmark-Erkrankung
Plakat der Typisierungsaktion für Miriam Diederich.

Die Typisierungaktion für Miriam Diederich in Duderstadt findet am Sonnabend, 27. April, zwischen 10 und 16 Uhr statt. Die 29-jährige Mutter zweier Kinder leidet an einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks.

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