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120 Feuerwehrleute Feuerwehr üben auf Gut Herbigshagen

Ehrung im Anschluss 120 Feuerwehrleute Feuerwehr üben auf Gut Herbigshagen

Feuerwehr auf dem Gelände der Sielmann-Stiftung: Zum Glück war es nur eine Übung, die 120 Feuerwehrleute aus dem östlichen Landkreis Göttingens am Sonnabend aufs Gut Herbigshagen zog.

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Ehrung für Helfer im Hochwassergebiet: Feuerwehrleute aus dem Landkreis Göttingen haben sich an der Elbe zur Deichsicherung engagiert.

Quelle: Richter

Herbigshagen. Geprobt wurde der Ernstfall, um Handgriffe, das Zusammenspiel der Abläufe und Material unter möglichst authentischen Bedingungen zu prüfen. Im Anschluss an die große Bereitschaftsübung, die in ähnlicher Form einmal jährlich an jeweils unterschiedlichen Orten stattfindet, gab es eine besondere Ehrung.

Das Land Sachsen-Anhalt verlieh den Feuerwehrmännern und -Frauen, die im Juni 2013 beim Elbehochwasser geholfen hatten, eine Ehrennadel und eine Urkunde.

Mehrere Tage lang waren damals fast 120 Feuerwehrleute der Kreisbereitschaft Ost für Deichsicherungsarbeiten in Randau bei Magdeburg im Einsatz gewesen. Patrick Schenke aus Nesselröden war einer von ihnen: „Wir gingen den Deich hinauf, und da stand das Wasser bereits an der Oberkante der Deichkrone. Vor uns ein riesiger See, ein Flussverlauf war kaum noch zu erkennen.“ Dann hieß es: schippen und anpacken, um die Krone mit Sandsäcken zu sichern.

Die Situation sei durchaus brenzlig gewesen, erinnert sich Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen: „Unsere Einsatzstelle befand sich zwischen der Elbe und einem alten Umflutkanal. Hier mussten wir die Deiche unbedingt halten, sonst wäre Magdeburg von der Rückseite her vollgelaufen.“

Die Anstrengung der heißen Tage hat sich gelohnt, der Deich hielt. Wie groß die Wassermassen gewesen waren, wurde vielen erst bewusst, als das Hochwasser vorbei war: „Mit meiner Frau war ich im vergangenen Herbst in Magdeburg an unserer Einsatzstelle. Da war gar keine Elbe zu sehen, der Fluss ist normalerweise kilometerweit weg“, sagt Niesen.

80 000 Kräfte im Einsatz
Was bleibt, ist die gute Erfahrung, dass das oft geprobte Zusammenspiel der Einsatzkräfte reibungslos klappte und die Kameradschaft der vielen Feuerwehrleute sich im Ernstfall bewährt hat, wie Patrick Schenke sagt. 80 000 Kräfte aus verschiedenen Bundesländern kamen beim Elbehochwasser 2013 zum Einsatz.

Dies hat einen durchaus ernsten Hintergrund: „Da die Wehrpflicht weggefallen ist, kann die Bundeswehr bei solchen Einsätzen nicht mehr in dem Maße wie früher helfen“, sagt Christel Wemheuer, Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen. Das sei beim Oderhochwasser 2002 noch ganz anders gewesen. Wemheuer überreichte jedem einzelnen der anwesenden Helfer stellvertretend die Auszeichnung; eine kleine Ehrennadel und eine Fluthelferurkunde. „Ihr Dienst ist unglaublich wichtig – ohne Sie geht es nicht“, so Wemheuer in ihrer Rede.

Die gute und professionelle Zusammenarbeit der Kreisbereitschaft wurde auch in diesem Jahr wieder geprobt. Zum wiederholten Male war Gut Herbigshagen Übungsort. Und das aus gutem Grund: „Wir haben hier oben erschwerte Bedingungen“, sagt Abschnittsleiter Ost Heinrich Marx. Zwar gibt es eine Zisterne, die aber reichte bei der angenommenen Lage – ein Schwelbrand unter der Fotovoltaik-Anlage des Scheunendachs – nicht aus. Da ein Übergreifen des Brandes auf die anderen Gebäude unbedingt verhindert werden sollte, musste mit Wassertankfahrzeugen die Zisterne aufgefüllt werden. Wasser wurde außerdem aus der 2,5 Kilometer entfernten Talsperre von Langenhagen hergeholt.

Um das Gefälle zu bewältigen, kam umfangreiches technisches Gerät wie Generatoren zum Einsatz. „An der Talsperre gab es noch eine Personenrettung, ebenso wie auf dem Gutsgelände“, sagt Marx. Er ist mit dem Ablauf der Übung sehr zufrieden: „Wir konnten einiges verbessern und Schwachstellen aufdecken. Nun wird die Übung noch in Ruhe ausgewertet.“

Von Birgit Freudenthal

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