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12000 besuchen Männerwallfahrt am Klüschen Hagis

Bischof Neymeyr spricht sich gegen Nationalismus aus 12000 besuchen Männerwallfahrt am Klüschen Hagis

Rund 12000 Katholiken haben an Christi Himmelfahrt bei der Männerwallfahrt am Klüschen Hagis teilgenommen, so Tobias Gremler vom Heiligenstädter Marcel-Callo-Haus. Außer Erfurts Bischof Ulrich Neymeyr und Altbischof Joachim Wanke sprach auch der Benediktinerpater Anselm Grün zu den Wallfahrern.

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Quelle: Müller

Wachstedt. „Die Solidargemeinschaft Europa hat im vergangenen Jahr versagt“, mahnte Erfurts Bischof Neymeyr in seiner Predigt am Klüschen Hagis und griff dabei das Motto der diesjährigen Männerwallfahrt auf: „Ich teile mit dir“. Diese Solidarität beginne in der Familie, in der Nachbarschaft, in kleinen Gemeinschaften und gehe zugleich nach außen: ins Land, nach Europa und in die Welt. „Die Menschen, von deren Schicksal wir bislang nur gehört haben“, so der Bischof, „haben sich auf den gefährlichen Weg nach Europa und Deutschland gemacht.“ Vom Bildschirm seien sie gewissermaßen in die reale Welt, in leere Wohnungen als Nachbarn gekommen.

Katholiken gehörten nicht nur dem deutschen Volk an, sondern zugleich dem Volke Gottes. Daher, schlussfolgerte Neymeyer: „Katholizismus und Nationalismus gehen nicht zusammen!“ Zugleich forderte er aber auch von den Neuankommenden die Akzeptanz der hiesigen Gesetze, der Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie Religionsfreiheit. Diese bedeute „nicht nur die Freiheit eine Religion zu haben, sondern auch die Freiheit, seine Religion zu wechseln“.

An die Unterdrückung von Kirchenmitgliedern erinnerte sich auch Leinefeldes langjähriger Ortsbürgermeister Siegfried Klapproth. Seit mehr als 40 Jahren gehe er nun zur Männerwallfahrt: „Ringsum stand früher die Stasi und dokumentierte jedes Wort.“ Ab und zu seien Geistliche aber dennoch von ihrer behördlich genehmigten Predigt abgewichen. „Ich bin das erste Mal in der siebten Klasse mit meinem Vater hier hingekommen“, sagte Rolf Berend. Seitdem habe er nie, nicht einmal in den 20 Jahren als CDU-Europaabgeordneter, eine Männerwallfahrt ausgelassen.

Die Predigt der anschließenden Andacht hielt Anselm Grün. „Unsere Gesellschaft wird immer unbarmherziger“, sagte der Benediktinerpater und Autor. Die Sprache sei unbarmherzig und kalt geworden. Mit einem „Du bist gut so, wie du bist“ solle jeder Erwachsene sein inneres, störrisches Kind umarmen. Für Barmherzigkeit gebe es in der Bibel vier Worte. Eines davon bedeute: verwundbar sein. Und „nur wer verwundbar ist, der kann auch lieben“, gab er den Zuhörern mit auf den Weg.

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