Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Soziale Aspekte stehen im Vordergrund

125 Jahre Ortsverein St. Josef Duderstadt Soziale Aspekte stehen im Vordergrund

Der Ortsverein St. Josef Duderstadt der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) besteht 125 Jahre. Das Jubiläum begehen Mitglieder und Gäste am Sonnabend, 12. November, um 17 Uhr mit einer Heiligen Messe in der St.-Cyriakus-Basilika und anschließendem Beisammensein im Pfarrheim.

Voriger Artikel
Ausflugslokal steht erneut zum Verkauf
Nächster Artikel
Pahl neuer Bürgermeister

Heinz-Jürgen Thiele mit einem Foto aus der Anfangszeit der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung in Duderstadt.

Quelle: Christina Hinzmann

Duderstadt. „Einzustehen für eine humanere Arbeitswelt und sozialere Lebensbedingungen für die Familien“: So beschreibt Heinz-Jürgen Thiele vom Leitungsteam des Ortsvereins das Ziel der KAB. Kaplan Emil Buch habe 1891 in Duderstadt den Impuls zur Gründung eines katholischen Arbeitervereins gegeben, entsprechende Zusammenschlüsse existierten bereits in größeren Städten. Der Arbeiterpriester und spätere Bischof von Köln, Emmanuel von Kettler, hatte einige Jahrzehnte zuvor das Elend der Industriearbeiter und deren Familien beklagt. Seine Forderungen spiegelten sich in der Enzyklika „rerum novarum“ wider, die Papst Leo XIII. 1891 verkündete.

Der im gleichen Jahr ins Leben gerufene Ortsverein Duderstadt zählte bei der Gründung 142 aktive und 30 Ehrenmitglieder, vor allem Beschäftigte aus Handwerks-, aber auch einigen Industriebetrieben. 1933 wurde die KAB verboten, nach dem Krieg sorgte Propst Franz Ernst 1947 für eine Wiedergründung des Vereins.„Es gab großes Interesse, weil die Leute wieder ein offenes Wort reden, Geselligkeit pflegen und eine Vertretung der Arbeitnehmerinteressen haben wollten“, so Thiele, der 1983 den Vorsitz des zu diesem Zeitpunkt rund 170 Mitglieder zählenden Vereins übernahm.

Seit einigen Jahren gibt es statt des Vorstands ein sechsköpfiges Leitungsteam, „um mehr Mitglieder in die Verantwortung einzubinden“, so Thiele, der noch von einer anderen Veränderung berichtet: der Möglichkeit einer Mitgliedschaft auf Spendenbasis. Diese solle dazu beitragen, den Verein am Leben zu erhalten, der derzeit noch 40 Mitglieder zähle, die im Schnitt zwischen 70 und 75 Jahre alt seien. Zum Programm des Ortsvereins gehörten Gesprächsabende zu religiösen und politischen Themen, Vorträge, Spiel-, Klön- und Kegelabende sowie Urlaubsfahrten. Am 1. Mai gebe es regelmäßig Treffen mit den KAB-Freunden aus Leinefelde.

Kritisch beurteilen KAB-Mitglieder die Veränderungen in der Arbeitswelt und in den sozialen Bereichen. Mit Niedriglohn- und Leiharbeitsplätzen „wird uns eine Vollbeschäftigung vorgegaukelt“, nennt Thiele ein Beispiel und ergänzt: „Von einigen dieser Arbeitsverhältnisse, die mancher Arbeitnehmer eingehen muss, kann eine Person allein, geschweige denn mit Familie, nur unter den sparsamsten Umständen leben“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter