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15 Jugendliche verschönern Jugendhaus in Gieboldehausen mit Graffiti

Mehr Farbe für mehr Leben 15 Jugendliche verschönern Jugendhaus in Gieboldehausen mit Graffiti

Im Eingangsbereich des Jugendhauses in Gieboldehausen tummeln sich etwa 15 Jugendliche, die konzentriert auf das neue Bild an der Außenwand des Gebäudes blicken. Ein Sofa für die Gemütlichkeit, zwei Tische für Getränke, Süßigkeiten und Farbdosen und ein Scheinwerfer um eine bessere Sicht auf das Kunstwerk zu haben, gehören zur Ausrüstung der Sprayerkolonne.

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Von nun an ist das Jugendhaus von Weitem sichtbar: Malte Reinke-Dieker von der Aufsuchenden Jugendarbeit des Landkreises sprüht mit.

Quelle: Richter

Gieboldehausen. Ein bunter Schriftzug „Jugendhaus“ ist bereits deutlich an der Wand zu erkennen.

Ohne Aufforderung schnappen sich einige der Nachwuchskünstler ein paar Dosen und vervollständigen ihr gemeinsames Werk. Hier ein Strich, da ein wenig mehr Farbe, und im unteren Bereich die Umrisse von „Spongebob“, einer beliebten Cartoon-Figur. Jeder ist engagiert bei der Sache.

„Die machen das schon sehr gut“, kommentiert Tobias

Moench, professioneller Sprayer aus Berlin, der die Aktion begleitet. Nachdem er gemeinsam mit den Jugendlichen eine Skizze angefertigt hatte, hätten sie sich gleich auf ihre Leinwand gestürzt. „Das schöne bei Graffiti ist, dass man keine Fehler machen kann“, sagt er. Wenn etwas daneben geht, könne man es einfach wieder übermalen. Dazu kommt, dass die Aktion nicht nur Spaß macht, sondern auch einen praktischen Vorteil für das Jugendhaus bietet.

„Die meisten Leute wissen gar nicht, dass es ein Jugendhaus ist – jetzt ist es von Weitem sichtbar“, erklärt Moench. 

Lange Schule, wenig Zeit und schlechter Ruf
Dieter Seliger, Jugendreferent der Samtgemeinde Gieboldehausen, und Malte Reinke-Dieker, von der aufsuchenden Jugendarbeit, sind als Veranstalter der Aktion auch dabei. Das Treffen ist nach dem jüngsten Grillabend (Tageblatt berichtete) ein weiterer Versuch, dem Besucherschwund des Jugendhauses entgegenzutreten.

„Es ist nicht leicht das Haus zu beleben, weil es immer weniger Jugendliche gibt“, sagt Seliger. Die Zwölf- bis 18-Jährigen, die noch im Gemeindegebiet leben, müssten erreicht werden. Reinke-Dieker erklärt die Problematik: „Die Kinder haben heutzutage lange Schule – meistens bis 16 Uhr.“

Danach sei wenig Zeit für einen Besuch in der Einrichtung. Auch leide das Haus am schlechten Ruf, der vor seiner Zeit entstanden sei. „Es soll hier Alkoholkonsum von Jugendlichen gegeben haben“, sagt er. Das sei jetzt aber nicht mehr der Fall.

„Wir wollen was für Jugendliche machen“, fasst Marcus Krüger, Betreuer des Jugendhauses Gieboldehausen, die Beweggründe für die Graffiti-Aktion zusammen. Krüger kümmert sich um das Tagesgeschäft im neugestalteten Fachwerkbau und will für mehr Akzeptanz im Dorf sorgen. „Ich hab alle Nachbarn angeschrieben und um Unterstützung geworben“, sagt er. Früher sei es zu abendlichen Ruhestörungen gekommen, wonach sich die Anwohner regelmäßig beschwerten.

„Jetzt bin ich der Ansprechpartner – wenn es zu laut wird, können sie sich bei mir melden und ich kann für Ruhe sorgen“, sagt Krüger. Seit dem er die Nachbarn angeschrieben hat, ist es aber zu keiner Störung mehr gekommen.

„Es ist ganz schön cool hier“
Die steten Bemühungen der Veranstalter tragen bereits Früchte: Mit Lea Döring und Julina Bremer sind seit Kurzem zwei neue Gesichter im Kreis der Jugendhaus-Freunde. Nach anfänglichen Bedenken seien sie einfach mal einer Einladung von Bürgermeisterin Maria Bock (CDU) zur „School-in-Party“ gefolgt.

Jetzt sitzen sie auf dem Sofa im idyllischen Garten der Einrichtung, essen Döner, betrachten ihr selbstgestaltetes Kunstwerk und sind einer Meinung: „Es ist schon ganz cool hier.“

Rund 15 Jugendliche haben zu Spraydosen und Farben gegriffen und das Gieboldehäuser Jugendhaus verschönert. © Richter

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Von Kay Weeseloh

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