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150 Jahre Vinzentinerinnen in Duderstadt

Festakt im Rathaus 150 Jahre Vinzentinerinnen in Duderstadt

Nicht nur in die Geschichte eingetaucht sind  die Redner beim Festakt „150 Jahre Barmherzige Schwestern in Duderstadt“ am Sonntag. Der vinzentinische Geist motiviere jeden Tag aufs neue, das Krankenhaus zukunftsfähig zu gestalten, sagte St.-Martini-Geschäftsführer Markus Kohlstedde.

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Kette, Kreuz und Habit: Nolte, Trelle und Slaby (v. l).

Quelle: Vetter

Ein emotional anrührender Image-Film, Instrumentalisten der Musikschule, der Festvortrag von Domkapitular i.R. Wolfgang Damm und viele herzliche Grußworte prägten die feierliche Veranstaltung im Rathaus. Kenntnisreich führte Damm die Gäste auf eine Zeitreise, schilderte detailliert Vorgeschichte, Wirken und Entwicklung der Vinzentinerinnen im Eichsfeld – von den unhaltbaren Zuständen bei ihrer Ankunft über Kulturkampf und Expansion bis zur Gegenwart.

In der Nachkriegszeit gab es kaum einen Ort im Eichsfeld, in dem die Schwestern nicht tätig waren. Geblieben sind unter dem Dach des Vinzenz-Verbundes Hildesheim das Krankenhaus, die Krankenpflegeschule und das Altenpflegeheim St. Martini sowie die Vinzenz-von-Paul-Schule. Dorothea Rumpf, die die Fachschule für Sozialpädagogik leitet, moderierte den Festakt.

Generaloberin Teresa Slaby brachte am Valentinstag im Jahr der Barmherzigkeit als Symbol ein Herz mit und ging auch auf das Laurentiusstift ein, aus dem die Fachschule hervorgegangen  ist. „Heute wird unzulänglich versucht, mit Dorfmoderatoren die Lücken zu füllen, die die Schwestern in den Dörfern hinterlassen haben“, sagte Ehrenbürgermeister Lothar Koch (CDU), der im Hilkeröder Kindergarten selbst von Vinzentinerinnen erzogen wurde.

Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) würdigte „150 segensreiche Jahre mit Tag für Tag praktizierter Hilfe, selbstloser Arbeit, Da-Sein, Kompetenz und persönlicher Begleitung.“

Der Geschäftsführer des Vinzenz-Verbundes, Gregor Zehle, thematisierte die jüngste Geschichte des St.-Martini-Krankenhauses als Gesundheitszentrum des Eichsfelds: „Mit den Entwicklungen in den letzten Jahren macht St. Martini trotz der schwierigen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen eine gute Figur.“ Seit Dienstantritt Kohlsteddes 2013 wurde erweitert, investiert, spezialisiert, zertifiziert, modernisiert und neue Abteilungen geschaffen.

„Kurz und schmerzlos, wie es sich für einen Chirurgen gehört“, hielt Chefarzt Udo Iseke sein Grußwort. Ausschlaggebend für seine Tätigkeit sei nicht ein sicherer und attraktiver Arbeitsplatz, sondern eine dem Menschen zugewandte Umgebung im Geist des Heiligen Vinzenz von Paul. „Menschen, für die gebetet wird, werden schneller gesund“, meinte Propst Bernd Galluschke. Und in der Festschrift schreibt Ottobock-Chef Hans Georg Näder: „Wir brauchen das Krankenhaus umso dringender, je weiter die demografische Entwicklung fortschreitet.“

Pontifikalamt mit Bischof Norbert Trelle

Kliniken als Orte der Spiritualität

Duderstadt. Das Papst-Wort von der Kirche als Feldlazarett hat Bischof Norbert Trelle beim Pontifikalamt in der Basilika zum Jubiläum der Vinzentinerinnen am ersten Fastensonntag aufgegriffen. „Wunden heilen dort, wo die Menschen in ihrem Alltag leben“, sagte Trelle in seiner Predigt: „Die Vinzentinerinnen haben sich in diesen Dienst gestellt und wollen Zeichen der Barmherzigkeit sein.“ Gott stehe für eine Unterbrechung, die es auch im Klinikalltag gebe. Kirchliche Krankenhäuser müssten unter modernen Bedingungen das bleiben, was sie immer waren: Orte der Spiritualität. Der Heilige Vinzenz von Paul habe als „Mystiker der Tat“ die Kirche verändert, Liebe und Barmherzigkeit Vorrang vor allen anderen Werken. Mit einer Anekdote begann Trelle, der nicht nur in einem Vinzentinerinnen-Krankenhaus geboren, sondern auch als Junge den Blinddarm entfernt bekam, seine Predigt. Als er nach der OP die Schwestern sah, soll er gefragt haben: „Bin ich schon im Himmel?“. Eine Schwester antwortete: „Noch nicht.“ ku

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